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Beefscouts

Der Fleischblog

Pur Texel Lammkeule

Alex geschrieben am 24.05.2017
  • Lammkeule
  • Texel-Lamm von der Nordseeinsel Texel
  • aus artgerechter Haltung
  • Cut aus der Keule vom Lamm ohne Knochen
  • grobfaseriger Muskel mit hohem Fettanteil
  • durchgehender Fettdeckel

Ich muss zugeben, ich bin ja mittlerweile ein richtiger Lammfleisch-Fan. Gutes Lammfleisch würde ich niemals ablehnen. Deswegen fand ich eine Anzeige im wöchentlichen Werbeprospekt auch sehr interessant und habe mir das Ganze mal angeschaut, obwohl ich dem gegenüber gleichzeitig auch sehr skeptisch war. Warum? Das möchte ich Euch gerne erklären.

Wenn ich zum Wochenende hin die wöchentlichen Werbeprospekte meiner umliegenden Einzelhändler durchblättere, dann verweile ich eigentlich gar nicht mehr bei dem angebotenen Fleisch. Sicherlich versucht der Einzelhandel sich in Sachen „gutes Fleisch“ breiter aufzustellen und seine Anteile am Markt zu ergattern, doch meiner Meinung nach und in meiner Region hier, geht es oft nicht über den Versuch hinaus. Doch an diesem Wochenende habe ich eine Anzeige entdeckt, die meine Aufmerksamkeit erregte. Dort waren drei Stücke Lammfleisch von Pur Texel abgebildet. Darunter dann Merkmale wie zum Beispiel -bestes Premiumfleisch -besondere Rassetiere -exklusive Züchtung. Das sind Dinge, die ich in so Werbeprospekten schon öfters gelesen habe. Als letztes stand dort aber -artgerechte Haltung Regeneration vor dem Schlachten. „Artgerechte Haltung“, da habe ich meine Augen gespitzt. Da ich das aber immer noch nicht so Recht glauben wollte, habe ich angefangen zu recherchieren. Bei meiner Recherche bin ich dann auf der Seite http://www.baumann-lamm.de/qualitaet-und-guetesiegel/ gelandet.

Unter dem Gütesiegel „Pure Texel“ war dort folgendes geschrieben was ich Euch in Auszügen zeigen möchte: „Die legendären Texel-Lämmer stammen ursprünglich von der Nordseeinsel Texel in Nordholland.“ Dann wird kurz auf deren Verbreitung in Europa eingegangen und von wo man die Texel-Lämmer bezieht. Sie kommen aus der Nordseeregion, Schleswig-Holstein und Holland. Der für mich entscheidende Teil kommt aber dann: „Die Lämmer wachsen auf Bauernhöfen auf, auf denen sie durch die großzügigen Weiden viel Platz zum Grasen haben. Original Texel-Lammfleisch stammt von Lämmern, die mindestens hundert Tage alt sind, also über drei Monate auf den weitläufigen Weiden umherlaufen und grasen konnten.“ Zum Schluss wird nochmals auf den erlesenen Gourmetgenuss hingewiesen. „Die Luft sowie der salzhaltige Boden verleihen dem Fleisch ein herausragendes, leicht salziges Aroma.“

Das klingt doch super oder? Für mich klingt das plausibel und real. Natürlich bleibt immer noch ein Stück Restskepsis, aber mehr als das geschrieben zu glauben kann ich im Moment nicht tun. Bis ich das Gegenteil nicht beweisen kann, ist das meine Wahrheit, die ich glauben soll und kann.

Also bin ich ab zu REAL und habe mir eine Lammkeule und einen Lammrücken besorgt und wollte das ganze testen und hier beginne ich nun auch mit meinem ersten Test. Den Anfang macht die Lammkeule.

Die Lammkeule kommt, wie der Name es vermuten lässt, von der hinteren Keule, also praktisch dem Oberschenkel vom Lamm. Auffällig war sofort der Kugelknochen der den Cut durchzog. Dieser war sehr sauber aus der Hüftpfanne ausgetrennt und stach aus der Optik gleich hervor. Der Cut war insgesamt sehr sauber geschnitten und sah aus wie ein Bugstück. Er hatte einen schönen, weißlichen und durchgehenden Fettdeckel. Das Fleisch war kräftig rot und wirkte auf den ersten Blick im Querschnitt sehr mager. Untenrum waren dann aber doch ein Paar Fetteinschlüsse erkennbar. An dieser Stelle sagt das Bild wohl mehr, als das es meine Worte ausdrücken könnte. Also schaut einfach mal selbst. 

Da wir bisher noch keine Lammkeule hatten und auch nicht wussten, wie man diese am besten zubereiten sollte, habe ich mich einfach für Sous-Vide entschieden. Das war für mich der einfachste und unkomplizierteste Weg. Dazu habe ich die Lammkeule einfach einvakuumiert und das Wasserbad angeschmissen. Meine Idee waren 24 Stunden bei 52°C. Warum diese Werte? Das war einfach so ein Gefühl. Zum einen wollte ich das Fleisch zart bekommen, deswegen die 24 Zeitstunden im Wasserbad. Zum anderen wollte ich es innerlich noch schön rosa haben. Die Erfahrungen der letzten Tests bei Lammfleisch haben uns gezeigt, dass 52° C Kerntemperatur ein ausgezeichneter Wert sind. Deswegen haben wir das hier auch wieder angewandt. Nach den 24 Stunden haben wir die Keule dann noch schön scharf angebraten. An now, it´s time to taste.

Das Ergebnis war wie erwartet. Den Fettdeckel haben wir wirklich super kross und goldbraun hinbekommen. Im Kern war das Fleisch noch schön rosa, so wie wir das erwartet hatten. Optisch also voll gelungen. Hier hatten wir alles gegeben, um das ideale Ergebnis zu erzielen. Jetzt musste es nur noch schmecken. Da will ich auch gleich fair urteilen. Ich war echt überrascht, dass dieses Lamm-Fleisch doch so etwas wie Geschmack hatte. Der Fleischgeschmack war zwar nur sehr mild und alles andere als „herausragend oder salzig“ aber doch war hier ein gewisser Lamm-Geschmack zu schmecken. Vielleicht auch ein wenig tranig. Das hat mich überrascht. Durch das Sous-Vide-Verfahren war das Fleisch butterweich und das Fett hat sich toll zersetzt. Das Fett war es auch, was im Geschmack auch deutlich überwiegte.

UNSER FAZIT:

Lammfleisch ist sicher nicht Jedermann Geschmack und ich habe auch nicht erwartet, dass mich dieses Lammfleisch umhaut und beeindruckt. Wie gesagt, ich stand dem Thema eher skeptisch gegenüber, aber ich finde, dass dieses Fleisch einen guten Einstieg in die Materie Lamm bietet. Dazu kommt ein unerhört günstiger Preis von gerade mal 13,90€ das Kilo. Für Einsteiger ideal, für mich wirft es aber die Frage auf, kann ich mit so einem Preis so eine Qualität, wie auch beschrieben garantieren?    

Unsere Wertung *

Erscheinungsbild:

7/10

Geschmack:

5/10

Preis/Leistung:

8/10

Gesamtwertung:

7,7/10

+1 für Ökologische Haltung

Gekauft bei

Preis pro KG

13,90 €

Herkunft

Deutschland

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