× Diese Webseite verwendet Cookies. Mit der Nutzung der Seite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Einzelheiten entnehmen Sie bitte den Datenschutzbestimmungen.

Beefscouts

Der Fleischblog

Cote de Boeuf von der Grand-Mu

Alex geschrieben am 26.07.2017
  • Fleisch von der Simmentaler Kuh
  • von der alten fetten Gand-Muh (Schlachtalter acht bis zehn Jahre)
  • Dry Aged Beef aus der Carnothek
  • vier bis zwölf Wochen gereift
  • gilt als besonders geschmacksintensiv

Nachdem T-Bone Steak von der Grand-Mu von der Metzgerei Der Ludwig, ist das Cote de Boeuf nun das zweite Stück Fleisch, was sich nach meinem Hausbesuch der Metzgerei im Beefscouts-Testlabor beweisen musste. Wie auch schon beim T-Bone Steak, hat es sich hier um einen Cut von der Grand-Mu gehandelt. Dabei handelt es ich um Fleisch von alten Kühen, die zwischen acht und zwölf Jahre alt wurden und mehrmals gekalbt haben. Das Fleisch dieser alten Kühe gilt als grobfaserig und herrlich zart. Der intramuskuläre Fettanteil hat sich hier über Jahre hinweg ausprägen können und soll dem Fleisch einen gewissen Buttermilchgeschmack verleihen. Die anschließende Reifung in der Carnothek sollte dem Fleisch zusätzlich Geschmack verleihen. Ob dies auch der Fall war, das sollte unser folgender Test herausfinden.

Der erste optische Eindruck hier war jedenfalls großartig. Klar könnte ich jetzt wieder loslegen und sagen, ich bin kein Fan von Roastbeef und finde auch, dass der Knochen hier total überflüssig ist. Diese Bewertung findet aber nicht allein auf Grund meiner persönlichen Eindrücke statt, sondern setzt sich aus der Meinung von mehreren Testern zusammen, die die Optik folgender Maßen bewertet haben. Alle drei sind wir zu dem Ergebnis gekommen, das die Optik dieses Cote de Boeuf wirklich sehr aufregend war. Normalerweise vergleichen wir zwar keinen Test mit dem anderen, doch müssen wir hier klar sagen, dass das Cote de Boeuf hier wesentlich aufregender war, als das T-Bone Steak von der Grand-Mu. Das war in Sachen Marmorierung gar kein Vergleich. Dieses Cote de Boeuf, Clubsteak oder auch Roastbeef am Knochen genannt, war wesentlich stärker marmoriert als das zuvor getestete T-Bone Steak von der Grand-Mu. Der optische Eindruck war hier von Anfang an viel besser und machte richtig Bock auf das Tasting. In unserer Bewertung hat dies deshalb auch Anklang gefunden und so können wir hier in Sachen Optik glatte und ehrliche 7 von 10 möglichen Punkten geben. Wenn das geschmackliche Ergebnis dem nun nachziehen sollte, dann wären wir sehr zufrieden.

Bei der Zubereitung haben wir es diesmal genau anders herum gemacht, als beim T-Bone Steak. Dieses hatten wir erst scharf angebraten und dann auf Zieltemperatur im Ofen ziehen lassen. Beim Cote de Boeuf haben wir genau anders agiert. Dieses haben wir zu erst im Backofen auf eine Kerntemperatur von 52°C gezogen und dann erst scharf angebraten und mit Röstaromen versehen. Die Herangehensweise war zwar unterschiedlich, das Ergebnis dennoch nahezu identisch. Sowohl optisch als auch geschmacklich.   

Geschmacklich sind wir damit auch wieder bei dem Punkt angekommen, der einfach alles entscheidet. Was soll ich Euch jetzt an dieser Stelle anderes erzählen, als die Wahrheit. Die Wahrheit sieht einfach so aus, das auch dieses Steak unsere Erwartungen leider Gottes nicht erfüllt hat. Auch dieser Cut war leider eine Enttäuschung und hat nicht das geliefert, was es optisch versprochen hat. Das Fleisch war sicherlich leicht säuerlich und auch sehr saftig und zart, dennoch war das Fleisch in Sachen Geschmack eher mild und zurückhaltend. Der Geschmack vom Fleisch war eher dürftig und hat nicht das erfüllt, was es erhoffen lassen hat. Lediglich das Fett konnte geschmacklich das liefern, was die Erwartungen geschürt hatten. Das war wirklich nussig im Geschmack und bot einen Geschmack, den ich seit langem nicht mehr schmecken durfte. Das Fett war an dieser Stelle wirklich hervorragend und ganz klar der herausragendste Teil dieser Bewertung. Hier war der Geschmack am deutlichsten zu schmecken. Diese Intensivität hätten wir uns auch im Fleisch gewünscht. 

UNSER FAZIT:

Auch dieses Stück Fleisch hat im Ergebnis nicht das abgeliefert, was es optisch versprochen hat. All unsere Hoffnungen auf Grund der Optik und des Names waren null und nichtig. Lediglich der Fettdeckel konnte geschmacklich liefern, was wir erwartet hatten. Das Fleisch konnte es leider nicht und war unter unseren Erwartungen. Mit einem Preis von 61,38€ pro Kilo und unserer einheitlichen Bewertung bekommt es in Sachen Preis-/Leistungsverhältnis auch nur eine Bewertung von gerade mal 5 von 10 möglichen Punkten. Das ist in unserem Bewertungssystem fast nicht mal mehr Mittelmaß. Das war natürlich sehr schade und ernüchternd. So hatte ich mir die Ergebnisse sicherlich nicht gedacht und gewünscht. Bei der Zubereitung sind uns sicherlich keine Fehler unterlaufen und das Tasting ist so abgelaufen, wie wir es immer halten. Sicherlich waren unsere Erwartungen mal wieder sehr hoch, vielleicht ist es daran gescheitert, aber sind wir mal ehrlich. Namentlich erweckt dieses Stück Fleisch einfach Erwartungen und gerade das Cote de Boeuf hat auch optisch was hergemacht. Was ist dann daran verkehrt, eine gewisse Erwartung zu haben? Nein, in diesem Fall müssen wir einfach sagen, dass das Fleisch einfach nicht unseren Nerv getroffen hat und in unseren Augen geschmacklich einfach nur lau war.   

Unsere Wertung *

Erscheinungsbild:

8/10

Geschmack:

6/10

Preis/Leistung:

5/10

Gesamtwertung:

7,3/10

+1 für Ökologische Haltung

Gekauft bei

Metzgerei Der Ludwig

Preis pro KG

61,38 €

Herkunft

Deutschland

Weitere Fotos


Das könnte Sie auch interessieren