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Beefscouts

Der Fleischblog

BESH - Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall

Alex geschrieben am 05.08.2017
  • gegründet 1988
  • Prinzip der bäuerlichen Selbsthilfe
  • Die Mission der BESH ist es, die Potentiale der Region in Wert zu setzen und diese Wertschöpfung den Menschen in der Region zugänglich zu machen

Bevor ich zu meinem Besuch bei der BESH komme, möchte ich an dieser Stelle erst einmal einen Dank aussprechen. Ich möchte Eberhardt Mann, kurz Hardy, vielmals danken, dass Er an diesem Tag so spontan war. Ohne Hardy könnte ich Euch heute nicht von diesem Besuch erzählen. Wäre Hardy nicht gewesen, hätte ich die BESH an diesem Tag ganz sicher nicht kennen gelernt. Warum fragt Ihr? Das erkläre ich Euch gerne im Folgenden. Nehmt Euch allerdings Zeit für diesen Bericht, denn mein Ausflug wurde länger, als erwartet. Vieeeeel länger.

Wo fange ich am besten mit meinem Bericht an? Eigentlich muss ich mindestens zwei Monate ausholen, um Euch die Situation zu erklären. Es ist ja nicht so als würde ich eine solche Reise antreten, ohne Sie vorher geplant zu haben. So auch nicht an diesem Tag. Bereits lange im Voraus hatte ich für den 09.06.2017 einen Termin bei der Firma "Kreutzers.eu" geplant. Nach meinem Besuch in Tübingen bei Yourbeef am 08.06.2017 war "Kreutzers" die perfekte Gelegenheit, für meine nächste Station auf meiner Reise quer durch Deutschland. Alles war geplant und nach meinem Besuch bei Yourbeef war ich bereits fest darauf eingestellt, dass mein nächster Halt Reutlingen sein würde, dort wo die Firma Kreutzers zu Hause ist. Leider erhielt ich in Tübingen dann aber eine Nachricht, dass mein Besuch am nächsten Tag leider nicht zu realisieren sei. Das war in diesem Moment natürlich erst einmal ein Schlag ins Gesicht. Doch was sollte es? Ich musste mir den Mund abputzen und eine Alternative suchen. Also habe ich nach meinem Besuch bei Yourbeef noch am selben Abend in einem Hotel in Tübingen eingecheckt und nach Alternativen für den nächsten Tag gesucht. Dazu habe ich meinen geologischen Standpunkt nach Alternativen in der Nähe abgesucht und ich wurde tatsächlich auch relativ schnell fündig. Nach meiner Suche landete ich im Blog von der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall, kurz BESH. In einem Artikel in dem Blog mit dem Thema "Besuchen Sie uns" lud die BESH zu einem Besuch der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft ein. Im Text stand dort folgendes:" Wer jetzt Lust auf einen Ausflug nach Hohenlohe bekommen hat, unseren Gästeführer Eberhard Mann erreichen Sie hier...." Genau in diesem Worten sah ich meine Chance, für den nächsten Tag noch etwas zu organisieren. Also schrieb ich Eberhard Mann einfach an, erklärte Ihm meine Situation und flehte nach einem Termin für den nächsten Tag. Was soll ich sagen? Harry hat tatsächlich sofort geantwortet und konnte mir noch am selben Abend einen Termin für den nächsten Tag einrichten. Mega, oder? Ich meine, es wäre ja nicht so gewesen, als hätte Harry selbst keine Termine gehabt. Bereits am 10.06.2017 wurde Er in Berlin erwartet. Dennoch hat Er sich die Zeit genommen und einen Termin vorab für mich eingerichtet. Harry, ich kann nur sagen, an diesem Tag warst du echt mein Held. Dir gebührt bereits an dieser Stelle ein riesen Dank. Danke, das du dir trotzt deines Terminkalenders und meiner spontanen Anfrage Zeit für mich genommen hast. Danke dafür Hardy.

