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Beefscouts

Der Fleischblog

Damwildfilet

Alex geschrieben am 14.12.2016

In unserem zweiten Test zum Thema Wildfleisch beschäftigen wir uns diesmal mit Damwildfilet. Nachdem der Mufflonrücken eine wirkliche Überraschung für uns war und uns geschmacklich sehr gemundet hat, sind unsere Erwartungen an das Damwildfilet mindestens genauso hoch.

Wenn man so ein Damwild sieht, könnte schnell der Verdacht aufkommen, dass es sich hierbei um ein Reh handelt. Auch wir würden den Unterschied auf dem ersten Blick nicht erkennen. Beide Arten, sowohl das Rotwild als auch das Damwild gehören zu der Familie der sogenannten „echten Hirsche“ und sind in deutschen Wäldern anzutreffen. Beide Wildarten ernähren sich von Gräsern, Laubtrieben, Kräutern, Knospen, Beeren und Mais. Der erkennbare Unterschied liegt in der Größe der Tiere und der Farbe des Fells. Das Damwild hat einen kürzeren Hals und kürzere Beine und ist damit kleiner als das Rotwild. Die Paarhufer bilden ein schaufelförmiges Geweih aus, das nicht si verzweigt ist wie beim Rothirsch. Ein weiteres charakteristisches Merkmal sind die weißen Flecken im rötlichbraunen Fell. Auch Bauch und Innenseite der Beine sind meist weiß. Spätestens hier erkennt dann auch der Laie den Unterschied vom Rotwild und dem Damwild.

Der oben genannte Größenunterschied macht sich natürlich auch bei den Cuts bemerkbar. Die vier Filetstreifen, die uns hier erreicht haben, waren wirklich klein. Nichts für den großen Hunger, eher Fingerfood. Auch hier haben wir bei der Optik wieder Kritikpunkte, die wir nicht verschweigen wollen. Wie auch beim Mufflonrücken, war auch das Damwildfilet mit einer Silberhaut überzogen. Zwar nicht so krass wie beim Mufflon, dennoch mussten wir auch hier erst einmal das Fleisch parieren. Was aber diesmal noch viel suspekter war, dass das Fleisch mit einem Glibber-artigen Schleim überzogen war. Das war echt unappetitlich und wild. Hier mussten wir die Filetstück erst einmal unter fließendem, kaltem Wasser waschen und putzen. Das gab bei der Optik natürlich Abzüge, weshalb wir hier heute nur 6 wohlwollende Punkte vergeben. Wir finden, das Fleisch sollte schon sauber sein, wenn es versendet wird. Ansonsten bleibt zur Optik nicht viel zu sagen. Dunkel rotes Fleisch, dünne Filetstreifen, schlichtes Erscheinungsbild. Optisch einfach kein Highlight.

Das Fleisch haben wir, wie auch schon das Mufflon, in der Pfanne kurz und scharf angebraten. Hier der Hinweis: Wirklich nur kurz und scharf. Die Filetstreifen waren so dünn und mager, dass sie schnell austrocknen könnten. Also lieber Vorsicht bei der Zubereitung walten lassen. Das Fleisch darf im Kern noch schön rosa sein. Das Tier wurde nach der Jagd von einem Amtstierarzt untersucht und beschaut. Hier besteht also keine Gefahr, auch wenn das Fleisch noch rosa ist.

Sicherlich spielt die Optik immer eine untergeordnete Rolle in so einem Test, dennoch ist Sie Bestandteil unserer Tasting und hat damit auch Einfluss auf das Gesamtergebnis. Was letzten Endes aber zählt, ist was auf dem Teller landet und wie es dann letzten Endes schmeckt. Den am Schluss zählt doch immer nur der Geschmack und der war hier wieder mal viel besser, als die Optik am Anfang es vermuten lassen hat. Wir sind froh, dass uns das Damwildfilet so positiv überrascht hat. Das war gar nicht so „laff“ wie man das vom Filet kennt, sondern richtig intensiv im Geschmack. Das war würzig, das war kernig und richtig intensiv im Geschmack. Ein schöner, leicht leberartiger Eigengeschmack. Toll!! Ein tolles Mundgefühl.

UNSER FAZIT

Auch wenn die Optik es anfangs nicht hat vermuten lassen, dieses Fleisch war eine wirkliche Delikatesse. Optisch mit Mängeln und nicht so schön anzuschauen, holt es geschmacklich eine ganze Menge wieder raus. Wir hätten nicht erwartet, dass diese kleinen Filetstreifen so geschmacksintensiv sein könnten. Insgesamt ein tolles Produkt aus freier Wildbahn zu einem fairen Preis, der unserer Meinung nach absolut gerechtfertigt ist. Vielen Dank, das wir dies probieren durften.

Unsere Wertung *

Erscheinungsbild:

6/10

Geschmack:

8/10

Preis/Leistung:

9/10

Gesamtwertung:

8,7/10

+1 für Ökologische Haltung

Preis pro KG

39,90 €

Herkunft

Deutschland

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