× Diese Webseite verwendet Cookies. Mit der Nutzung der Seite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Einzelheiten entnehmen Sie bitte den Datenschutzbestimmungen.

Beefscouts

Der Fleischblog

Hanging Tender vom Red Heifer

Alex geschrieben am 03.01.2018
  • Hanging Tender, Nierenzapfen, Kronfleisch, Onglet, Hanger Steak, Thick Shirt oder Lombatello
  • Cut aus dem Zwerchfell
  • zweiteiliger, weicher und grob strukturierter Muskel
  • von einer 24 Monate alten Red Heifer Färse
  • 2 Wochen wet aged 

Hallo alle miteinander und herzlich Willkommen im Jahr 2018! Schön Euch alle wiederzusehen und auch in diesem Jahr wieder hier begrüßen zu dürfen. Es kommt mir vor, als wäre es erst gestern gewesen als ich gemeinsam mit Chris den Blog gegründet habe, doch wenn ich so zurückblicke dann muss ich feststellen, dass Das nun schon fast 2 1/2 Jahr zurückliegt. Wie doch die Zeit vergeht. Was aber nicht vergeht, ist seit diesem Zeitpunkt auch nur ein Mittwoch ohne die Veröffentlichung eines Tastings. Damit möchte ich natürlich auch in diesem Jahr fortfahren und präsentiere Euch deshalb auch heute wieder ein Tasting. 

Doch bevor ich Euch den heutigen Gast genauer vorstelle, möchte ich vorab eine kleine Abänderung im Ablauf der Bewertung bekannt geben. Diese Änderung wird meine Berichterstattung zwar nicht verändern, aber Sie wird hoffentlich den Ablauf und die Beurteilung der Cuts verändern. Im letzten Jahr habe ich mich mit meinen Mittestern Chris und Felix, gerade in der letzten Zeit, ja immer wieder selbst hinterfragt. Es kam für uns die Frage auf, ob wir über die Jahre hinweg vielleicht etwas abgestumpft sind bzw. ob diese Tastings vielleicht zu sehr zu Routine geworden waren.

Grund für unsere Gedanken waren die doch sehr häufig mangelnden Ergebnisse aus unserer Sicht in letzter Zeit. Vielleicht waren unsere Erwartungen ja mittlerweile auch schon zu hoch? Deswegen haben wir uns für die Zukunft und alle nun folgenden Tastings etwas Neues für die Bewertung überlegt. Chris und Felix werden in Zukunft keinerlei Infos mehr darüber bekommen, welches Fleisch sich heute im Tasting befindet. Sonst hatte ich beide bereits vorab über Rasse, Herkunft, Reifung, Preis etc. informiert.

Dies ließ die Frage aufkommen, ob ich dadurch nicht evtl. bereits vorab Erwartungen/Hoffnungen schüren würde und dadurch bereits im Vorfeld Einfluss auf die Bewertung nehmen würde. Ab dem heutigen Tag werden die beiden nun keinerlei Infos mehr bekommen, sondern erhalten die Infos erst nach dem Tasting und der Bewertung. Wir sind selber schon sehr gespannt, ob wir Uns durch dieses Experiment nicht wieder selbst verbessern können und so endlich wieder bessere Ergebnisse erzielen können. Hoffentlich klappt das.

Kommen wir nun aber zu unserem heutigen Testkandidaten, dem Red Heifer Hanging Tender von Eatventure. Auch bei diesem Stück zeigt sich gerade für mich persönlich, wie schnell doch die Zeit vergeht. Dieses Hanging Tender stammt noch von meinem Hausbesuch bei Eatventure aus dem März 2017. Damals war Eatventure das letzte Ziel meiner Reise durch Deutschland. Man könnte sagen, dass diese Reise damals meine erste richtige Dienstreise war. Wie gerne erinnere ich mich daran zurück und auch an den Besuch bei David. Ein wirklich beeindruckender Mensch mit einem tollen Konzept. Wenn man betrachtet, das Eatventure damals selbst auch noch in den Kinderschuhen steckte und auch gerade erst am Anfang war, dann ist es echt erstaunlich, wie schnell sich Eatventure weiterentwickelt hat und was David innerhalb der kurzen Zeit heute daraus gemacht hat.

Ich denke auch, ich sollte Ihm bald mal wieder einen Besuch abstatten. In seiner Firma wird sich sicherlich auch wieder einiges seit meinem Besuch getan haben. Ich habe es mir auf jeden Fall vorgemerkt und für die Zukunft notiert.