Nachdem ich nun soweit ausgeholt habe, komme ich nun zu meiner eigentlichen Geschichte des Tages. Bitte, denkt nicht, dass der Artikel hier gleich enden würde, denn die Geschichte nimmt erst jetzt richtig Fahrt auf. Also nochmals die Bitte an Euch, nehmt Euch doch noch was mehr Zeit für diesen Artikel. Nachdem der Termin nun so spontan zu Stande gekommen ist, hatte ich um ehrlich zu sein natürlich nicht so viel Erwartungen an den Tag. Was sollte Hardy in der Kürze der Zeit schon organisieren können. Ich hatte zwar Hoffnungen, aber keine Bedingungen an diesen Tag. Ich wäre mit jedem kleinem Bisschen zufrieden gewesen, was Hardy hätte mir angeboten. Doch um es vorweg zu nehmen, was ich heute erlebt habe, das hätte ich sicherlich nicht erwartet. Ich kann mit Recht sagen und behaupten, dass ich einmal einen fast kompletten Einblick hinter die Kulissen der BESH bekommen habe. Im nachfolgenden Bericht erlebt Ihr eine Reise mit mir, die fast bis ins Herz der BESH stößt. Seid gespannt.

Beginnen möchte ich mit meiner Geschichte aber dort, wo ich Eberhard Mann das erste Mal getroffen habe, im Regionalmarkt Hohenlohe. Der Regionalmarkt Hohenlohe ist ein Marktzentrum mit einer 950 m² großen Markthalle, in welcher das gesamte Angebot an regional erzeugten Lebensmitteln zu finden ist. Wie groß dieses Sortiment eigentlich ist, war mir zu diesem Zeitpunkt gar nicht bewusst, denn alles was ich bisher von die BESH kannte, waren die Produkte vom Schwäbisch Hallischem Landschwein. Dass das Sortiment aber mehr als 4000 Artikel aus heimischer Erzeugung umfasst, das war mir zu keinem Zeitpunkt bewusst. Macht Euch das in diesem Moment mal bewusst. Über 4000 Artikel aus heimischer Erzeugung und ich kannte gerade mal 20!!! Das war schon echt krass. Auch, dass ich in dem Moment in dem ich Eberhard Mann getroffen habe, über allen stand. Ich stand förmlich über den Dingen, denn Harry begrüßte mich praktisch vom Dach des Regionalmarktes Hohenlohe. Von dort oben hatte ich einen prima Überblick über dem gesamten Markt und seine Produkte. Doch viel Zeit dieses zu realisieren hatte ich nicht, denn Harry hatte ein straffes Programm für mich geplant. Zum Anfang gab es deswegen eine kleine Einführung in die Geschichte der BESH. Hier erklärte mir Harry alles über die Geschichte der Entstehung und über den Gründer der BESH, Rudolf Bühler. Ich kann Euch das nicht alles im Detail erklären. Wenn ihr aber Bock auf die Geschichte habt, dann schaut mal unter: "https://www.besh.de/ueber-uns/geschichte/" Dort erfahrt Ihr alles, was Ihr Wissen müsst. Nach der Theorie gab es dann erst Mal Praxisunterricht in Form eines ordentlichen Mittagsessen. Verständlich, dass dieses aus Spätzle und Schnitzeln vom Schwäbisch Hallischem Landschwein bestand. Typische Spezialitäten aus der Region. Kurzes Fazit zum Mittagessen: "Ok, die Schnitzel waren mit einer Soße übergossen. Das mag ich natürlich nicht so sehr. Ich steh ja eher auf den Eigengeschmack." Dennoch war das Mittagessen mehr als "OK"!! Das war schon echt gut. Eine gute Grundlage für den Tag. Glaubt aber bitte nicht, dass die Situation an dieser Stelle beendet wäre, denn es ging noch weiter. So ein Regionalmarkt zieht natürlich die unterschiedlichsten Menschen an. Im Fokus stehen dabei aber natürlich die Menschen rund um die Region. Das bezieht natürlich auch die Bauern und Zulieferer mit ein. Deswegen kam es an dieser Stelle auch zu der Situation, dass Hardy während unserer Pause auch vom Bauer Bernd Ehrmann angesprochen wurde. Dieser lud uns ganz spontan zu einem Besuch auf seinen Bauernhof ein. Wir sollte uns dort doch mal seine Limousin-Herde ansehen. Noch bevor ich überhaupt antworten konnte, sagte Hardy dem Bauern zu und versprach, Ihm im Laufe des Tages zu besuchen zu kommen. Hardy hatte also mal so ganz spontan und kurzfristig einen neuen Termin für den heutigen Tag organisiert, noch bevor die eigentliche Reise begonnen hatte.

