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Beefscouts

Der Fleischblog

LiVar-(Schwein) gehabt

Alex geschrieben am 15.02.2017

Unsere Reise sollte eigentlich gleich früh morgens um 09:00Uhr im Fleischkompetenzzentrum von Otto-Gourmet in Heinsberg beginnen. Doch obwohl wir die Reise rechtzeitig um 07:00 Uhr angetreten hatten und mit rund einer Stunde Fahrzeit rechnen mussten, haben wir es nicht geschafft, pünktlich dort einzutreffen. Strömender Regen und Kilometer lange Staus hatten unsere Reise stark verzögert, sodass wir erst gegen 09:40 Uhr in Heinsberg eingetroffen waren. Das wiederrum verkürzte unseren Aufenthalt in Heinsberg erheblich, da wir bereits um 11:00 Uhr in Echt in Holland in der Abteil Lilbosch mit Frans de Rond verabredet waren. So haben wir es auch diesmal wieder nicht geschafft, einen Blick in die Metzgerei von Otto-Gourmet zu werfen. Ärgerlich, aber wir versprechen, irgendwann werden wir Euch Bilder aus der Metzgerei präsentieren. Wir werden bestimmt nochmals in Heinsberg vorbeischauen. Wer dennoch ein Paar Eindrücke aus dem Fleischkompetenzzentrum in Heinsberg haben möchte, dem empfehlen wir unseren Bericht „Hinter den Kulissen von Otto-Gourmet“!    

Gegen 10:40Uhr ging es dann ab nach Holland in die Abtei Lilbosch. Dort stand um 11:00Uhr ein Treffen mit Frans de Rond an. Frans de Rond ist Züchter der LiVar-Schweine und in Holland bekannt wie ein bunter Hund. Den müsst Ihr unbedingt mal kennen lernen. Ein sehr sympathischer, netter Mensch, der uns sehr freundlich und herzlich empfangen hat. Dafür schon mal vielen Dank! Uns kam an dieser Stelle sehr schnell eine Frage auf: Wie kommt man auf ein Kloster für die Aufzucht der Schweine? Das ist doch ein sehr ungewöhnlicher Ort. Die Antwort auf unsere Frage klingt aber sehr einfach und plausibel. Auf der Suche nach einer authentischen Umgebung, wo die LiVar-Schweine artgerecht aufwachsen, sich also frei bewegen und suhlen können, entschied sich Schweinezüchter Frans de Rond zu Beginn direkt für die Abtei Lilbosch in der niederländischen Region Limburg. Dies aus dem einfachen Grund, weil sich die Mönche des Zisterzienserordens hier schon seit 180 Jahren auf die Zucht von Rindern und Schweinen verstehen. Entscheidend für die Wahl war also der geeignete Ort für die Schweine und das Knowhow und Wissen der Mönche. Klingt für uns absolut plausibel. So arbeiten Züchter Frans de Rond und die Mönche nun Hand in Hand gemeinsam an der Verbesserung und Optimierung der Lebensbedingungen der Tiere und somit auch an der Optimierung des Geschmackes. Welche Optimierungsmaßnahmen das so sind, hat Frans de Rond uns dann auch gezeigt. Die Tiere werden hier in unterschiedlichen Stallungen und Freilaufgehen gehalten. In dem einen Stall stehen die Tiere zum Beispiel gebettet auf Stroh über einem Spaltenboden. Hier können die Tiere frei entscheiden, ob sie lieber drinnen oder draußen sein möchten. In einem anderen Stallsystem haben die Tiere einen etwas größeren Außenbereich mit einer Suhle. Dort können sich die Tiere, wie der Name es vermuten lässt, in einem größeren Schlammloch suhlen und so Ihrem natürlichen Trieb nachkommen. Eine andere Art der Haltung findet auf einem großen Wiesenstück statt. Hier können die Tiere sich ganz natürlich in einer grünen Umgebung frei bewegen. Alles drei sind sehr verschiedene Ansätze die nur dem Zweck dienen, den Geschmack des Fleisches zu optimieren. Das Wohl der Tiere steht dabei natürlich immer an erster Stelle.  Für uns sehr interessante Eindrücke. Da spielte der Regen auch gar keine Rolle mehr.

Von Echt aus ging es dann wieder nach Heinsberg. Allerdings nicht in die Hauptzentrale von Otto-Gourmet, sondern diesmal zum Männermetzger. Dieser hatte bei unserem letzten Besuch in Heinsberg noch nicht geöffnet, somit war dies auch für uns heute eine Premiere. Dort sollten wir eine kleine Verkostung der LiVar-Spezialitäten bekommen und genießen dürfen. Der Männer-Metzger ist der Treffpunkt für Genießer von gutem Fleisch. Dieser ist gleichzeitig Fleischverkauf und auch Fleischbistro. An einer kleinen Frischetheke gibt es ein ausgewähltes Sortiment an Fleisch aus dem großen Portfolio von Otto-Gourmet welches ich mir entweder mit nach Hause nehmen kann oder dieses direkt vor Ort im Fleischbistro zubereiten lassen kann. Das wechselnde Angebot reicht von den besten Steak-Cuts verschiedener Rassen über Würste bis hin zu ausgewählten Aufschnittprodukten wie zum Beispiel feinsten LiVar-Schinken. Wer möchte, kann die Speisen auch in einem separatem Genussraum zu sich nehmen. Hier finden dann private Dinings statt oder Geschäftsessen oder Junggesellenabschiede, oder, oder, oder. Ganz nach dem Wunsch des Kunden.

Nach der Besichtigung hieß es dann endlich futtern. In einem tollen 2-Gänge Menü gab es dann all die leckeren Speisen, die das LiVar-Schwein so hergibt. Als Vorspeise gab es leckere Aufschnittprodukte vom LiVar-Schwein. Darunter eine Salami, die Livar Livarano; ein roher Schinken, der Livar Coppa Schinken und ein Livar Schinken Prosciutto Di Monastero. Letzterer reift ein Jahr lang am Knochen in den Bergen rund um die berühmte italienische Schinkenstadt Parma und kann es problemlos mit Schinken aus selbiger Stadt aufnehmen. Eine wirklich delikate Vorspeise. Zum Hauptgang gab es dann eine Mischung aus Wurst, Pulled Pork und verschiedenen Cuts vom LiVar-Schwein. Obwohl wir ja nicht so die Grillwurst-Fans sind, war diese wirklich sehr aromatisch und würzig. Das Pulled Pork ein kleiner Traum und das Fleisch, tja, was sollen wir sagen. Wir waren einfach nur begeistert. Es hat uns sehr, sehr gemundet. Das war der krönende Abschluss unserer Gourmetreise.

UNSER FAZIT

Wir waren wirklich überwältigt. Das war eine wunderschöne Gourmetreise mit ganz tollen und bleibenden Eindrücken. Für uns war es sehr interessant, einmal die Wertschöpfungskette der LiVar-Schweine durch zu gehen. Wir haben gesehen, wie diese Tiere aufwachsen und groß werden und durften im Anschluss daran auch von diesen tollen Produkten probieren. Unsere Empfehlung kann daher nur lauten: Bitte nachmachen.

Vielen Dank an Philipp Gaska von Otto-Gourmet, dass er uns das ermöglicht hat. Vielen Dank auch an Frans de Rond, dass er uns einen Einblick in die Abtei gewährt hat. Vielen Dank auch an die Gebrüder Otto, dass man uns so offen und ehrlich hat empfangen. Vielen Dank für die Erfahrung und die Eindrücke.

Weitere Fotos


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