Noch eine Tatsache die erstaunlich ist, ist das es dieser Cut bereits das zweite Mal in das Beefscouts Testlabor geschafft hat. Bereits im Juni 2016 hatte ich hier ein Red Heifer Hanging Tender zu Besuch. Damals trug dieses allerdings noch ein anderes Logo aus früheren Zeiten von David Schrand. Mit einer Gesamtwertung von 9 von 10 möglichen Punkten hatte dieses bereits damals außerordentlich gut abgeschlossen. Ob das heute auch wieder der Fall sein würde?  Felix, Chris und ich waren darauf jedenfalls sehr gespannt.

Auch wenn wir hier heute das erste Mal eine "Blindverkostung" nach neuer Bewertungsmethode machen und ich vorab keinerlei Infos zum Cut Preis gegeben habe, so ein Hanging Tender erkennt jeder auf den ersten Blick. Da muss keiner groß Rätsel raten. Das Hanging Tender ist ein zweiteiliger, weicher und grob strukturierter Muskel des Bauchfells der am Zwerchfell des Rindes sitzt. Er dient dort als Stützmuskel des Zwerchfells und ist sehr selten, denn, er kommt nur einmal pro Rind vor. Optisch bezeichne ich diesen Cut immer gerne als Charakterstück, denn wen man sich dieses Hanging Tender mal so betrachtet, dann sticht es doch sehr aus der Masse hervor. Das war ein ordentliches Stück Fleisch mit genau der richtigen Größe für uns drei Männer. Grob, markant und wild. Yeah!!!!

Wer sich an den Bericht von damals erinnern kann oder nochmals nachgelesen hat, der kann sich daran erinnern, dass wir das Hanging Tender damals als ganzes Stück zubereitet hatten. Das war damals irgendwie die falsche Herangehensweise, denn im Nachhinein stellte sich heraus, dass es einfacher gewesen wäre, hätten wir damals die Sehne vorab entfernt. Nach dem Grillen war das damals nämlich eine echt müßige Sisyphusarbeit. Das Problem bei dem Hanging Tender ist nämlich, dass beide Muskeln von einer dicken, durchgehenden Sehne getrennt werden.

Diese sollte meiner Meinung nach besser noch vor der Zubereitung entfern werden, da sich das als wesentlich einfacher erweist als im Nachgang. Wir haben aus den Erfahrungen von damals natürlich gelernt und waren diesmal cleverer und haben die Sehne vorab entfernt. Nicht dass das jetzt einfach gewesen wäre, aber mit einem scharfen Messer und ein wenig Geschick war das eine lösbare Aufgabe. Ich meine, die Sehne ist klar und deutlich zu erkennen. Ihr müsst Ihr nur entlang schneiden. Wenn Ihr Das dann geschafft habt, habt ihr zwei kleine, längliche Muskelstränge vor Euch liegen. Diese machen Euch die Zubereitung dann auch einfacher, denn Ihr müsst Sie praktisch nur scharf anbraten und dann in einer indirekten Zone kurz ziehen lassen. Wir haben es dort auf 54°C Kerntemperatur gezogen.

Schön vorsichtig entlang der Sehne schneiden
Vergleichen wir das geschmackliche Ergebnis von diesem Hanging Tender mit unseren Eindrücken von damals, so müssen wir feststellen das sich in Sachen Geschmack zu damals nicht viel getan hat. Nicht das wir das negativ meinen, ganz im Gegenteil. Damals wie heute ist dieses Hanging Tender ein ganz ehrliches Stück Fleisch. Auf der einen Seite ist es zart und sanft im Biss und macht ein sehr angenehmes Mundgefühl, auf der anderen Seite ist es aber auch sehr intensiv und kräftig im Geschmack. Die Rindfleischnote mit leicht traniger Tendenz und einem leichtem Geschmack nach Steinpilzen war schon eindringlich und gut wahrnehmbar. Auf der Seite von Eatventure wird es unter anderem als "zart und sehr intensiv im Geschmack" beschrieben und genau das war Es auch. 

UNSER FAZIT:

Zu diesem Hanging Tender können wir abschließend sagen, dass Es genau Das abgeliefert hat, was uns versprochen worden ist. Ein zartes Stück Fleisch mit einem intensiven Geschmack. Zusammen mit dem doch sehr reizvollem Preis von knapp 18€ pro Kilo macht es das zu einem echten Preis/Leistungsknüller. Mehr für weniger Geld bekommt ihr kaum wo anders, also greift zu.    

Unsere Wertung *

Erscheinungsbild:

8/10

Geschmack:

7/10

Preis/Leistung:

9/10

Gesamtwertung:

9,0/10

+1 für Ökologische Haltung

Gekauft bei

Eatventure

Preis pro KG

17,92 €

Herkunft

Deutschland

Weitere Fotos


Das könnte Sie auch interessieren