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Beefscouts

Der Fleischblog

Dicke Rippe vom Duroc Schwein

Alex geschrieben am 23.05.2018

Eigentlich war ich ja bis heute der Meinung, dass ich mit meinem kleinen Napoleon Travel Q Gasgrill keine Long Jobs machen kann. Deshalb habe ich die sogenannten BBQ-Stücke wie zum Beispiel das Brisket oder die Beef Ribs in den vorherigen Versuchen immer Sous Vide zubereitet. Das erschien für mich viel einfacher und konstanter. Doch heute wollte ich mich endlich mal der Herausforderung stellen und meinen kleinen Gasgrill doch endlich mal auf die Probe stellen. Das Ergebnis dazu präsentiere ich Euch im folgenden Beitrag.

Wisst Ihr, als ich mir vor gut zwei Jahren den kleinen Napoleon Travel Q gekauft habe, da steckte mein Blog noch in den Kinderschuhen. Ich wollte einfach nur ein paar Steaks grillen und meine neu entdeckte Leidenschaft teilen. Damals habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, über 800°C, 900°C oder gar 1000°C Grills oder Smoker oder sonstige Grillgeräte die es heute alle so gibt. Mittlerweile gibt es zu jedem Steak ja praktisch das passende Grillgerät.

Ich muss an dieser Stelle fairerweise zugeben, dass auch ich über eine solche Anschaffung immer mal wieder nachgedacht habe. Der Beefer hat mich lange Zeit gereizt und auch der neue O.F.B. von Otto Wilde stand letztes Jahr lange Zeit vor Weihnachten noch auf meinem Wunschzettel. Die Bilder im Internet von diesen wahnsinnigen Röstaromen haben mich echt beeindruckt.

Doch dann war ich zu Besuch im Hohoffs 800°, wo einer dieser Mega-Grills mit Temperaturen von 800°C aufwärts stand und durfte dort ein paar Stücke Fleisch aus dem Höllenfeuer probieren. Diese Erfahrung hat meine Meinung zu den Hochtemperaturgrills deutlich verändert. Sicherlich ist das jetzt eine Geschmacksfrage, doch mir waren das deutlich zu viele Röstaromen. Was mich daran störte war, dass der Eigengeschmack vom Fleisch praktisch verloren ging und nur noch die Röstaromen im Vordergrund standen.

Warum ich Euch das erzähle? Weil es meine Meinung zu diesen Hochtemperaturgrills geändert hat. Nach diesen Erlebnissen sind sowohl der Beefer als auch der O.F.B. von meiner Wunschliste gestrichen worden. Das war ein prägendes Erlebnis, was mich meinen kleinen Napoleon Travel Q wieder schätzen lassen hat. Natürlich könnte die Temperatur manchmal ein wenig höher sein, manchmal könnte ich auch ein wenig mehr Platz gebrauchen. Doch in all der Zeit hat er dennoch immer seinen Dienst getan.

Also wollte ich Ihm heute mal meinen Respekt und mein Vertrauen erweisen und gemeinsam mit Ihm eine neue Herausforderung angehen. Die Dicke Rippe vom roten Duroc Schwein sollte seine Feuertaufe in Sachen BBQ und Long Job werden.   

Der Versuchsaufbau dazu war wie folgt:

- An meinem Grill habe ich lediglich einen Brenner auf niedrigster Stufe eingeschaltet

- In der Mitte des Grills habe ich eine einfache Aluschale platziert, in die ich anschließend Wasser hineingefüllt habe

- Über die Aluschale habe ich dann einen Edelstahlrost gelegt, wo ich dann das Fleisch drauf platziert habe

- Das Fleisch habe ich natürlich weder gerubbt noch mariniert, sondern einfach naturbelassen

- Zur Kontrolle habe ich dann sowohl das Fleisch, als auch die Aluschale mit einem Thermometer versehen, um die Temperaturen während der Zubereitung kontrollieren und messen zu können

Das war dann auch schon alles. Mehr habe ich gar nicht gemacht. Klingt einfach, war es auch.

Viel schwieriger dagegen wahr das Warten und meine Geduld zu Bewahren. Wie gerne hätte ich während des Zubereitung mal den Grill geöffnet um zu sehen, wie sich das Fleisch so entwickelt hat. Doch ich hatte mir fest vorgenommen, den Deckel über den gesamten Prozess geschlossen zu halten. So wollte ich vermeiden, dass die Temperatur innerhalb des Grills wieder absinkt und der Garprozess so vielleicht unterbrochen wird.

