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Beefscouts

Der Fleischblog

Bürgermeisterstück US Black Angus

Alex geschrieben am 31.12.2017
  • Bürgermeisterstück, Hüftspitz, Pastorenstück, Tri Tip
  • stammt aus der Nische zwischen Hüfte und Kugel
  • vom US Black Angus Rind (Färse)
  • 5 Wochen dry aged gereift
  • vom Filetshop in Dortmund

Mit exakt diesem Stück, dem Bürgermeisterstück vom US Black Angus, begann am 08.08.2015 die erste Berichterstattung der Beefscouts. Dieses Stück Fleisch war damals das aller erste AHA-Erlebnis der Beefscouts und der Grundstein für die Entstehung der Beefscouts. Heute, mehr als zwei Jahre später, steht dieses Urgestein der Geschichte der Beefscouts endlich wieder auf dem Prüfstand. Wie es diesmal war? Lest es jetzt im folgenden Bericht. 

An dieser Stelle muss ich zugeben, dass gerade ich und Chris vor diesem Tasting doch schon ein wenig Gänsehaut hatten und auch ein wenig nervös waren. Immerhin war dieses Stück vor mehr als zwei Jahren der Grundstein für die Gründung der Beefscouts. Dieses Bürgermeisterstück war damals das AHA-Erlebnis nachdem wir beide damals beschlossen hatten, die Beefscouts zu gründen. Unglaublich, dass Das schon wieder mehr als zwei Jahre zurückliegt.

Natürlich hat sich auf dem Blog hier in der Zeit natürlich viel verändert. Wenn ich daran zurückdenke, was wir damals ja sowas von planlos waren, doch gleichzeitig auch sowas von aufgeregt, dann wirkt dieses Tasting heute fast schon wie Routine. Damals, es war ja unser erstes Tasting, hatten wir das Fleisch noch mit einem Rub gewürzt, nach einem Rezept, was wir aus dem Internet hatten. Doch schon bereits während unseres ersten Tastings wurde uns schon damals schnell klar, dieses Fleisch braucht keine Rubs oder Marinaden oder sonst welche Geschmacksverstärker. Dieses Fleisch war sowas von voller Eigengeschmack, dass wir danach sofort geschworen hatten, nicht mehr mit Rubs oder Marinaden zu arbeiten.

Bis auf ein oder zwei Ausnahmen hat das tatsächlich bis heute noch stand. Doch viel mehr ist von damals eigentlich nicht geblieben. Es hat sich so viel getan in der Zeit und auch so viel Neues entwickelt, das ist einfach unglaublich. Wenn ich jetzt mal so mit ein wenig Wehmut zurück blicke, dann bin ich echt stolz darauf, wo die Beefscouts heute stehen. Dafür möchte ich mich heute auch mal wieder bedanken.

Ich möchte mich bei den Lesern bedanken, für Euer Vertrauen und das Ihr jeden Tag so zahlreich vorbeischaut. Vor allem bedanken möchte ich mich aber wieder Mal bei David Schulten, dem Webdesigner und Gestalter dieser Seite. Ohne Ihn würde die Seite nicht existieren. Dafür kann ich Ihm einfach nicht oft genug danken. Vielen Dank dafür. Danke auch an Felix und Chris. Danke dafür, dass Ihr bei praktisch jedem Tasting mir zur Seite steht und mir helft, eine faire Beurteilung für das Fleisch zu finden. Ohne Euch würden die Tastings nur halb so viel Spaß machen. Ihr seid mit ein Teil der Beefscouts. So auch bei diesem Tasting wieder. Das wollte ich an dieser Stelle jetzt einfach mal loswerden. Bevor ich nun aber zu sentimental werde, mache ich lieber mit dem Tasting weiter.     

Wie eigentlich auch schon immer, beginnen wir an dieser Stelle mit der Bewertung der Optik. Um ehrlich zu sein können weder Chris noch ich mich an die Optik von damals erinnern, doch wir beide glauben, dass Das Bürgermeisterstück von damals sicherlich nicht so eine ausgeprägte Optik hatte, wie dieses, was im heutigen Tasting vorlag. Ich meine, guckt Euch doch mal bitte diese wunderschöne Marmorierung an, wie elegant die dem Faserverlauf entlang verläuft.

