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Beefscouts

Der Fleischblog

Australisches Tomahawk Steak

Alex geschrieben am 14.02.2018
  • Australisches Black Angus Rind
  • 4 Wochen Dry Aged  
  • kombinierte Weide- und Getreideaufzucht
  • Ribeye Steak am extra langem Knochen
  • Namen verdankt es seiner charakteristischen Optik

Nach der dicken Hochrippe aus dem Bericht von letzter Woche möchte ich in diesem Tasting gerne wieder so ´nen dickes Ding präsentieren. Heute im Beefscouts Testlabor: Ein australisches Tomahawk Steak von der Steakschmiede aus Düsseldorf.  Dort war ich im Dezember letzten Jahres zu Besuch und konnte dieser Versuchung einfach nicht widerstehen.  

Wer den Bericht über Die Steakschmiede Düsseldorf gelesen hat, der weiß wie stark ich von dem dortigen Konzept begeistert war und wie Emotionsgeschwängert ich damals wieder war. Kein Wunder also, das ich damals nicht mit leeren Händen nach Hause gegangen bin.

Für mich persönlich hätte ich dieses Tomahawk Steak am liebsten noch am selben Abend zubereitet und verputzen wollen. Da meine beiden Mittester Chris und Felix dafür allerdings keine Zeit hatten, kam dieses dicke Stück erst einmal in die Tiefkühltruhe. Nachdem ich diese in den letzten Wochen ja gut geleert hatte, war dort nun auch wieder ausreichend Platz vorhanden. Ich würde sogar behaupten, dass dieses dicke Tomahawk Steak fast ein wenig einsam in meiner leeren Tiefkühltruhe wirkte. Deswegen bin ich auch froh, dass dieses schnell den Weg wieder hinausgefunden hat und ich Euch heute dieses Tasting präsentieren darf.  

Doch bevor ich zum eigentlichen Tasting komme, möchte ich gerne vorab ein Paar Details über die Herkunft und die Haltung loswerden. Klar, das Fleisch kommt aus Australien. Dort ist es aufgewachsen und wurde dort auch geschlachtet. Für mich aber immer interessant, sind die Umstände wie die Tiere aufwachsen und die sollen in Australien mehr als hervorragend sein.

Die Rinder dort wachsen in einem angenehm gemäßigten Klima in kombinierter Weide- und Getreideaufzucht auf. Während Sie die ersten paar Monate Ihres Lebens freilaufend auf den weiten Weiden verbringen können, geht es ca. 150 Tage vor der Schlachtung in eine sogenannte Feedloft, wo die Tiere dann mit Getreide zugefüttert werden. So sollen die Tiere ein herrliches intramuskuläres Fett aufbauen.  

Das Sie dabei frei von jeglicher Chemie oder künstlichen Futterzusätzen aufwachsen, brauche ich jawohl nicht zu erwähnen, denn das sollte meiner Meinung nach immer der Anspruch einer ordentlichen Aufzucht sein.

Ob sich die Bemühungen während der Aufzucht auch im Ergebnis widerspiegelten, das werden wir mit der nachfolgenden Bewertung der Optik im ersten Ansatz feststellen.

Klar ist das Tomahawk Steak an sich schon eine dicke, fette Erscheinung. Zu mindestens, wenn man auf die Ausmaße dieses Steaks eingeht. Ich meine, mit einem Gewicht von 1,3 Kilo war das schon ein ordentliches Männerstück. Die Erscheinung war auf jeden Fall sehr „fett“!

Doch wenn wir auf die intramuskuläre Marmorierung anspielen, dann wirkte dieses Tomahawk Steak fast ein wenig mager. Denn, die war unserer Meinung nach nicht so stark ausgeprägt, wie wir Sie erwartet hätten bzw. wie wir sie uns gewünscht hätten. Wir hatten hier einfach eine wesentlich ausgeprägtere und intensivere Marmorierung innerhalb der Muskelstränge gewünscht. Schließlich sollte Das ja das Ziel der Aufzucht mit zusätzlichem Getreidefutter sein.

Klar könnt Ihr jetzt sagen das ist Haarspalterei, ich finde aber, dass ich an dieser Stelle schon ein wenig auf die Aussagen der Produzenten eingehen sollte.

