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Beefscouts

Der Fleischblog

Niggemann Food Frischemarkt

Alex geschrieben am 16.09.2016

 

Mit diesem Bericht gewährt uns Christoph Grabowski, seines Zeichens Fleischermeister und Fleischsommelier, einen Blick hinter die Fassade des Food- und Frischemarktes Niggemann. Wo sonst nur Einzelhändler und Gastronomiebetriebe bzw. Betriebe der Gemeinschaftsverpflegung einkaufen können, haben wir heute Zugang bekommen. Dafür an dieser Stelle einen großen Dank an Christoph Grabowski, dass er uns das ermöglicht hat und sich so viel Zeit für uns genommen hat und das, obwohl dort bald eine große Hausmesse stattfindet. Diese Hausmesse, die 11te Ihrer Art, dient gleichzeitig auch als Rahmenevent zur Feier des 70-jährigen Bestehens der Firma Niggemann. Passend dazu, werden dort 70 Gastronomie- und Trendexperten Fragen zu Trends der nächsten Monate beantwortet, welche Produkte im Fokus stehen werden oder was die kommende Saison bringen wird. Natürlich werden dort auch neue Produkte präsentiert die gerne auch probiert werden dürfen. Im Anschluss an die Messe findet dann im Außenbereich der Messe die Jubiläumsfeier zum 70-jährigen Bestehen statt.  

Ein kurzer Blick in die Geschichte des Unternehmens Niggemann: Gegründet wurde das Familienunternehmen Niggemann bereits 1946 von Werner und Gertrud Niggemann. Damals noch nahe der holländischen Grenze angesiedelt, erfolgte 1950 der Umzug nach Bochum und 1958 die Eröffnung des ersten Gebäudes an dem heutigen Standort, der Speicherstraße in Bochum. Angefangen mit der Belieferung von Bäckereien und Großverbrauchern mit Eiern und Geflügel, ging die Entwicklung stürmisch voran. Es folgten der Einstieg in das Frischekonzept mit Feinkost, Fleisch, Obst und Gemüse und wurde schließlich dann durch Fisch in edelster Form erweitert. Heute umfasst der gesamte Verkaufsbereich in allen Sortimenten eine Fläche von fast 10000m². Damals wie heute alles ausschließlich für den Profi.

Für uns haben Sie heute aber mal eine Ausnahme gemacht und uns einen Rundgang gewährt. Gestartet sind wir in der Obst und Gemüseabteilung. Mit 1000m² die größte Abteilung bei Niggemann. Hier findet der Gastronom frisches Obst und Gemüse aus aller Welt zur Zubereitung oder zum Garnieren. Für uns besonders exotisch gelbe Bete und schwarze Möhren. Kurios. Alles wird hier täglich frisch angeliefert und was ganz wichtig ist, es wird praktisch kein Lebensmittel weggeschmissen. Das ist natürlich Spitzenklasse und Prädikat „besonders lobenswert“. Danach ging es weiter in die Käseabteilung. Hier lagern verschiedene Käsesorten aus aller Welt. Der Älteste hat ein Alter von 51 Wochen und zählt zu der Gattung der Hartkäse. Bei so viel Auswahl bedarf es einer kompetenten Beratung. Dafür stehen dem Kunden zwei Käsesommeliers mit Rat und Tat zur Seite und bieten gerne auch die ein oder andere Kostprobe an. Probiert werden darf hier jederzeit.

Nur einen Schritt weiter betritt man die Frisch-Fisch-Halle. Zur linken eine lange Kühltheke mit abgepackten Fischprodukten, geradeaus geblickt Aquarien mit Hummern und mitten drin eine Palettenstraße mit weißen Styroporbehältnissen. Darin auf Eis gekühlt Fisch am Stück oder teilweise schon filetiert. Wir hatten fast den Eindruck, als sei der Fisch gerade frisch vom Schiff geliefert worden. Genau dieser Eindruck soll auch vermittelt werden und hat auch seinen Sinn, erzählt uns Michael Zabel, Frisch-Fisch-Experte. Es wird versucht, die Lebensmittel so wenig wie möglich zu händeln. So soll der Fisch möglichst frisch bleiben. Für uns absolut nachvollziehbar.

