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Beefscouts

Der Fleischblog

Produkttest: Beefer

Alex geschrieben am 23.03.2016

 

Was ist der Beefer? Der Beefer ist ein Grill, der anders ist als ein herkömmlicher Hausgrill. Der Beefer ist ein Höhlengerät mit Temperaturen von bis zu 800°C. Hier wird das Fleisch nicht in aller Ruhe gegrillt, hier wird das Fleisch innerhalb kürzester Zeit gebeeft. So zu mindestens verspricht es der Hersteller. Wir waren sehr gespannt, ob der großen Worte auch Taten folgen würden. Also kommen wir zu unserem Test mit dem Beefer.

Wo fangen wir da an? Natürlich mit der Optik:

 Optisch ist der Beefer jetzt nicht so sehr spektakulär. Das Gerät ist 40cm hoch, 23cm breit und 47cm tief und komplett aus Edelstahl gefertigt. Das lässt das Gerät auf jeden Fall sehr hochwertig wirken. Ansonsten kann man gar nicht so viel zur Optik sagen. Hinten am Gerät gibt es einen Regler fürs Gas, vorne einen Regler für die Steuerung der Höhe des Gargutes innerhalb des Beefers. Im Lieferumfang befinden sich zwei Edelstahl Tropfschalen, eine Edelstahl Grillauflage für das Grillgut und eine Art Griff für die Auflage. Das war es dann aber auch schon. Innerlich, auch erst einmal sehr unspektakulär, war der Heizstrahler zu erkennen. Soviel hier zur Optik. Optisch noch kein Wunderwerk.

Was macht das Gerät dann so besonders? Den Zauber entwickelt dieses Gerät erst im Betrieb. Der Heizstrahler entwickelt eine Temperatur von bis zu 800°C. Das ist eine Zahl, da kommen haushaltsübliche Grills nicht mal annäherungsweise in die Nähe von. Der Hersteller verspricht, dass das Grillgut hier innerhalb kürzester Zeit gegart wird. Also lasst uns zum interessanten Teil übergehen und den Beefer in Betrieb nehmen. Das geht hier eigentlich relativ simpel von statten. Eigentlich. Denn hier hat sich uns gleich ein Manko aufgetan. Der Beefer hat keinen elektrischen Zünder. Das heißt, ihr müsst eine Feuerquelle von außen an den Brenner bringen. Dabei ist höchste Vorsicht geboten. Den kommt es hier zu einer Gasverpuffung, sind hier sicherlich leichtere Verbrennungen der Hand möglich. Dies wurde uns auch vom Besitzer des Beefers so zugetragen. Das ein oder andere Haar ist dabei schon ausgedünnt worden. Wir waren also vorgewarnt und haben einfach ein Stück Papier angezündet und unter den Heizstrahler gehalten. Das funktionierte dann sehr gut und auch ohne Verbrennungen oder Haarverlust. Innerhalb kürzester Zeit entwickelte der Grill eine enorme Hitze. Natürlich haben wir nicht nachgemessen, aber auch mit etwas Abstand zum Grill war die Hitze deutlich zu spüren. Der Heizstrahler glühte förmlich.

Es wurde also Zeit für das Fleisch. Wir haben uns für unseren ersten Test gleich mal für einen richtig dicken Klopper entschieden. Zu ehren dieses Grills opferten wir ein schönes Stück Txogitxu Sidrería Txuleton. Der Name Txogitxu steht für höchste Fleischqualität und war unserer Meinung nach genau richtig für den Beefer geeignet. (Den Bericht zum Txogitxu findet Ihr hier: Txogitxu Sidreriá Txuleton)

                                      

 Also ab damit auf den Grillrost und rein in den Beefer. Da das Fleisch wirklich sehr dick und groß war, hatten wir allerdings kleinere Schwierigkeiten, dieses in den Grill zu bekommen. Nach ein zwei kleiner Justierungen passte es aber. Wir haben das Grillgut auf der minimal möglichsten Höhe eingelegt um erst einmal eine kleine Distanz zwischen Heizstrahler und Fleisch zu bekommen. Danach haben wir es dann, mittels des rechts am Gehäuse befindlichen Drehreglers, nach oben Richtung Heizstrahler gedreht. Und da war es dann auch, das vom Hersteller umschriebene „Höhlenfeuer“.

