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Beefscouts

Der Fleischblog

Metzgerei Gränitz und seine Züchter

Alex geschrieben am 13.04.2017

Im zweiten Teil meines Besuches der Metzgerei Gränitz dreht sich alles um zwei wichtige Zulieferer der Metzgerei. Gemeinsam mit Benny war ich zu Besuch bei Bauer Falko Graupner und Bauer Klaus Möbius. Der Eine ist Zulieferer für Duroc-Schweine, der Andere für Angus-Rinder und seit kurzem auch für Wagyu-Rinder.

Nachdem ich im ersten Teil bereits ausführlich über die Produktion und Zerlegung berichtet habe, dreht sich im zweiten Teil alles um die Zulieferer der Metzgerei. In der Metzgerei Gränitz wird seit Jahren Wert daraufgelegt, das die Tiere aus der Region rund um Chemnitz stammen und die Anfahrtswege und damit die Strapazen für die Tiere möglichst klein gehalten werden. Außerdem ist es Benny Gränitz auch wichtig, dass die Tiere aus einer artgerechten und fairen Aufzucht stammen.

Deshalb hat Benny unter anderem auch eine Kooperation mit dem Bauern Falko Graupner gestartet. Falko Graupner war in ganz früheren Zeiten mal Auszubildender in der Metzgerei Gränitz, wodurch schon immer ein enger Kontakt zwischen dem Bauern und der Metzgerei bestand. Deshalb war es auch naheliegend, das Benny sich bei seinem Vorhaben, Schweine zu züchten, direkt an Falko Graupner gewendet hat. Das Ziel der Kooperation war und ist auch heute noch, eine nachhaltige und artgerechte Aufzucht der Tiere, um so ein tolles Produkt zu schaffen. Momentan befinden sich die Schweine zwar noch in Stallungen, für die Zukunft ist aber geplant, das diese irgendwann mal auf die Weide kommen. Sie leiden zwar jetzt schon nicht unter Platzmangel und können sich gut bewegen, doch um den Tieren einen noch besseren Freilauf zu bieten, sind für die nächste Zeit Baumaßnahmen im Außenbereich geplant, sodass sich die Tiere noch freier und natürlicher bewegen können. Nach Wunsch von Benny hat man sich damals nach intensiver Recherche für die Duroc-Schweinerasse entschieden. Warum? Ganz einfach, weil dieses Fleisch als besonders bekömmlich gilt und das Schwein eine sehr ausgeprägte Muskelstruktur hat. Im Gegensatz zum normalen Mastschwein ist die Muskulatur und der Knochenaufbau wesentlich kräftiger ausgeprägt und hat deswegen auch einen intensiveren Geschmack. Ich möchte dabei auch erwähnen, das hier gerade noch am optimalen Genpool geforscht wird. Die Duroc-Schweine die hier aufwachsen sind nicht alle reinrassig. Bei einigen Schweinen zum Beispiel, ist ein Teil vom Berkshire Landschwein mit reingekreuzt. Bei anderen wiederum ein Teil vom Landschwein. Durch diese Kreuzungen des Erbguts wird versucht, das maximale aus dem Tier raus zu holen und das Tier praktisch zu optimieren. Dabei geht es zum Beispiel um ein ausgewogenes Verhältnis von Größe und Länge.

Dazu möchte ich an dieser Stelle gerne kurz eine kleine Nebendiskussion aufmachen, die mir bei diesem Thema durch den Kopf gegangen ist. Klar klingt das im ersten Moment so, als wolle man Gott spielen und versuchen, das Schwein bis ans maximum zu kreuzen um so einen möglichst hohen Ertrag zu erzielen. Auch ich habe darüber nachgedacht, ob das moralisch so richtig ist. Aber ich kann dem mittlerweile ein wenig entspannter gegenüberstehen. Ich kenne das auch schon von der Wagyuzucht und begegne solchen Fällen auch jeden Tag beim Einkaufen. Natürlich geht es auf der einen Seite um Profitsteigerung und stetige Verbesserung des Materials, aber sind wir mal ehrlich, das erleben wir jeden Tag im Supermarkt, im Blumenladen, im Tierheim, mittlerweile sogar bei Menschen. Ständig und überall wird versucht, das Erbgut zu verbessern. Wir begegnen solchen Fällen überall. Gemüse und Obst werden gekreuzt, Tiere werden gekreuzt und heute sogar Menschen. Ich denke also nicht, dass es verwerflich ist, das Erbgut der Tiere zu verbessern. Zumal ich denke und oftmals auch so argumentiert wird, das so auch Krankheiten oder Schwächen raus gekreuzt werden. Wie ich finde, ein gutes Argument für diese Methode.

Bei allen meinen Gedanken möchte ich abschließend aber sagen, dass alle Tiere einen hervorragenden Eindruck auf mich gemacht haben. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, das es irgendeinem Tier schlecht gehen würde. Alle Tiere haben sich ganz normal und sehr natürlich verhalten. Die alten und etwas dickeren Tiere waren sicherlich etwas ruhiger und nicht ganz so aktiv. Ich würde sagen sogar eher faul. Die jungen Tiere hingegen, die waren wirklich quick lebendig und waren das pure Leben.  Das Interesse der kleinen Ferkelchen war riesig und alle hatten Ihren Spaß an mir und meiner Kamera. Die waren richtig aufgeweckt und haben mir sehr viel Spaß bereitet. Das die kleinen Ferkelchen natürlich auch unheimlich putzig und niedlich waren, muss ich wohl nicht erwähnen. Vor allem natürlich die aller Jüngsten. Ich hatte insgesamt einen sehr, sehr guten Eindruck von den Schweinen. Hier erging es niemanden schlecht.