 

Hinaus aus der Frisch-Fisch-Kammer und nach rechts gedreht, ging es in die Trockenprodukte-Abteilung. Verschiedene Salze, Öle, Essige und auch Teigwaren standen hier in Regalzügen aufgereiht. Daneben eine Kühlreihe mit Schinken aus Spanien, Deutschland, Italien und Österreich. Der Höhepunkt unserer Reise folgte aber im Anschluss daran. Die Fleischkammer. Ein Traum für jeden Fleischliebhaber, unser Himmel auf Erden. Fleisch, soweit das Auge reicht in einer so unvorstellbaren Menge. Aus den verschiedensten Teilen Europas, aus Amerika, aus Kanada, aus Australien und natürlich auch aus Japan. Das ist schwer in Worte zu fassen. In dem Fall sagen Bilder wirklich mehr als tausend Worte, die wir hierfür finden könnten. Wir hatten unser Paradies endlich gefunden. Klar, dass wir hier unbedingt was von mitnehmen mussten. Wir konnten doch nicht mit leeren Händen nach Hause gehen. Deswegen hat uns Christoph auch eine große Freude bereitet, als er uns tatsächlich auch erlaubt hat, ein Stück Fleisch unserer Wahl käuflich zu erwerben. Im ersten Moment natürlich total reizüberflutet, auf Grund der Vielzahl an Möglichkeiten, viel unsere Wahl auf ein Bürgermeisterstück vom Canadian Heritage Angus. Das Tasting dazu erfolgt dann in einem der nächsten Berichte. Auch hier nochmals vielen Dank an Christoph.

Nach all der Aufregung um das ganze Fleisch ging es dann im Anschluss daran aber mit der Führung noch was weiter. Nicht weit entfernt von der Fleischabteilung befindet sich die Geflügelabteilung. Hier finden Gastronomen die größte Auswahl an Geflügel, gebündelt auf einer Fläche, in ganz Europa. Eine große Halle mit Hochregalen, die gerade zur Winterzeit bis an die Decke mit Ware gefüllt ist. Irgendwann werden wir diesen Bereich in unseren Tasting auch nochmal berücksichtigen und dann endlich auch mal Geflügel probieren. Unsere Führung neigte sich nun so langsam dem Ende zu, doch ein kleines Highlight hatte Christopher doch noch für uns. Ein Raum mit ganz vielen Kühltruhen und Kühlschranken. Eigentlich optisch erst mal sehr unscheinbar. Entscheidend war hier vielmehr der Inhalt. In den Kühltruhen befanden sich nämlich Exoten wie Krokodilfleisch oder Kängurufleisch. Nicht gerade alltäglich.

Zum Abschluss gab es dann noch einen kleinen und kurzen Blick hinter die Kulissen. Wo sitzen die Verkäufer, wo die Einkäufer, wo die Geschäftsführung, ein Blick in die Showräume und die Showküche und den Konferenzsaal. Damit war der Rundgang dann aber auch beendet.

Unser Fazit

Das war eine wirklich außergewöhnliche Erfahrung für uns. Wir durften ein Blick dorthin werfen, wo der normale Kunde niemals Zugang zu bekommt. Dort wo Gastronomen und der Lebensmitteleinzelhandel einkaufen. Hier ist alles eine Nummer größer, als man es im Einzelhandel kennt. Das sind unvorstellbare Mengen an Lebensmitteln, die hier täglich rotieren. Uns hat es auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht. Vielen Dank Christoph, das du uns diesen Einblick gewährt hast. Vielen Dank auch an die Firma Niggemann, dass man uns das ermöglicht hat. Es hat uns sehr viel Spaß gemacht und es war eine tolle Erfahrung für uns. Vielen Dank dafür!!!   

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