 Wir waren so fasziniert von den Geräuschen und den Bildern, die uns da geboten wurden, dass wir einen Augenblick lang sogar etwas unachtsam waren und gar nicht bemerkt haben, wie schnell das Fleisch gegrillt wurde. Das ging wirklich sehr schnell. Da muss man wirklich sehr gut aufpassen und darf das Fleisch nur kurzzeitig dieser enormen Hitze aussetzen. Unser Fleisch hatte schon nach gefühlten Sekunden leichte Verbrennungsanzeichen. Also haben wir es gedreht und bei der anderen Seite besser aufgepasst. Auch hier haben wir es nur Sekunden der Hitze ausgesetzt. Das reicht aber aus, um die Oberfläche vollkommen zu grillen. Durch die enorm hohe Hitze karamellisiert das Fett und die austretenden Säfte und bilden eine feste, durchgehende, gleichmäßige Kruste. Da unser Stück aber so dick war, reichte es natürlich nur zu einer äußerlichen Garung. Im Kern selbst war das Fleisch noch roh und hatte lediglich eine Kerntemperatur von 23°C. Es musste also noch nachgaren. Dazu haben wir das Fleisch in eine Edelstahlpfanne aus dem Lieferumfang gelegt und ganz unten in den Garraum gelegt. Da trat dann auch gleich das zweite Problem auf. Der Drehregler zum Verstellen der Höhe ragte hier in den Garrum hinein und war unserer Meinung nach dort etwas deplatziert. Wir hatten etwas Schwierigkeiten, die Edelstahlpfanne unten im Garraum zu platzieren.

Dennoch haben wir es mit etwas Nachhilfe dann doch geschafft. Das Fleisch konnte nun in aller Ruhe nachziehen. Dachten Wir. Aber bei diesem Gerät funktioniert wohl nichts „mit aller Ruhe“. Die Kerntemperatur stieg auch im unteren Bereich relativ schnell an, obwohl wir den Regler für die Gaszufuhr schon herab gedreht hatten. Das Fleisch war innerhalb von knapp 15 Minuten bis in den Kern durchgezogen und hatte schnell eine Kerntemperatur von 55°C erreicht. Um auf Nummer sicher zu gehen, haben wir den Regler vom Heizstrahler aber nochmals was aufgedreht und das Fleisch nochmals kurz unters Feuer gehalten. Das war es dann aber auch schon. Das ganz hat jetzt keine halbe Stunde gedauert. Beeindruckend. Bis hierhin hat der Beefer tadellos funktioniert und unsere Erwartungen voll und ganz erfüllt. Das Fleisch wurde wirklich innerhalb kürzester Zeit gegart. Nein, es wurde gebeeft. Blieb nur noch die Verkostung. Ohne viel vor Weg zu nehmen und ohne genauer auf das Fleisch einzugehen, können wir sagen, dass wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden sind. Das Fleisch hatte äußerlich eine sehr kräftige Farbe. Das Fett war ordentlich kross und sehr gut gelungen. Optisch ein super Ergebnis. (Den kompletten Bericht zum Txogitxu findet Ihr hier: Txogitzu Sidreriá Txuleton) 

Unser Fazit

Zwei Kleinigkeiten hätten wir an dem Gerät zu bemängeln. Kein elektrischer Anzünder und der für uns falsch platzierte Drehregler für die Höhenverstellung. Da hätten die Entwickler unserer Meinung nach gerne noch etwas weiterdenken dürfen. Dies hat unsere Anwendung etwas behindert. Dennoch hat das Gerät zu unserer vollsten Zufriedenheit funktioniert. Die Handhabung ist nicht kompliziert und leicht verständlich. Sie erfordert allerdings ständig höchste Aufmerksamkeit. Ist das Fleisch nur etwas zu lange unter dem Beefer, ist es leicht verbrannt. Hier kommt keine Lagerfeuerromantik auf, dafür funktionieren die Abläufe hier einfach viel zu schnell. Dann ist da natürlich auch noch der Preis von 699€. Ist das gerechtfertigt? Das sollte vielleicht jeder selber entscheiden. Das Gerät ist in seiner Funktionalität natürlich sehr eingeschränkt, durch die Größe und die starke Hitze. Dennoch, es sind nur hochwertige Materialien verbaut worden. Das komplette Gerät ist aus Edelstahl, welches eine Langlebigkeit garantiert. Und eigentlich erfüllt der Beefer auch genau seinen Zweck. Er ist eine Steakmaschine. Und in dieser Disziplin ist der Beefer sicherlich einmalig und federführend. Für uns, wird dieses Gerät sicherlich eine Option, die früher oder später einmal auch in unseren eigenen Besitz über gehen wird. Hoffentlich lieber früher als später.    

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