Also hieß es warten. Wie lange? Nun, das konnte ich vorher nicht einschätzen. Angepeilt war eine Kerntemperatur von 78-80°C. Wie lange das allerdings dauern würde, das wusste nur das Fleisch selbst. Der Grill jedenfalls, hat über die gesamte Zeit hinweg fast konstant seine 120°C gehalten. Mal war er 1°C drüber, mal 3°C drunter, aber immer so um die 120°C. Das fand ich echt erstaunlich und hätte ich dem kleinen auch gar nicht so zugetraut.

Es verging die erste Stunde und das Fleisch stieg relativ schnell auf 56°C Kerntemperatur an. Da dachte ich noch: „Super, ist ja schneller fertig als gedacht!“. Doch dann kam die zweite Stunde und die Temperatur stieg langsamer, deutlich langsamer. Nach genau zwei Stunden stand das Thermometer dann auf 63°C. Nach drei Stunden waren es dann 69°C und nach vier Stunden dann endlich schon 75°C.

Das es nach dem Sprint zu Beginn dann doch eher ein Marathon werden würde, das hätte ich nicht gedacht. Auch nach vier Stunden und 75°C hat es nochmals eine halbe Stunde gedauert, bis endlich die 78°C Kerntemperatur erreicht waren. Für mich war das jetzt lang genug und endlich Zeit, mir das Ergebnis anzusehen. Draußen war es auch schon dunkel geworden und mein Hunger und auch meine Geduld waren am Ende. Wie würde das Fleisch aussehen? Die Spannung war groß! 

Ok, Sieht doch schon mal ganz spannend aus auf dem ersten Blick. Die Lichtverhältnisse könnten etwas besser sein und vielleicht auch die Beleuchtung, ansonsten sieht das aber schon ganz OK aus. Ich hefte unten einfach nochmals ein Bild mit besserer Beleuchtung an !!!

Jetzt könnt Ihr auch was erkennen und Euch ein Bild vom Ergebnis machen. Wie ist Eure Meinung dazu? Gefällt Euch, was Ihr da seht? Für mich war das Ergebnis jedenfalls äußerst überraschend. Natürlich ist das optische Ergebnis aus dem Smoker sicherlich ein anderes und hatte wenig mit dem meinem gemeinsam, dennoch war ich mit meinem Ergebnis sehr zufrieden. Der erste optische Eindruck war sogar besser als gedacht.

Und Es wurde noch besser. Nach dem aufschneiden, welches mir anfangs einige Probleme bereitet hatte, weil ich in zu erst in den Knochen geschnitten hab („Ja, da habe ich mich ein wenig blöd angestellt ;-) !!“), offenbarte sich mir das wohl perfekte Ergebnis. Schaut Euch mal bitte im unteren Bild an, wie saftig das Fleisch war. 

So sollte das wohl sein, so hatte ich das zu mindestens in unzähligen Videos gesehen. Der Saft floss förmlich aus dem Fleisch. Mega Geil. Und wisst Ihr was mich fast noch mehr beeindruckt hatte? Der so genannte Smoking Ring. Ich meine damit diesen rosa Rand um dem Fleisch.
Ich weiß gar nicht ob ich das bei meinem Versuch überhaupt so nennen darf, da ich ja weder mit Rauch noch mit sonst irgendwas gegart habe. Ich habe ja lediglich mit der Hitze vom Grill gearbeitet. Ist es dann überhaupt ein Smoking Ring? Gibt es ohne Rauch dann eine andere Bezeichnung dafür? Ich habe jedenfalls keine andere. Ist ja aber auch egal.

Was ich meine ist jedenfalls dieser rosa Rand, der das Fleisch im äußeren Bereich ummantelt hat.

Ob es denn auch geschmeckt hat wollt ihr wissen? Ja meine Freunde, aber Hallo!!! Das Fleisch sah nicht nur saftig aus, es schmeckte auch so. Ich kann Euch sagen, für mich war Das, das perfekte Ergebnis.

MEIN FAZIT:

Nie wieder werde ich meinen kleinen Napoleon Travel Q in Frage stellen und Ihm Dinge nicht zutrauen. Ganz im Gegenteil. Dieser Versuch hat mich dazu animiert, demnächst noch mehr Dinge gemeinsam mit Ihm zu unternehmen.  Das hier erzielte Ergebnis ist meiner Meinung nach unter den genannten Bedingungen für mich ein Perfektes.

 

„Zu Informationszwecken führe ich die Links der Firmen, die in diesem Beitrag genannt wurden, im Anschluss an diesen Text unten auf“

Gekauft bei

Bauernhof Hütter

Preis pro KG

6,95 €

Herkunft

Deutschland

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