Vom Bauer Falko Graupner ging es dann zum nächsten Bauern. Knapp eine Autostunde von der Metzgerei entfernt befindet sich der Bauernhof von Bauer Klaus Möbius. Wirklich eingefleischte Fleischfans und Kenner, gerade von Wagyu-Fleisch aus Deutschland, werden jetzt aufhorchen, denn Ihnen wird der Name von Klaus Möbius sicherlich ein Begriff sein. Klaus Möbius ist Vorsitzender vom Wagyu Verband Deutschland E.V. Er ist also nicht nur Züchter von Wagyu-Rindern, sondern auch Vorsitzender des größten Verbandes für Wagyu-Rinder in Deutschland. Eine Tatsache, die mir aber erst im Laufe des Gespräches bewusst wurde. Den Namen hatte ich bereits zuvor schon mal gehört. Das erste Mal hatte ich seinen Namen bei meinem Besuch vom Hof Holtmann, Wagyu-Münsterland, gehört. Damals war mir dieser Name aber noch kein Begriff. Jetzt wurde dieser aber real und mir wurde bewusst, wer dort vor mir stand. Da merkt man doch erst, wie klein die Welt ist und wie die Fleischwelt doch miteinander vernetzt ist. Irgendwie witzig.

Die Tiere von Klaus Möbius leben ca. einen Kilometer vom Hofladen entfernt in einer geschlossenen Unterbringung. Gut geschützt vor äußeren Einflüssen, führen die Tiere dort ein Leben voller Luxus. In den Wintermonaten fehlt es hier zwar sicherlich ein wenig an Bewegung, da die Stallungen keinen Anschluss an die umliegenden Weiden haben, dennoch ergeht es denn Tieren hier sehr gut und keines der Tiere macht den Eindruck, dass es Ihm schlecht gehen würde. Die Stallungen sind sehr gut belüftet und werden täglich frisch mit Heu und Stroh ausgelegt. Ein Mangel an Futter herrscht hier sicherlich auch nicht, denn die Tiere können rund um die Uhr fressen und trinken. Was mir hier nur fehlte, waren eine Massage-Rolle und Lautsprecher. Equipment, welches ich bei meinem Besuch der Familie Holtmann auf der Wagyufarm Münsterland erblicken konnte. Klaus Möbius versicherte mir aber, dass sich dieser Umstand sicherlich nicht negativ auf die Qualität des Fleisches auswirken würde. Mein Eindruck hier insgesamt war auch durchweg positiv und gab mir keinen Raum für irgendwelche Kritik. Den Tieren erging es zu jedem Zeitpunkt gut.  

Neben den Wagyu-Rindern züchtet Klaus Möbius aber auch Angus-Rinder. Auch diese werden hier gemeinsam auf dem Hof gehalten und genießen ein tolles Leben. Genauso wie bei den Wagyu-Rindern fehlt es auch den Angus-Rindern an fast nix. Lediglich im Winter mangelt es auch hier ein wenig an Auslauf. Dass die Tiere trotzdem eine ausgeprägte Marmorierung im Muskelfleisch haben, das haben wir bereits gestern gesehen. Eines dieser Angus-Rinder haben wir nämlich heute Morgen bereits zerlegt und verwertet. Das Wagyu-Rind wird dann um Ostern rum das erste Mal ins Sortiment aufgenommen werden. Auch bei dieser Kooperation geht es Benny Gränitz einzig und allein um eine nachhaltige und regionale Aufzucht. Auch hier wird das Tier auf dem Bauernhof selbst geschlachtet und grob zerlegt, bevor es dann an die Metzgerei geliefert wird. Auch hier wird das Fleisch in einer im Bauernhof untergebrachten Produktion selbst verarbeitet und im eigenen Hofladen verkauft. Auch hier wird das Tier zu 100 % voll verarbeitet. Ihr merkt also, bei allen Prozessen wird Wert auf höchste Nachhaltigkeit und Respekt dem Tier gegenüber geachtet.

So wie bei allen vor- und nachgelagerten Prozessen der Metzgerei Gränitz. Das war zur Zeit der Gründung im Jahr 1900 schon so, das ist auch heute im Jahr 2017 noch so. Gute Tradition wurde hier definitiv vererbt. Ich muss ja sagen, das sind genau die Dinge die mich beeindrucken und begeistern. Hier gibt es für mich nicht einen Grund zu meckern. Bei der Metzgerei Gränitz passt einfach alles. Tiere aus nachhaltiger und ökologischer Aufzucht, Respekt vor dem Tier und jede Menge traditionelles Handwerk. Das sind die Merkmale, die die Metzgerei Gränitz für mich ausmachen. Deshalb kann ich an dieser Stelle eine ganz klare Meinung zu der Metzgerei Gränitz abgeben. Von mir kann es an dieser Stelle nur eine ganz klare EMPFEHLUNG geben. Ich habe zwar noch nicht das Fleisch probiert, aber ich denke, dass hier kein negatives Endergebnis zu erwarten ist. Ich empfehle in erster Linie an dieser Stelle auch nicht das Fleisch, sondern ich gebe eine Empfehlung für Benny Gränitz und die Metzgerei Gränitz ab. Ihr solltet Sie unbedingt kennen lernen.

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