Dennoch war dieses Tomahawk Steak insgesamt gesehen natürlich ein unheimlich tolles Stück Fleisch. Einfach ein Eyecatcher der auf jeder Party einfach eine gute Figur macht. Deshalb bekommt es auch zu Recht 8 von 10 möglichen Punkten in Sachen Optik. Zusammenfassend also ein sehr guter Start in das Tasting.

Bei der Zubereitung dieses „dicken Dings“ sind wir heute mal wieder einen etwas anderen Weg gegangen als sonst. Eigentlich, wie wir Ihn schon länger nicht mehr gegangen sind. Denn, diesmal haben wir das Steak mal wieder indirekt zubereitet. Sonst sind wir ja immer nach der Marschroute unterwegs, erst angrillen und dann indirekt ziehen. Hier haben wir es diesmal andersherum gemacht.

Diesmal haben wir das Steak erst indirekt auf Kerntemperatur gezogen und dann zum finishen auf den Grill gelegt. Und auch bei der Zubereitung im Ofen bin ich diesmal anders verfahren. Sonst habe ich den Ofen immer bei Umluft betrieben. Nachdem ich nun aber von einigen Köchen gehört habe, dass Umluft das Fleisch austrocknen könnte, habe ich deren Rat befolgt und den Ofen diesmal mit Oberhitze betrieben.    

In Sachen Temperatur habe ich aber nix verändert. 110°C Ofentemperatur und dann schön indirekt auf 52°C Kerntemperatur hochgezogen. Warum diesmal aber nur 52°C? Ganz klar! Durch die nachträgliche Zubereitung auf dem Grill würde das Fleisch ja noch was an Temperatur zunehmen. Deswegen habe ich es leicht unter dem gewünschten Garpunkt aus dem Ofen genommen.

Anschließend noch ein kurzes Finish auf dem Grill und dann kurz Ruhen lassen. Das optische Ergebnis danach gab uns auf jeden Fall Recht, das dieses Mal alles richtig gelaufen ist und wir uns richtig auf das geschmackliche Erlebnis freuen durften.

Dann der erste Biss, das erste Mundgefühl. Ein tolles erstes Mundgefühl, zart und sehr angenehm. Doch irgendwie unaufgeregt!!! Geschmacklich hätten wir da im ersten Moment doch etwas mehr Emotion erwartet. Vom Fleisch allerdings, kam diese leider nicht. Dieses war, wir würden sagen, zwar würzig, aber geschmacklich eher so in die Richtung leicht bitter, leicht säuerlich.

Vielleicht war im Fett ja ein wenig mehr Emotion? Und tatsächlich!! Da war die uns fehlende Emotion drin. Eine Menge sogar. Das Fett war genau so, wie wir uns das gewünscht hatten. Schön süßlich und buttrig. Da war richtig gut Power drin.

Deswegen muss ich an dieser Stelle auch nochmals kurz zur Bewertung der Optik zurückkommen. Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass das Fleisch intramuskulär deutlich ausgeprägter wäre, dann kann ich mir gut vorstellen, dass das geschmackliche Ergebnis sicherlich nochmals ein besseres gewesen wäre.

So ist der geschmackliche Eindruck, zu mindestens vom Fleisch selbst, ein wenig getrübt. In Kombination mit dem Fett war das aber ok. Ich meine damit das Fett vom Fettauge und dem Fettdeckel.

UNSER FAZIT:

So hart dieses Fazit jetzt auch klingt, so ist dies unsere ganz eigene und persönliche Meinung. Für uns war das Aussehen hier deutlich besser als der Geschmack. Mit einem Preis von 59,90€ pro Kilo kommen wir da auch nicht überein. Für diesen doch eher faden/unaufgeregten Geschmack vom Fleisch ist das Fleisch nach unserem Empfinden doch etwas zu teuer.

 

„Zu Informationszwecken führe ich die Links der Firmen, die in diesem Beitrag genannt wurden, im Anschluss an diesen Text unten auf“

Unsere Wertung *

Erscheinungsbild:

8/10

Geschmack:

7/10

Preis/Leistung:

6/10

Gesamtwertung:

8,0/10

+1 für Ökologische Haltung

Gekauft bei

Die Steakschmiede

Preis pro KG

59,90 €

Herkunft

Australien

Weitere Fotos


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