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Beefscouts

Der Fleischblog

Picanha vom argentinischem Black Angus

Alex geschrieben am 04.04.2018
  • Picanha, Top Butt Cap, Hüftdeckel, Hüftzapfen, Tafelspitz
  • Cut aus der Hüfte
  • vom argentinischem Black Angus Rind
  • Grasfütterung 
  • 4 Wochen wet aged

Nach dem ich Euch die letzten drei Wochen bereits einiges über Fleisch aus dem Land der Gauchos präsentiert habe, möchte ich in dieser Woche noch einen drauflegen. Im heutigen Bericht geht es um ein argentinisches Black Ranch Picanha. Klingeln da bei Euch die Glocken? Nein, dann solltet Ihr unbedingt den Bericht lesen!

Ok, wer sich nicht daran erinnern kann, dem mache ich jetzt keinen Vorwurf. Ich muss nämlich zugeben, dass ich diese gesamte Geschichte hier fast selbst vergessen hätte. Wie ich Euch im letzten Bericht bereits erzählt habe, war es mehr oder weniger Zufall, dass ich Euch heute von diesem Picanha erzählen darf.

Ich fasse aus den letzten drei Wochen nochmals zusammen: Lange Zeit war das Fleisch aus Argentinien qualitativ nicht mehr meinen Ansprüchen gerecht. Nachhaltige und artgerechte Aufzucht ist in den letzten Jahren in Argentinien immer weiter in den Hintergrund gelangt, wodurch die Qualität des Fleisches mehr und mehr zu wünschen übrig ließ.

Nachdem ich im Filetshop in Essen dann nach langer Zeit mal wieder eine erste Anlaufstelle für „gutes Fleisch aus Argentinien“ gefunden hatte, hätte ich nicht gedacht, dass ich so schnell eine weitere Anlaufstelle finden würde. Einem Termin in Leverkusen und einem Treffer in einer Suchmaschine war es dann aber zu verdanken, dass ich doch wieder auf einen bestimmten Laden in Köln aufmerksam wurde, den ich fast vergessen hatte. Dem Estilo Argentino!! 

Bitte macht mir dafür jetzt keinen Vorwurf, aber tatsächlich ist dieser Laden namentlich in meinem Blog praktisch nie erwähnt worden. Tatsächlich gibt es nämlich schon bereits fünf Berichte vom Fleisch aus dem Estilo Argentino. Der erste Bericht vom „Wagyu Maminha / Bürgermeisterstück (Australien)“ stammt sogar noch aus dem Jahr 2015! Danach gab es noch vier weitere Berichte. Das Diese allerdings alle vom Estilo Argentino aus Köln stammen, das steht nirgends geschrieben. Warum? Das schulde ich einzig und alleine meiner Unwissenheit in meiner früheren Gründungszeit der Beefscouts.

Dazu möchte ich nun gerne folgende Stellung nehmen: Nachdem ich damals meinen ersten Bericht vom Fleisch aus dem Estilo Argentino im Blog erwähnt habe, wurden die Inhaber sehr schnell darauf aufmerksam und haben mir die Nennung jeglicher Namen untersagt. Weil ich damals noch so sehr unsicher und unwissend war, bin ich den Anweisungen des Managements vom Estilo Argentino einfach blind gefolgt. Ich habe sämtliche Namen und Verlinkungen aus meinen Texten gelöscht.

Damals hatte ich einfach noch keine Ahnung und habe es wahrscheinlich heute auch noch nicht. Auch nach drei Jahren allerlei Versuchen kann ich immer noch nicht behaupten, dass ich weiß wie das Internet funktioniert. Ich weiß auch immer noch nicht wie Facebook, Instagram oder sonst der Gleichen funktionieren, aber ich habe eine Entscheidung getroffen und in all den Jahren auch ein kleines Maß an Selbstsicherheit gewonnen.

