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Beefscouts

Der Fleischblog

Entrecote von Chateau Boeuf

Alex geschrieben am 08.02.2017

Es liegt schon ein wenig länger zurück, dass wir uns das letzte Mal mit Jungbullenfleisch beschäftigt haben. Nicht etwa, weil man es uns nicht angeboten hätte, sondern weil unsere letzten Erfahrungen, sagen wir, nicht ganz so positiv waren. Hier fehlte es einfach immer an Geschmack. Mal sehen, wie das heute werden würde.

Die Marke „Château Boeuf“ ist ein Markenfleischprogram, das für erstklassiges Jungbullenfleisch aus Frankreich steht. Dieses Fleisch unterliegt strengsten Kontrollen und sichert durch ein umfassendes Qualitäts- und Sicherungsprogramm lückenlose Rückverfolgbarkeit- vom landwirtschaftlichen Betrieb bis zum Point of Sale. Dabei werden alle Prozesse von der Aufzucht bis zum POS durch die SGS (Die SGS SA mit Sitz in Genf ist ein international tätiger Schweizer Warenprüfkonzern. Die SGS bietet Dienstleistungen in den Bereichen Prüfen, Verifizieren, physikalisches Testen und Zertifizieren.)  unabhängig überwacht und kontrolliert. Es dürfen nur von Château Boeuf geprüfte und darüber hinaus persönlich bekannte Betriebe und bäuerliche Erzeugergemeinschaften ihr Fleisch liefern. Somit soll eine größtmögliche Transparenz und Sicherheit bei maximaler Qualität gewährleistet werden. Château Boeuf verzichtet bewusst auf reine Milchrassen und wählt nur das wertvollste Fleisch der Rassen Charolais, Blonde Aquitaine, Limousin, Normand oder Salers aus. Das sehen wir natürlich wieder etwas kritisch, denn hier müssen wir wieder einmal hinterfragen, wie man so eine gleichbleibende Qualität und Geschmack gewährleisten will, wenn man jedes Mal Fleisch von einer anderen Rasse bekommt. Wir waren also gespannt, was uns hier erwarten würde. Es sollte auf jeden Fall überraschend werden.

Die erste Überraschung war gleich einmal der große Cut. Natürlich war es ein Entrecote, jedoch muss dieses von einem großen Rind gewesen sein. Verglichen mit dem Entrecote von Scotland Hills, war dieses fast doppelt so groß. Allerdings war das Entrecote vom Jungbullen hier nicht so ansehnlich, wie das vom schottischen Ochsen. Das Fleisch hier, war noch nicht so fest in seiner Struktur und Konsistenz und wirkte noch sehr grobfaserig. Farblich war es eher hell und auch nur wenig intramuskulär marmoriert.  Auch das Fettauge war noch so gar nicht ausgeprägt und nur sehr klein. Eben typisch für Jungbullenfleisch das erst 18 bis 24 Monate alt ist. Optisch gab es da auf jeden Fall noch ein wenig Nachholbedarf.

Die Zubereitung halten wir heute mal kurz. Hier haben wir wieder nach der Methode von Jack O´Shea gehandelt und das Fleisch unter ständigem wenden auf dem Grill zubereitet. Ganz nach Gefühl und ohne Fleischthermometer oder so.

Heute war es mit dem Gefühl dann auch mal wieder besser und der Garpunkt war so getroffen, wie wir uns das wünschen. Von außen ordentlich Röstaromen und im Kern noch rosa. Schließlich ist das Auge immer auch mit. Was nach dem ersten Anschnitt auch zu erkennen war, war der grobe Faserverlauf. Auch jetzt wirkte es so, als wenn die Muskelstruktur noch sehr weich und lose in seiner Struktur und Konsistenz wäre. Was optisch noch etwas suspekt wirkte, war geschmacklich jedoch viel besser. Das Fleisch hatte, obwohl es sehr mager wirkte, einen festen Biss und machte ein gutes Mundgefühl. Hier war schon eine leichte Rindfleischnote wahrnehmbar, was uns doch etwas überraschte, aber als positiv gewertet werden muss. Überraschend insofern, dass wir die Intensität so nicht erwartet hatten. Negativ war hier lediglich eine leicht eisenhaltige Note, die wir aber auf die Reifemethode im Vakuumbeutel zurückführen würden. Das hat man bei dieser Methode schon mal, mal mehr und mal weniger ausgeprägt.

UNSER FAZIT

Nach unseren letzten, sagen wir nicht so positiven Erfahrungen mit Jungbullenfleisch, war das mal eine sehr positive Erfahrung. Natürlich kann das Fleisch mit einem Schlachtalter von 18-24 Monaten noch nicht ausgeprägt im Geschmack sein. Deswegen haben wir es zuletzt auch immer abgelehnt, Fleisch vom Jungbullen zu verkosten, weil es uns einfach an Geschmack fehlte. Hier war das aber überraschend anders, denn dieses Fleisch hatte schon „relativ“ viel Geschmack für Jungbullenfleisch. Hier würden wir sogar so weit gehen und sagen, dass wir geschmacklich einem weiteren Kauf sicherlich nicht abgeneigt wären. 

Unsere Wertung *

Erscheinungsbild:

6/10

Geschmack:

7/10

Preis/Leistung:

7/10

Gesamtwertung:

7,7/10

+1 für Ökologische Haltung

Gekauft bei

Albert Rauch GmbH

Preis pro KG

24,90 €

Herkunft

Frankreich

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