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Beefscouts

Der Fleischblog

Prime Rib Hochrippe

Alex geschrieben am 10.01.2018
  • Prime Rib, Hochrippe
  • Cut aus dem vorderen Rückenstück
  • vom Black Angus Rind
  • dry aged
  • leicht durchwachsen und extrem saftig

Meine Freunde, mit diesem Tasting kann ich endlich vermelden das sich die Leerung meiner Tiefkühltruhe so langsam dem Ende zuneigt. Wie lange dies jetzt letzten Endes schon andauert, das zeigt auch das Tasting zu diesem Prime Rib. Immerhin hat sich dieses schöne Stück tatsächlich bereits seit März 2017 in meinem Tiefkühler befunden. So lange ist es schon her, dass Benny Gränitz von der Metzgerei Gränitz mir dieses zugesendet hat. Es wurde also höchste Zeit, dieses endlich auf den Prüfstand zu stellen. 

Warum aber gibt es hier eine so große zeitliche Spanne? Das bin ich in den letzten Berichten immer wieder gefragt worden. Deswegen möchte ich an dieser Stelle gerne versuchen mich zu erklären.

Nun meine Freund, wie Ihr sicherlich schon alle bemerkt habt, bin ich verrückt nach Fleisch. Eigentlich immer, wenn sich mir die Gelegenheit bietet, neige ich dazu Fleisch zu kaufen. Egal wo ich bin. So ist es mir im letzten Jahr sehr häufig passiert. Obwohl mein Tiefkühlfach eigentlich schon voll war, konnte ich mich beim Anblick vom Fleisch nicht zurückhalten und habe immer wieder und wieder zugeschlagen. Leider kann ich mich dann auch selbst nicht kontrollieren und das unterbinden.

Wenn meine Synapsen einmal auf ein Stück Fleisch angesprungen sind, dann werde ich unkontrollierbar. Dann und wann fange ich auch einfach mal an zu sabbern und klage über den Verlust meiner Muttersprache, wenn mir ein Stück Fleisch mal wieder die Sprache verschlagen hat.

Deswegen ist es auch passiert, dass dieses Prime Rib nach der Lieferung im März immer weiter in den Tiefen meiner Tiefkühltruhe verschwunden ist. Ende Oktober, eigentlich auch schon Ende September, musste ich dann für mich selbst mal die Notbremse ziehen und mich selbst einbremsen. Nachdem ich bei 2 - 3 Tastings leider Fleisch vorab wegschmeißen musste, weil es den Zenit überschritten hatte, war diese Notbremse auch höchste Zeit. Ihr könnt mir glauben, dass mir das im Herzen sehr weh getan hat. Ich möchte dafür auch keine Ausrede suchen, sondern nehme das voll und ganz auf meine Kappe.

Doch nach diesen Erfahrungen hatte ich mir vorgenommen, dass ich kein Fleisch mehr wegschmeißen wollte, nur weil ich mich selbst nicht bremsen konnte. Klar habe ich bis hier hin noch ein oder zwei Mal zwischendurch Fleisch bekommen, aber im Großen und Ganzen konnte ich mich echt zügeln und habe Stück für Stück meine Tiefkühltruhe bis heute leeren können. Natürlich hatte ich dabei großartige Unterstützung von meinen Mittestern Chris und Felix. Danke dafür Jungs, dass Ihr mir dabei geholfen habt. Ich hoffe Ihr hattet dabei eben so viel Spaß wie ich. Ich freue mich jedenfalls, dass Ihr auch bei diesem Tasting wieder mit dabei wart.

Nachdem ich nun so viele Erklärungen für mein "Versagen" gesucht habe, möchte ich bevor ich das Tasting beginne eine weitere an mich selbst stellen. Vielleicht auch zwei oder drei. "Alex, erklär doch mal bitte, warum du dieses geile Stück so lange in deiner Tiefkühltruhe versteckt hast?" "Also ich an deiner Stelle hätte darauf gebrannt, dieses Stück sofort zu essen!" "Du kannst doch nicht ganz bei Trost gewesen sein oder?" So oder so ähnlich würde ich mich hinterfragen bzw. tue es an dieser Stelle gerade auch.

Warum bloß habe ich dieses Stück so lange in die Tiefkühltruhe verbannt? Leider habe ich darauf keine Antwort und kann es mir und Euch gerade auch nicht erklären. Ich meine guckt Euch dieses Mega Stück Fleisch mal an. Das war nicht nur wegen seiner Größe und Dicke ein richtiger Klopper, immerhin war das Stück knapp 22cm lang und 5,5cm dick, sondern auch wegen der Optik. Das war doch mal ein richtiges Männerstück. "Ich hoffe Ihr driftet jetzt nicht ab, sondern seid immer noch hier beim Fleisch ;-))" Das Fleisch war strahlend rot und war sowohl intramuskulär als auch extramuskulär dick und grob marmoriert. 