Ich werde mich nicht mehr so schnell einschüchtern lassen. Schließlich habe ich das Fleisch als Privatperson gekauft, habe also den vollen Preis dafür bezahlt. Das hier ist mein ganz persönlicher und privater Blog in dem ich nur meine Meinung wiedergebe. Zur Unterstützung meiner ganz persönlichen Meinung hole ich mir dazu zusätzlich Rat von meinen Freunden ein.

Laut Artikel 5 des Grundgesetzes in Deutschland habe ich das Recht meine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und genau das mache ich in meinem Blog auch. Nichts anderes. Ich bitte also zu verstehen, dass ich meine Meinung auch weiterhin frei äußern werde. Auch wenn Diese dem ein oder anderen nicht immer passt. Der Blog und die Berichte sind nur meine ganz persönliche Meinung. Nichts anderes ist auch dieser Bericht hier über das Picanha.

 

Deswegen möchte ich nun auch endlich mal zum Tasting und damit nach dem langen Vorgeplänkel zur ersten Bewertung des Tastings. Den Anfang macht wie immer die Optik.

2015 gab es für die Optik 7 von 10 möglichen Punkten. 2018 legt das argentinische Picanha tatsächlich noch einen drauf. Diesmal gibt es sogar 8 von 10 möglichen Punkten bei der Bewertung der Optik. Interessante Entwicklung an dieser Stelle auf jeden Fall, in Anbetracht der Optik aber durchaus auch verdient. An diesem Picanha gab es optisch gesehen wirklich wenig auszusetzen. Das Fleisch sah ganz ordentlich aus und der Fettdeckel war natürlich einfach nur wunderschön und machte einfach Appetit auf das Tasting.

Ob das nun auch geschmacklich so weiterlaufen würde? Dazu gleich noch mehr. Kommen wir doch erst mal noch zur Zubereitung. Hierbei haben wir, um einfach einen Vergleich ziehen zu können, genau so verfahren wie damals. Allerdings haben wir die Zubereitung damals noch wesentlich ausführlicher beschrieben. Wirklich detailliert. Wie genau, das zeige ich Euch hier gerne nochmals auf:

„Wir haben uns dazu entschlossen, das Picanha am Stück zu grillen. Nachdem das Fleisch vorab 2-3 Stunden Zimmertemperatur annehmen konnte, haben wir den Fettdeckel rautenförmig eingeschnitten. Da der Fettdeckel sehr dick war, war auch keine besondere Vorsicht geboten. Durch das einschneiden des Fettdeckels wird vermieden, dass sich das Fett beim Grillen zusammenzieht. Durch die vielen Einschnitte behält das Fleisch so seine Form bei.

Anschließend haben wir den Grill auf ordentlich Hitze gebracht. Die Grillfläche sollte richtig heiß sein damit das Fleisch bzw. der Fettdeckel gut angebraten wird. Wenn der Grill also ausreichend Hitze hat, gilt es das Fleisch richtig scharf anzubraten. Durch das scharfe anbraten sollten sich die Fleischfasern schließen und das Fleisch sollte so saftig und zart bleiben.

Nachdem ihr das Fleisch für so ca. 90-120 Sekunden scharf angebraten habt könnt ihr dieses wenden und nun den Fettdeckel kross anbraten.

Jetzt solltet ihr aber aufpassen, denn das Fett des Fettdeckels tropft nun auf die Glut bzw. auf die Flamme eures Gasgrills und das Fett kann sich das ein oder andere Mal entzünden. Ihr solltet also den Grill und das Fleisch gut im Auge behalten.

Auch den Fettdeckel solltet ihr erstmals nur für ca. 90-120 Sekunden braten.

Nachdem wir das Picanha dann von allen Seiten gut angebraten hatten, haben wir es in die indirekte Zone vom Grill gegeben und die Regler des Gasgrill reduziert.

Wir haben unser Picanha dann noch mit einem Fleischthermometer versehen und uns für eine Kerntemperatur von 53°C entschieden. Das Ganze hat in unserem Fall etwa 1 1/2 Stunden gedauert. Da uns das Fett aber noch nicht kross genug war, haben wir die Grillfläche wieder auf Temperatur gebracht und das Picanha nochmals für ca. 2 Minuten auf der Fettseite kross grillen lassen. Jetzt aber, war das Picanha endlich fertig zum Verzehr “!!!