 

An dieser Stelle möchte ich gerne wieder einmal zurück zum Anfang meiner Geschichte kommen und erneut fragen: "Wo fange ich am besten mit meinem Bericht an?" Meine Antwort diesmal: "Am besten am Anfang!" Also fange ich erneut an, von Anfang an zu erzählen und zwar mit dem ersten geplanten Termin von Eberhard Mann. Erster Programmpunkt des heutigen Tages: Ein Besuch bei den Schwäbisch Hallischen Landschweinen. Dazu muss ich kurz eine Erklärung anreißen. Bei der BESH gibt es zwei Arten des Schwäbisch Hallischen Landschweins. Zum einen gibt es dort die normalen, herkömmlich gehaltenen Landschweine. An diese ranzukommen ist praktisch unmöglich, denn, diese Schweine leben in einem hermetisch abgeriegelten Areal, wo niemand fremdes Zutritt erhalten würde. Das hat einfach den Grund, dass durch die Abriegelung versucht wird, die Schweine vor Krankheitserregern von außerhalb zu schützen. Für mich im ersten Augenblick durchaus verständlich, weshalb ich das an dieser Stelle auch erst einmal nicht weiter erfragen möchte. Auf der anderen Seite gibt es aber die Eichelmastschweine. Diese leben im Gegensatz zu Ihren Brüdern voll und ganz im freien und leben einfach Ihr Leben. Auf einer riesen großen Grünfläche wird den Eichelschweinen alles geboten, was Sie so zum Leben brauchen. Eine Tränke, eine Suhle, ein ordentlicher Unterstand und vor allem ordentlich Futter. Wie solche Eichelschweine leben, das hat mir Harry an unserem ersten Halt ganz genau gezeigt. An einer Eichelmastweide mit integriertem Solarstall konnte ich mir ein genaues Bild davonmachen, in welchem Luxus die Eichelmastschweine der BESH aufwachsen. An dieser Stelle kann ich mit gutem Gewissen sagen, dass es den Schweinen an dieser Stelle an nix gefehlt hat. Ein toller Anblick, der mir natürlich auch ein gutes Gewissen verliehen hat. Hardy, das war ein guter Einstand. 

An der zweiten Anlaufstelle wurde es für mich doch etwas suspekt. Auf Hardys Terminplan stand nun ein Besuch der "Sonnenhof Gewürzmanufaktur"! "Was bitte, hatte der Besuch einer Gewürzmanufaktur mit der BESH gemeinsam?" Das war die Frage, die ich mir an dieser Stelle ernsthaft gestellt habe. "Es ergeht Euch doch an dieser Stelle genauso, oder?" Doch glaubt mir, die Erklärung für diesen Besuch ist so einfach wie genial. Betrachtet doch mal das Portfolio der BESH. Dieses umfasst nicht nur Fleisch, sondern umfasst zu einem viel größeren Teil auch Wurstwaren. Die BESH steht für Erzeugnisse rund um die Region Schwäbisch Hall, so auch in dem Fall von Wurstwaren. Doch um Wurst herzustellen bedarf es halt nicht nur Fleisch, sondern auch verschiedener Gewürze. Lange Zeit wurden diese von externen Lieferanten verarbeitet und in die Wurst untergemischt, doch irgendwann mal kam man bei der BESH auf die Idee, eigene Gewürze herzustellen. Deswegen gründete man ein Subunternehmen, die Ecoland Herbs & Spices Gewürzmanufaktur. Unter neuem und unabhängigem Label wurden unter der neuen Marke nun eigene Gewürze aus eigener Herstellung produziert und dann in der Wurst verarbeitet. Somit stammte von dort an alles aus eigener Produktion und auch die Wurstwaren waren von diesem Zeitpunkt an zu 100% aus Schwäbisch Hall. Ein Schachzug, den ich erst wirklich nach der Besichtigung der Ecoland Gewürzmanufaktur verstanden hatte. Im Nachgang aber so genial wie verständlich. Eine kurze Zwischenanmerkung an dieser Stelle, "Ich werde meine Gewürze zukünftig nur noch dort bestellen"! Ich habe dort live erleben dürfen, wo die Gewürze herkommen. Dieser Zwischenstopp war sicherlich mehr als überraschend, dennoch auch mehr als plausibel.

Danach ging es zu einer ganz kurzen Stippvisite in den Sonnenhof Hohenlohe. Hier wurde in den frühen 1980ern die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft durch den Vorsitzenden Rudolf Bühler gegründet. Mehr als ein bis zwei Fotos gibt es zu diesem geschichtsträchtigen Ort leider nicht. Auch zur Geschichte des Ortes kann ich Euch an dieser Stelle nicht ausreichend erzählen. Ich habe nach meiner Reise versucht, Infos dazu zu recherchieren, doch leider ohne Erfolg. Zur Entstehung der BESH im Detail gibt es leider keine ausführlichen Berichte. Daher muss ich Euch zu diesem Teil meines Besuches leider vertrösten, da ich hierzu nur sehr wenig Infos habe. Vielleicht könnt Ihr diesbezüglich mal selbst recherchieren. 