Dieses schöne Wechselspiel der Farben vom Fleisch und der intramuskulären Marmorierung. Wirklich wunderschön anzusehen. Genau auf Grund dieser Optik wollte ich das Stück unbedingt haben. Als ich es bei meinem Besuch im Filetshop in Dortmund im Juni erblickt hatte, habe ich mich sofort verliebt und gleich zugeschlagen. Diese Optik und dann die Geschichte zu diesem Stück Fleisch, da konnte ich einfach nicht nein sagen. Was beim Blick auf das Fleisch sonst noch sehr auffällig war, war dass das Fleisch selbst sehr hell wirkte. Gerade da, wo die Marmorierung sehr hoch war, hatte das Fleisch eine blasse, hellrote Farbe. Farblich hatte das fast schon Ähnlichkeit mit Schweinefleisch. Das war auf jeden Fall schon sehr auffallend. Ansonsten war es ein sehr solides Bürgermeisterstück, so wie man sich ein Bürgermeisterstück eben vorstellt. Ein dreieckiger Cut, welchem es auch den Namen Tri Tip verdankt, mit einem schönen durchgehenden, leicht gelblichen Fettdeckel und einer tollen Marmorierung. Dafür bekommt es in Sachen Optik sehr gute 9 von 10 möglichen Punkten.     

Bei der Zubereitung sind wir auch wieder den klassischen Weg gegangen. Erst scharf angebraten und dann in die indirekte Zone vom Grill gelegt. Die Temperatur vom Grill anschließend auf ca. 110°C reduziert und das Fleisch bei niedriger Hitze auf eine Kerntemperatur von 54°C gezogen. Zur Messung dessen haben wir uns wieder ein Thermometer zur Hilfe genommen. Das war schon alles. 

Nun aber meine Freunde, kommt der Augenblick der Wahrheit. Mit großem Trommelwirbel kommen wir nun zur Verkündung unserer Bewertung des Geschmacks. Für uns ein großer Augenblick, denn er führte uns schließlich zurück in die Vergangenheit. Sollte es diesmal wieder so ein AHA-Erlebnis sein? Der erste Anschnitt war jedenfalls bombe und gab Hoffnung auf Das. Leider muss ich an dieser Stell aber sagen, dass es hier diesmal nur optisch passte.

Geschmacklich war Das leider alles andere als ein AHA-Erlebnis. Trotz des hohen Fettanteils war das Fleisch alles andere als zart. Das Gegenteil war leider der Fall, das Fleisch war leider eher feste im Biss. Auch war das Fleisch nicht wirklich buttrig oder süßlich, was wir eigentlich auf Grund des Fettdeckels und der hohen Marmorierung erwartet hatten. Doch von beidem kam leider irgendwie nicht wirklich eine wahrnehmbare Geschmacksnote. Das war um ehrlich zu sein wirklich enttäuschend. Optisch hatte dieses Stück echt viel drauf und bekam dafür zu Recht fast die volle Punktzahl, doch geschmacklich war Das leider weit hinter den Erwartungen.

UNSER FAZIT:

Woran kann das nun gelegen haben, dass das Fleisch geschmacklich diesmal nicht gepasst hat bzw. dass Es uns nicht geschmeckt hat? Mhhhh. Auch dieses Tasting wirft wieder viele Fragen auf. Sind wir mittlerweile vielleicht schon zu verwöhnt? Ist das Ganze hier vielleicht einfach nur noch Routine? Oder ist unser Geschmacksempfinden einfach nur so verkrüppelt, dass wir nix mehr schmecken können? Auch nach diesem Tasting hinterfragen wir die bewerten Testmethoden und Bewertungskriterien. Gerade nach den letzten Tastings hinterfragen wir uns auch selbst. Ich denke das ist auch wichtig. Doch müssen wir auch sagen, machen wir eigentlich nix anders, wie wir es sonst auch immer gemacht haben und die Vergangenheit beweist ja auch, dass es doch immer noch Stücke gibt, die uns sehr wohl überzeugen können. Auch auf ganzer Linie. Wir sind auf jeden Fall etwas ratlos, was dieses Tasting angeht, sind dann aber doch vielleicht auch einfach so ehrlich zu uns selbst und müssen einfach sagen, dass es uns einfach nur nicht geschmeckt hat.

Für dieses Jahr schließen wir das Thema nun aber und beenden mit diesem Bericht das Jahr 2017. Im Namen der Beefscouts bedanke ich mich auch an dieser Stelle nochmals bei Allen Menschen da draußen, die den Blog lesen und unterstützen. Ich wünsche Euch einen guten Rutsch ins neue Jahr. Kommt gut rüber.

Unsere Wertung *

Erscheinungsbild:

9/10

Geschmack:

6/10

Preis/Leistung:

6/10

Gesamtwertung:

8,0/10

+1 für Ökologische Haltung

Weitere Fotos


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