Kommen wir nun also zum geschmacklichem Erlebnis und damit zur spannenden Frage, ob sich in Sachen Geschmack vielleicht auch nochmals eine Verbesserung erzielen lassen konnte. Die Vorzeichen dafür standen ja ganz gut. Die Optik und die Zubereitung passten ja jedenfalls schon mal.

Der erste Anschnitt!! Das Fett hätte hier vielleicht noch etwas krosser sein können, ansonsten aber passte der optische Eindruck auch hier ganz gut. Das machte auf jeden Fall Appetit. Dann der erste geschmackliche Eindruck!! Mmmhhhh. Das hatten wir nicht erwartet. Nach all der Vorfreude auf dieses Tasting war das direkt mal eine Enttäuschung.  

Das Fleisch an sich war damals wie heute zwar zart, doch geschmacklich war dieses Picanha hier diesmal eher neutral und geschmacklich eher zurückhaltend. Weder das Fleisch hatte irgendwelche aufregenden Geschmacksnoten, noch das Fett. Da das Fleisch von grasfressenden Tieren stammt, wäre die dezente und leicht säuerliche Fleischnote für uns ja noch erklärbar gewesen.

Doch was bitte war mit dem Geschmack vom Fett? Ich meine, auf Grund des dicken Fettdeckels hatten wir uns doch schon was mehr Geschmack erhofft. Da kam geschmacklich aber leider gar nichts. Nichts Süßliches, nichts Buttriges und auch nichts Cremiges. Wir hatten nicht mal einen „Labello-Effekt“! Gerade bei so einem ausgeprägten Fettdeckel hätten wir schon so einen leichten Fettfilm auf den Lippen erwartet. Da kam aber rein gar nichts. Das war einfach nur Fett ohne Eigengeschmack. Enttäuschend!!!

UNSER FAZIT:

Wie gerne hätten wir uns gewünscht, das Ergebnis aus dem Jahre 2015 widerholen zu können. Damals war das Picanha wirklich eine Granate in Sachen Geschmack. Leider war es diesmal aber anders. Woran das nun aber lag, dass sich unsere Erwartungen nicht erfüllt haben, das kann ich nur mutmaßen.

Am 11.11.2015 war das Picanha erst unser 13tes Stück Fleisch nach Gründung der Beefscouts. Ich meine, die Idee dazu ist gerade mal fünf Monate zuvor entstanden und der aller erste Bericht über die Beefscouts ging im August 2015 online. Wir standen gerade also erst noch am Anfang und waren damals sicherlich noch total euphorisiert.

Euphorisiert waren wir heute auch, doch fast 240 Berichte später und mit bald drei Jahren Erfahrung auf dem Buckel haben wir heute sicherlich einfach eine andere Einstellung, eine andere Sichtweise zum Fleisch und den Tastings und bewerten das Fleisch sicherlich anders wie damals.

Vielleicht ist das argentinische Fleisch aber auch wirklich einfach nicht mehr das, was es mal war. Ich zitiere mich dazu nochmals selbst aus den ersten Abschnitten: „Nachhaltige und artgerechte Aufzucht ist in den letzten Jahren in Argentinien immer weiter in den Hintergrund gelangt, wodurch die Qualität des Fleisches mehr und mehr zu wünschen übrigließ“!

So oder so. Dieses Tasting war einfach eine Enttäuschung für uns. Schlussendlich ist das die Aussage, die wir auf Grund all der beschriebenen Eindrücke nennen können.  

 

„Zu Informationszwecken führe ich die Links der Firmen, die in diesem Beitrag genannt wurden, im Anschluss an diesen Text unten auf“

Unsere Wertung *

Erscheinungsbild:

8/10

Geschmack:

6/10

Preis/Leistung:

6/10

Gesamtwertung:

7,7/10

+1 für Ökologische Haltung

Gekauft bei

Estilo Argentino

Preis pro KG

25,90 €

Herkunft

Argentinien

Weitere Fotos


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