Also weiter zum nächsten Termin. Wie Hardy in der Mittagspause mit dem Bauern Bernd Ehrmann besprochen hatte, stand nun der Besuch der Limousin Herde von Bauer Ehrmann auf der Tagesordnung. Voller Stolz präsentierte uns dieser seine tolle Herde mit Limousin Rindern. Die Tiere von Bern Ehrmann werden hier nach Bio-Zertifizierung gehalten und sind ebenfalls an die BESH angeschlossen. Das bedeutet unter anderem, dass die Tiere sich auf Wiesen bewegen können und auch im Stall auf keinerlei Luxus verzichten müssen. Dazu gehört dann zum Beispiel ein Auslauf ins Freie und viel Tageslicht im Stall. Ein weiterer Grundsatz der Bio-Zertifizierung, die Tiere dürfen nur mit betriebseigenem Futter gefüttert werden. Tabu sind hingegen die Anbindehaltung und die Verwendung von Antibiotika, Hormonen und Masthilfen. Ich muss sagen, das war natürlich ein toller Eindruck als wir auf einmal mitten auf der Weide in mitten der Herde standen. Das gibt einen ein gutes Gefühl zu sehen, wie zufrieden die Tiere hier sind und wie gut es Ihnen hier geht. Davon konnte ich mich sprichwörtlich aus nächster Nähe überzeugen. Vielen Dank Herr Ehrmann, dass Sie uns das gezeigt haben.

Die letzte Station der Reise war dann die Zentrale der BESH in Wolpertshausen. Hier konnte ich mir einen Eindruck von der Größe des Areals machen, auf dem sich unter anderem ein Bauernmarkt, die Schlachterei, die Wurst- und Schinkenmanufactur, ein Labor für die Produktentwicklung, ein kleines IT-Gebäude, ein Betrieb und schlussendlich auch ein kleiner Werksverkauf befand. Um es an dieser Stelle gleich vorweg zu nehmen, hier sind wir aus zeitlichen Gründen leider nicht ins Detail gegangen. Gerne hätte ich Euch an dieser Stelle Bilder von der Schlachterei oder gerne auch aus dem Labor gezeigt, doch an dieser Stelle war Hardy´s Zeitfenster leider aufgebraucht. Für Ihn galt es nun, sich auf den Weg nach Berlin zu machen. Klar dass ich dafür Verständnis hatte, hatte ich seine Zeit doch schon mehr als genug beansprucht. Also musste ich mich dort ein wenig selbst umgucken und die einzige Möglichkeit Zutritt zu bekommen war an diesem Tag nur der Werksverkauf. Was heißt "nur"? Immerhin war die Auswahl dort mehr als großartig und ich hätte gerne was davon mitgenommen. Doch selbst wenn ich gewollt, ich hätte gar nichts dort kaufen können, denn der Kauf ist lediglich den Mitgliedern der BESH vorenthalten. Ätsch, schade aber auch. Naja, so tragisch war es aber auch nicht, denn ich war ja sowieso unterwegs und hätte das Fleisch ja gar nicht zubereiten können. Aber ich hätte definitiv gewollt, denn der Anblick war natürlich schon ganz nach meinem Geschmack. Vielleicht bei meinem nächsten Besuch der BESH.

Dieser wird übrigens gar nicht so lange hin sein. Ich habe nämlich gerade gesehen, das die BESH am Sonntag den 27. August ein Hoffest veranstaltet. Das sind zwar fast 400 Kilometer Strecke, aber ich überlege gerade ernsthaft, ob ich nicht dahinfahren sollte. Dann könnte ich mir den Bauernmarkt nochmals genauer angucken und weitere Infos in Erfahrung bringen. Was bleibt mir sonst noch zu sagen zu meinem Besuch bei der BESH? Eigentlich nicht mehr viel. An dieser Stelle lasse ich dann wohl lieber Bilder sprechen. Hardy, dir nochmals vielen Dank, das du dir trotz vieler Termine die Zeit für mich genommen hast. Vielleicht treffen wir uns am 27.08.17 ja wieder. Würde mich auf jeden Fall freuen. 

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