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Beefscouts

Der Fleischblog

Mein Besuch bei Yourbeef

Alex geschrieben am 29.07.2017
  • Metzgerei seid 1949
  • Harald Kiesinger Inhaber in dritter Generation
  • Fleisch- und Wurstwaren aus eigener Herstellung
  • Hier setzt man auf beste Qualität beim Fleisch
  • Yourbeef 2012 gegründet

Nach dem ich in meiner kurzen Zusammenfassung zu meinem Besuch bei Yourbeef vorrangig doch etwas über die vegane Esskultur In Tübingen hergezogen bin, möchte ich heute in der Nachbereitung doch mal mehr auf den Punkt kommen und mich auf das Wesentliche konzentrieren. Dem Fleisch von Yourbeef. 

Doch bevor ich dazu komme, muss ich erst einmal etwas ausholen und mit der Geschichte der Metzgerei Kiesinger anfangen. Denn, Yourbeef ist ein Teil der Metzgerei Kiesinger. Die Metzgerei Kiesinger ist ein Familienbetrieb in dritter Generation der in der Region Tübingen ansässig ist. Bereits seit 1949 werden dort Fleisch und Wurstwaren aus eigener Herstellung verkauft. Damals wie heute setzt man in der Metzgerei dabei auf beste Qualität beim Fleisch. Alles kommt von regionalen Lieferanten und aus artgerechter Haltung und wird auch in unmittelbarer Umgebung geschlachtet. Die Wege vom Erzeuger zum Schlachthof sind dabei schon immer sehr kurz gewesen, denn bereits damals wusste man hier in der Metzgerei Kiesinger schon, dass sich dies positiv auf die Tiere und damit auch auf die Qualität des Fleisches auswirken würde. Man kann also sagen, damals wie heute, hier in der Metzgerei Kiesinger wusste man von Anfang an, was es bedeutet, "gutes Fleisch" zu verkaufen und welche Voraussetzungen dafür vorhanden sein müssen. Schön zu wissen, dass man es hier von Anfang verstanden hat und diese Mentalität bis heute verstanden hat. So auch Metzgermeister Harald Kiesinger, der den Betrieb heute in dritter Generation führt. Zu Harald Kiesinger kann ich Euch selber nicht viel erzählen. Ich konnte Ihn bei meinem heutigen Besuch leider nicht antreffen, dennoch kann ich Euch sagen, dass es ein Mann mit großem Verstand ist. Denn Harald Kiesinger war es, der verstand, dass Tradition und handwerkliches Geschick in der Metzgerei sicher etwas Großartiges ist und in Zeiten der Industrialisierung sicherlich nicht selbstverständlich, doch das man auch im Metzgerhandwerk mit der Zeit gehen muss. Deshalb kam er mit Stefan Grauer im Jahre 2012 auf die verrückte Idee, Yourbeef zu gründen und Fleisch frisch zu versenden. Die Idee hinter Yourbeef war, ein Einkaufserlebniss wie an der Fleischtheke zu schaffen. Im Detail bedeutet dass, der Kunde sucht sich online sein Stück Fleisch aus und kann dieses dann ganz individuell bestellen. Das Fleisch wird dann erst nach eingegangener Bestellung nach Kundenwunsch zugeschnitten und dann frisch verschickt. Das war damals schon echt ein Novum, denn die übrigen Mitbewerber hatten das Fleisch damals nur gefroren versendet. Dass die Idee aber Früchte getragen hat, das sieht man heute mehr denn je. Die Marke Yourbeef ist deutschlandweit bekannt und auch das Fleisch findet großen Anklang und wird auf vielen BBQ-Events benutzt und geschätzt. 