Von mir aus hätte es dafür auch 10 Punkte für die Optik gegeben, doch für Chris und Felix war das durchaus schon "too much". Was für uns alle drei auffällig war, war der dunkle Rand am Deckel vom Fleisch. Das kam wohl durch das dry aging. Diesen habe ich vor der Zubereitung aber einfach etwas abgeschnitten.  

Kommen wir nun zu der Zubereitung. Eigentlich sind Chris, Felix und ich uns eigentlich immer einig, das Fleisch erst nach dem Grillen gesalzen gehört. Doch dieses Mal haben wir es mal wieder andersrum gemacht und das Fleisch bereits vor dem Grillen gesalzen. Laut meinem Bericht "Richtig salzen" und den darin wissenschaftlichen Studien, soll das Fleisch durch den dadurch entstehenden "morphologischen Effekt“ saftiger werden. Ihr wisst nicht was das heißt, dann schaut Euch den Bericht doch nochmals an. Dort steht alles genau erklärt. Letzten Endes wird das meiner Meinung nach sowieso immer eine Glaubensfrage bleiben.

Auf jeden Fall haben wir dieses Mal wieder so verfahren, dass wir das Fleisch 10 Minuten bevor wir es auf den Grill gelegt haben, vorab gesalzen haben. Erst danach haben wir das Fleisch scharf angebraten. Da dieses Stück so sehr dick war, haben wir uns hierfür auch deutlich mehr Zeit gelassen. Wenn wir die Steaks sonst immer nur so 60 - 90 Sekunden pro Seite angebraten haben, haben wir uns bei diesen dicken Stück im Vergleich dazu fast eine Ewigkeit Zeit genommen. Hier haben wir das Fleisch locker so drei bis vier Minuten pro Seite scharf angebraten.

Das war diesmal aber auch irgendwie nötig, denn bei den kalten Umgebungstemperaturen musste mein kleiner Napoleon Grill auch ordentlich arbeiten und hatte echt Schwierigkeiten die Temperatur zu halten. Mit etwas mehr Zeit hat das aber auch geklappt und das Fleisch konnte nach dem anbraten in die indirekte Zone und dort langsam auf Kerntemperatur ziehen. Klar, dass Das bei der Dicke von 5,5cm auch wesentlich länger gedauert hat als sonst. Bei ca. 100°C im Grill mussten wir uns hier schon gut eine Stunde gedulden, bis die gewünschte Kerntemperatur von 54°C erreicht war. Danach haben wir den Grill nochmals ordentlich befeuert und dem Fleisch nochmals etwas Temperatur zugeführt. Bis auf das vorherige Salzen haben wir also eigentlich alles wie immer gemacht. 

Es ist doch wohl klar, dass die Vorfreude nach der positiven Bewertung der Optik und dem langen Warten auf das fertige Stück Fleisch an diesem Punkt kaum mehr zu halten war. Jeder von uns drei wollte jetzt endlich probieren und von "diesem geilen Stück" probieren. Deshalb will ich Euch unsere Meinung dazu auch nicht länger vorenthalten.

Das Fleisch war geschmacklich einfach Hammer. Wirklich toll. Nach den optischen Eindrücken, hat dieses Steak auch geschmacklich voll und ganz abgeliefert. Benny hatte mir da nicht zu viel versprochen, als Er mir mit festen Glauben zugesprochen hatte, dass mir dieses Stück Fleisch sicher munden würde und nicht enttäuschen wird. Deswegen freue ich mich auch ganz besonders, das Es genauso kam, wie Benny es mir versprochen hatte. Das Fleisch hatte geschmacklich unglaublich viele Nuancen. Auf der einen Seite war es durch den hohen Fettanteil leicht süßlich und auch buttrig, nein, teilweise auch schon richtig fettig, auf der anderen Seite hatte es aber auch eine sehr feine Rindfleischnote. Auch wenn die bei der Menge an Fett sehr hintergründig war. Dennoch mundete das Gesamtergebnis uns allen drei.

UNSER FAZIT:

Was soll ich bei diesem Fazit denn noch großartig sagen? Ich denke ich habe meine Begeisterung zu diesem Prime Rib in den obigen Zeilen deutlich wiedergegeben. Wenn ich Euch jetzt noch sage, dass dieses Stück Fleisch bei all meiner Begeisterung lediglich einen Kilopreis von 25,54€ kostet, Hey Leute, ehrlich. Bedarf es dazu noch mehr Worte? Nein, meiner Meinung bedarf es manchmal nicht mehr Worte.      

Unsere Wertung *

Erscheinungsbild:

9/10

Geschmack:

8/10

Preis/Leistung:

10/10

Gesamtwertung:

10,0/10

+1 für Ökologische Haltung

Gekauft bei

Metzgerei Gränitz

Preis pro KG

25,54 €

Herkunft

Deutschland

Weitere Fotos


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