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Beefscouts

Der Fleischblog

Nackensteaks vom Wildschwein

Alex geschrieben am 22.06.2016

Nachdem wir beim „zerwirken eines Wildschweins“ Beobachter spielen durften, präsentieren wir euch in diesem Beitrag zwei Nackensteaks von genau diesem Wildschwein. Wir durften also nicht nur zuschauen, wie unser Freund und Jäger Marc Podubrin das Tier zerlegt hat, sondern durften auch zwei handverlesene Stücke aus dem Nacken probieren. Wir waren sehr gespannt, was uns geschmacklich erwarten würde, den zum Geschmack vom Wildschwein hatten wir schon sehr viel Unterschiedliches gehört. Heute durften wir uns dann auch selbst ein Bild machen und endlich selber probieren.

Was können wir zu dem Tier sagen? Das Tier war ein ca. 45 KG schwerer Überläufer-Keiler (ein Überläufer ist ein Wildschwein im zweiten Lebensjahr) aus dem Sauerland. Das Tier wurde durch einen sauberen Kammerschuss erlegt und hat danach noch 5 Tage abgehangen, bevor es dann zerwirkt wurde. Heute, weitere 5 Tage nach dem zerwirken, sollten die Nackensteaks dann auf den Grill. Unsere Ungeduld ließ uns da einfach keine Ruhe und wir wollten das Fleisch unbedingt jetzt probieren. Leider waren wir hier aber etwas zu ungeduldig, denn um es vorweg zu nehmen. Nach Rücksprache mit dem Jäger nach dem Tasting, hätte das Fleisch ruhig noch 3-5 Tage reifen können, bevor es fertig zum Verzehr gewesen wäre. Ein Zustand der nun natürlich nicht mehr zu ändern war, schließlich waren die Steaks ja bereits verspeist.

Aber wie sieht so ein Nackensteak vom Wildschwein eigentlich aus? Vom Cut selbst her wie ein ganz normales Nackensteak. So wie man es halt kennt. Natürlich war das Fleisch hier wesentlich dunkler, als das eines normalen Schweins. Wirklich kräftig bis dunkel rot. Das liegt zum einen am höheren Gehalt an Muskelfarbstoffen, zum anderen wird Wild nicht geschlachtet, sondern erlegt und blutet dadurch weniger aus. Das Fleisch selbst hatte an der ein oder anderen Stelle sehr feine Fetteinschlüsse war aber ansonsten eher mager. Es enthält viel Eiweiß, zahlreiche B-Vitamine und Mineralstoffe und macht es somit ernährungstechnisch wertvoll und gesund. Es gab also keinen Grund, noch länger mit der Zubereitung zu warten.

Der Grill war befeuert, das Fleisch auf Zimmertemperatur gebracht und leicht eingeölt. Also los. Ganz klassisch haben wir das Fleisch bei 350°C Grilltemperatur auf einem gusseisernen Rost von beiden Seiten angebraten. Danach haben wir eine Seite des Grills abgedreht und die andere Seite auf ein Minimum gedreht, sodass jetzt nur noch eine Temperatur von 120°C am Grill anlag. Das Fleisch haben wir dann in die indirekte Zone vom Grill gelegt, wo es dann noch für 10 Minuten indirekt ziehen konnte. Da die Steaks nicht so dick waren, war das unserer Meinung nach ausreichend.

Beim ersten, etwas dünneren Steak, war das zeitlich aber leider schon etwas zu lang. Das Fleisch war ziemlich durch, was sich auch geschmacklich wieder spiegelte. Sehr trocken und zäh. Beim zweiten Nackensteak, dem etwas dickeren Stück, war der Garpunkt dann aber perfekt getroffen. Hier war das Fleisch noch leicht rosa und auch noch saftig. Das spiegelte sich auch im Geschmack deutlich wieder. Während das erste leicht fad schmeckte, war das zweite Stück wunderbar kräftig, würzig im Geschmack. Hintergründig mit einer leicht buttrigen Note. Tolles Mundgefühl, das uns wirklich sehr gemundet hat. Vor allem aber überrascht, denn unserer Meinung nach schmeckte das Fleisch eher nach Rindfleisch als nach Schweinefleisch. Von den kleineren Fetteinschlüssen ging hier kein Geschmack aus. Der Geschmack steckte einzig und alleine im Fleisch.

Unser Fazit

Wir haben vorher viel über den Geschmack vom Wildschwein gehört, gelesen. Die Meinungen driften da wirklich weit aus einander. Sicherlich hat Wildschwein einen eigenen, würzigen Geschmack. Dennoch ziehen wir hier geschmacklich leichte Parallelen Richtung Rindfleisch. Wir haben auch gelesen, dass das Fleisch auf jeden Fall „durch also gar“ gegessen werden sollten. Auch da haben wir eine andere Meinung zu, denn uns hat es geschmacklich leicht rosa eher zugesagt. „Durch“ war uns hier zu trocken und zäh. Alles in allem eine interessante Erfahrung für uns.    

Unsere Wertung *

Erscheinungsbild:

7/10

Geschmack:

7/10

Preis/Leistung:

9/10

Gesamtwertung:

8,7/10

+1 für Ökologische Haltung

Gekauft bei

SoJos Feinkost

Preis pro KG

23,00 €

Herkunft

Deutschland

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