Nicht allerdings so in Tübingen, oder doch? Ich meine, als ich um 14:00 Uhr vor der Metzgerei Kiesinger stand gab es augenscheinlich keinerlei Andeutungen, dass ich hier das Fleisch von Yourbeef bekommen würde. Ehrlich, ich stand vor dem Laden und es gab nicht eine Leuchtreklame oder sonst irgendwas, was auf Yourbeef hingedeutet hat. Die Metzgerei selbst war dunkel und über Mittag geschlossen. Lediglich ein kleiner Mittagstisch hatte offen. Hätte ich nicht gewusst, dass Yourbeef ein Teil der Metzgerei Kiesinger ist, wäre ich einen kurzen Augenblick sicherlich ratlos gewesen. Ich meine, ein wenig war ich es sicherlich auch jetzt noch, doch ich wusste ja, wo und mit wem ich verabredet war. Also ging ich rein an die Theke vom Mittagstisch und suchte nach Stefan Grauer. Und wieder wurde ich etwas überrascht, denn ich hatte Stefan erst gar nicht erkannt. Mit Kochschürze und Kochmütze stand der nämlich hinter dem Tresen und gab munter Essen an die wartenden Leute aus. Da musste ich doch etwas schmunzeln, als Stefan dann auf mich zukam. Nach einer kurzen Begrüßung ging es dann in die Metzgerei, die ja zu diesem Zeitpunkt noch geschlossen war. Da erblickte ich dann auch endlich einen kleinen Hoffnungsschimmer und einen dezenten Hinweis auf Yourbeef. Auch wenn ich an dieser Stelle schon wieder etwas schmunzeln musste, denn der Schriftzug mit Yourbeef war etwas durch einen Kühlschrank verdeckt. Nicht dass ich mich beschweren möchte, denn in diesem Kühlschrank waren richtig tolle Stücke Fleisch drin und normalerweise würde ich ja gleich wieder ausflippen wegen dem Fleisch, doch auch an dieser Stelle hatte ich das Gefühl, das die Marke Yourbeef hier in Tübingen nicht so ganz im Vordergrund stehen würde. Deswegen musste ich Stefan auch erst mal fragen, warum man hier im und außerhalb vom Geschäft nur so wenig von Yourbeef sieht. Der Grund dafür ist einfach. Erinnert Euch nochmal kurz zurück, an die Idee von Metzgermeister Harald Kiesinger. Der wollte mit Yourbeef einen Onlinefleischhandel anbieten und genauso ist es auch gekommen. Yourbeef konzentriert sich wirklich nur auf den Absatz von Fleisch im Internet und außerhalb von Tübingen. In Tübingen selbst ist die Metzgerei Kiesinger selbst eine Marke und hat damit Fans weit über Tübingen hinaus. Das ist die einfache Erklärung dafür. Danke Stefan, das du mir das erklärt hast. Danach konnte ich mich dann auch auf den Kühlschrank und das Fleisch konzentrieren. Kennt Ihr das Lied von Mathias Reim -  Verdammt ich...? So erging es mir in diesem Moment und die Melodie ging mir permanent durch den Kopf: "Verdammt ich brauch dich, verdammt ich will dich, verdammt…" "Entschuldigt, ich drifte schon wieder ab. Aber dieses Fleisch, es lacht mich an voll Hohn und ich will es einfach nur haben." Dry-Aged Striploin, Dry-Aged Bone-In-Ribeye, Dry-Aged Stauferico-Kotelett. Mmmmmhhhhh, lecker. 

Nach der Besichtigung der Metzgerei und den angeschlossenen Räumlichkeiten ging es dann in die heiligen Hallen. In die Reifekammer der Metzgerei Kiesinger. Wisst Ihr, an dieser Stelle würde ich Euch gerne mal ein paar andere Synonyme für "geil" schreiben. Mich nervt es gerade etwas, das ich das schon wieder schreiben muss, aber ich kann dazu einfach nix anderes sagen. Dieser Anblick in der Reifekammer war einfach nur geil. Dafür finde ich einfach keine andere Beschreibung. Klar, ich habe schon Steigerungen von geil gesehen, dennoch war das in diesem Moment für mich einfach nur geil. Da gibt es auch nix anderes zu sagen. Auch heute noch, nach fast zwei Jahren Beefscouts habe ich immer noch die Begeisterung wie am ersten Tag. Ein solcher Augenblick, wenn sich die Tür zur Reifekammer öffnet, dir zuerst der Geruch entgegenkommt und du dann vor einem Berg von Fleisch stehst, das kann ich einfach nicht anders beschreiben, als einfach nur geil. Das beeindruckt mich immer und immer wieder und wird mich hoffentlich noch sehr lange so begeistern. Vielleicht wirke ich manchmal etwas überdreht, aber ich liebe einfach was ich tue. Für genau solche Augenblicke. Das sind Momente, die mich immer wieder verrückt machen und für die ich so dankbar bin. So auch in diesem Moment. Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie breit mein Lächeln in diesem Moment war. Also, was soll ich mehr dazu schreiben, genießt einfach gemeinsam mit mir die Bilder. Anders als "geil" kann ich Sie gerade nicht beschreiben.    

