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Beefscouts

Der Fleischblog

Marienhof Erfurt: Mein Hofbesuch

Alex geschrieben am 30.04.2017
  • eigene Wurstverarbeitung mit Charakter
  • Glutamat und allergenfrei
  • eigens aufgezogene Tiere
  • artgerechte Haltung
  • Fütterung erfolgt mit hofeigenem Futter ohne Wachstumsförderer und ohne Antibiotika
  • Mangalitza-Wollschweine
  • eindeutiger Herkunftsnachweis

Im Nachgang und mit etwas Verspätung präsentiere ich Euch heute den Bericht zum Marienhof Erfurt. Der Marienhof Erfurt war das zweite Ziel meiner Reise quer durch Deutschland. Ein Ziel, was ich so eigentlich nicht eingeplant hatte. Die Einladung zum Hofbesuch hatte ich ganz früh morgens noch vor dem Start meiner Reise erhalten. Wie es dazu kam, das erzähle ich Euch in der folgenden Story.

Christoph Schreiber, verantwortlich für den Marienhof Erfurt, hatte von meinen Plänen zur Reise über die sozialen Netzwerke erfahren und dachte sich, er könnte mich ja mal anschreiben und einladen. Da ich noch nicht wusste, wie der Tag bei der Metzgerei Der Ludwig verlaufen würde, habe ich Ihm geantwortet, dass ich mich kurzfristig melden würde, sobald ich in Schlüchtern losfahren würde. Da der Marienhof zu meinem nächst geplanten Reiseziel in Chemnitz auf dem Weg lag, würde ich dafür keinen Umweg fahren müssen. Es sollte also realisierbar sein.

Nachdem ich dann so gegen 14 Uhr in Schlüchtern fertig war, informierte ich Christoph, dass ich mich jetzt auf den Weg machen würde und seiner Einladung zu einer Hofbesichtigung sehr gerne nachkommen werde. Knapp 2 Stunden später traf ich dann bei bestem Wetter in Erfurt ein.

Der Marienhof liegt dort direkt am Ortseingang der Landeshauptstadt Thüringens mit direkter Autobahnanbindung. Man fährt praktisch von der Autobahnabfahrt direkt auf dieses alte, große Bauernhaus mit seinen roten Backsteinen zu und kann über die Kreuzung direkt auf den Hof auffahren. Von den Anwohnern wird dieses Bauernhaus übrigens als rote Scheune bezeichnet. Dort angekommen wurde ich bereits von Christoph erwartet und freundlichst in Empfang genommen. Da der Besuch sehr spontan war, konnte ich mich vorab nur kurz über den Hof informieren und wusste dementsprechend wenig. Deshalb hat mich Christoph gleich einmal rumgeführt und mir alles ausführlich erklärt.

Zum Anfang der Führung begannen wir mit der Besichtigung der Metzgerei. In der Metzgerei werden die eigens aufgezogenen Hoftiere zu Fleisch- und Wurstwaren verarbeitet. Diese werden hier allerdings nur verarbeitet, nicht aber geschlachtet. Geschlachtet werden die Tiere in einem 5 Kilometer entfernten Schlachtbetrieb. Das heißt sie werden vom Hof in die Schlachterei transportiert, übernachten dort um den Stresspegel zu senken, werden anschließend dort geschlachtet und kommen dann wieder zurück in die Metzgerei, wo sie dann von Christoph und einem weiteren Metzger verarbeitet werden. Da es Christoph war, der vor drei Jahren erst mit der Idee des eigenen Hofladens gestartet ist, sind die Geräte dort praktisch noch neuwertig und ziemlich modern. Dennoch befindet sich alles noch ein wenig im Aufbau. Nach der Wurstverarbeitung, ist die Verarbeitung und der Versand von Fleischwaren das nächste Ziel von Christoph. Und genau deswegen bin ich ja hier. Wegen dem Fleisch der Mangalitza-Wollschweinen. Dazu gleich aber mehr.

Von der Metzgerei ging es dann in den Hofladen. Im Gegensatz zu der Größe der roten Scheune war diese allerdings sehr klein und intim. Dennoch sehr schnuckelig und vollkommen zweckmäßig. Mein erster Blick viel hier gleich auf den Dry Ager in der Ecke. Natürlich war dieser nicht nur zur Zierde dort, sondern war selbstverständlich befüllt mit Fleisch aus eigener Schlachtung. Es hangen drei Rinderrücken und ein Schweinerücken vom Wollschwein drin und der beeindruckte mich mit einem richtig dicken Fettdeckel. Was mich allerdings etwas verwirrte, war das der Schweinerücken mit einem leichten Schimmel überzogen war. Ob das so richtig war, konnte mir Christoph allerdings nicht beantworten, denn es war sein erster Versuch einen Schweinerücken zu veredeln. 3 Wochen war dieser bereits drin, eine Woche wolle Er dem Rücken aber noch geben. Ich wäre ja sehr auf das Ergebnis gespannt gewesen, aber dazu reichte meine Zeit leider nicht mehr. Ansonsten war der Hofladen gefüllt mit jeder Menge Wurst- und Fleischwaren. Eben genau so, wie man sich einen Hofladen vorstellt.

Danach ging es dann aber endlich zu den Tieren. Im genauen zu den Mangalitza-Wollschweinen. Eine Schweinerasse, die ich zuvor noch nie gesehen hatte und die mir noch nicht bekannt war. Gehört hatte ich davon sicherlich schon, aber noch nie so ein Schwein gesehen. Das war also eine Premiere für mich. Eine Premiere die mich aber wirklich umgehauen hat. Diese Wollschweine waren ja sowas von niedlich und possierlich. Wie witzig die aussahen. Das waren wirklich richtig kleine Wollknolle. Ihren charakteristisch, lockigen Borsten verdanken Sie übrigens auch Ihren Namen. Die Tiere waren aber nicht nur putzig, sondern auch sehr handzahm und neugierig. Alle ließen sich freiwillig streicheln und zeigten auch starkes Interesse an mir und meiner Kamera. Natürlich hat mich interessiert, wie man auf so eine Rasse kommt und warum man so wenig davon kennt. Das erklärte mir Christoph dann anschließend gerne. Vor gut 15 Jahren war sein Vater, der sich für die Tiere und deren Aufzucht bzw. Haltung entschieden hat. Es war damals einfach eine rein rationale Entscheidung auf Grund des Aussehens und der Merkmale der Tiere. Diese Merkmale sind es auch, warum man in der Öffentlichkeit keine Wahrnehmung von den Tieren hat, bzw. diese so unbekannt sind. Es liegt ganz klar am Trend der Fleischindustrie. Nach dem Motto schnell und billig ist es einfach erforderlich, dass ein Mastschwein sein Schlachtgewicht nach 3-4 Monaten erhält. Bei den Wollschweinen dauert es aber mindestens ein Jahr, hier auf dem Hof von Christoph Schreiber sogar bis zu zwei Jahre. Das macht diese Rasse für die heutige Fleischindustrie natürlich uninteressant. Zusätzlich macht der hohe Fettanteil und die dicke Speckschicht das Fleisch für den normalen Verbraucher einfach uninteressant. Aus meiner Sicht natürlich vollkommen unverständlich. Gerade das macht doch den geilen Geschmack aus. Da bin ich schon sehr auf den ersten Test gespannt und voller Vorfreude.

MEIN FAZIT:

Mangalitza-Wollschweine! Der Hammer. Vielen Dank lieber Christoph, das du mich so spontan eingeladen hast und mir diese Premiere ermöglicht hast. Diese kleinen Schweine sind echt ein Hit. Ich wünsche dir, das du mit dem Ausbau der Versandabteilung schnell vorankommst und mehr Menschen den Zugang zu deinen Tieren und deren Fleisch ermöglichen kannst. Das ist ein sehr interessantes Vorhaben was du da voran treibst und ich bin gespannt, wie sich das entwickeln wird. Ich freue mich schon darauf, wenn ich das erste Mal bei dir bestellen kann und von diesem Fleisch probieren darf.

Vielen Dank für die Einladung und die kleine Hofführung. Vielen Dank Christoph, das du mir deine Welt gezeigt hast.

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