Fast schöner sind dann aber noch die Momente in denen dir der Typ vor dir steht und dich fragt: "Hast du Bock was davon zu probieren?". Dann bin ich wirklich aus dem Häuschen. Noch niemals zuvor habe ich nach einer solchen Frage nein gesagt und auch bei Stefan Grauer wollte ich da keine Ausnahme machen als Er mich fragte, ob ich nun nicht mal Bock hätte, vom Fleisch zu probieren. Er hätte da schon was vorbereitet. Natürlich ist die Entscheidung die Reifekammer zu verlassen nicht immer einfach, doch noch lieber als mir Fleisch anzugucken, esse ich es. Immerhin bin ich nicht zum Beefscout geworden, weil ich mir geiles Fleisch angesehen habe, sondern weil ich davon probiert habe. Also, sie der Anblick vom Fleisch noch so schön, entscheidend ist doch, was auf den Teller kommt. Das kennt Ihr ja nun auch zu genüge aus den Tastings. Das Fleisch kann optisch noch so schön sein, wenn es geschmacklich nicht abliefert, ist es nix wert. Deswegen hatte Stefan da auch etwas vorbereitet. Es gab ein Kotelett vom Stauferico-Schwein und ein Roastbeef von der Simmentaler Färse, beides Dry-Aged. Ganz klassisch wurden beide Gerichte von Stefan in der Pfanne direkt auf den Punkt gebraten und anschließend serviert. Zuerst kam das Roastbeef. Auf den Punkt gebraten, innen noch schön rosa und der Fettdeckel schön kross. Wow, das war mal tolles Fleisch. Ich werde Euch jetzt nicht im Detail aufzählen, wie genau es geschmeckt hat, aber ich war begeistert. Das war geschmacklich schon sehr gut. Sicherlich eines der besseren Stücke von der Simmentaler Färse, die ich bisher gegessen habe. Toll, dass es so gutes deutsches Rindfleisch gibt. Danach kam das Kotelett vom Stauferico-Schwein dran. Ich meine, dieses machte schon im Rohzustand einen tollen Eindruck. Das Fleisch selber war jetzt nicht so spektakulär, doch dieser sehr ausgeprägte Fettdeckel mit Schwarte war es durchaus. Da lief mir bereits vorab das Wasser im Mund zusammen. Das änderte sich auch nicht nach der Zubereitung. Ich war einfach heiß auf diesen tollen Fettdeckel und muss sagen, ich wurde auch nicht enttäuscht. Dieser ausgeprägte Fettdeckel war ja so voller Geschmack, das war wirklich ein Gedicht. Das werden beides definitiv Kandidaten für meinen Einkauf bei Yourbeef. Danke Stefan, dass ich davon probieren durfte. Das Fleisch hast du wirklich auf den Punkt gezaubert.

Ge- bzw. bezaubert hast du mich auch bei meinem gesamten Besuch. Doch anders als bei einem Zauberer hast du mir heute alle deine Tricks und Zauber verraten und gezeigt. Du hast mir wirklich einen kompletten Einblick mitten ins Herz von Yourbeef gewährt. Dafür bin ich sehr dankbar. Dank des Besuches verstehe ich nun auch, was die Marke Yourbeef so besonders macht. Ich freue mich schon darauf, Euer Fleisch erneut bei einem Tasting der Beefscouts begrüßen zu dürfen. Dann aber unter neuen Voraussetzungen und mit neuem Wissen. Ich bin mir ganz sicher, dass das Ergebnis diesmal ein anderes sein wird. Du hast mir heute gezeigt, wie die Tricks funktionieren und wie ich es zu Hause anwenden kann. Das werde ich tun, versprochen. Danke Stefan. Mir hat es wirklich sehr gut gefallen.  

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