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Beefscouts

Der Fleischblog

Red Angus Bavette vom Bauernhof

Alex geschrieben am 18.02.2018
  • Bavette vom Aberdeen Angus
  • Cut aus der Flanke vom Rind
  • 3 Wochen trocken gereift
  • reine Grasfütterung
  • zum kurzbraten prima geeignet 

Ganz ehrlich!!! Ich war mir echt nicht sicher ob ich zu dieser Bavette wirklich einen Bericht schreiben sollte. Optisch gesehen war das ja sowas von skurril, wie ich es selten zuvor gesehen habe. Doch dann dachte ich mir, ich schreibe diesen Bericht einfach etwas oberflächlicher und nicht so ernst. Also, hier nun der Bericht zu meiner Bavette vom Bauernhof. Oberflächlich und nicht so ernst!!!!

Was allerdings auch nicht so einfach ist. Denn, womit fange ich bei diesem Bericht an? Etwa dem Grund warum ich den Bericht nicht veröffentlichen wollte? Oder doch lieber mit dem Grund, warum ich Ihn nun doch veröffentliche und ihn letzten Endes oberflächlich und nicht so ernst behandle. Schwierige Frage, doch irgendwie beinhalten beide Fragen ähnliche Antworten.

Ich bin jetzt einfach mal spontan und lass mich durch meinen Schreibfluss leiten. Deshalb möchte ich erst die Frage beantworten, warum ich den Bericht eigentlich nicht schreiben wollte bzw. veröffentlichen.

Zum einen natürlich auf Grund der Optik. Ich meine, schaut Euch diese doch mal an. Habt Ihr schon mal so ein skurriles Stück Fleisch gesehen? Ich jedenfalls noch nicht. Entschuldigt bitte das ich das jetzt sage, aber irgendwie war das für mich das hässliche Entlein. Klar, wir alle kennen die Geschichte vom hässlichen Entlein was sich dann in einen wunderschönen Schwan verwandelt hat. Doch das war ein Märchen und bei dieser Bavette wohl kaum anzunehmen. Punkt 1 also die Optik. 

Punkt 2 war dann die Tatsache, dass ich dieses Fleisch beim Bauern um die Ecke gekauft habe und dafür nur sehr kleines Geld bezahlt habe. Das war mehr so zum Testen gedacht und eigentlich nicht als Tasting gedacht. Wenn es also in die Hose gegangen wäre, dann hätte ich das verkraften können.

Doch dann dachte ich mir. Hey, dafür ist ein Tier gestorben und der Bauer hat dafür einen professionellen Schlachter und Zerlegemeister beauftragt. Dieser hat sich die Mühe gemacht, dieses Tier im Auftrag des Bauern zu schlachten und zu zerlegen. Hier ist also auch sehr viel handwerkliches Geschick eingeflossen. 

Damit komme ich dann auch schon zu den Gründen, warum ich diesen Bericht nun doch unbedingt veröffentlichen möchte. Erstens: Es ist ein Tier dafür gestorben. Zweitens: Der Bauer hat den Aufwand betrieben, das Tier durch einen Schlachter und Zerlegemeister schlachten und zerlegen zu lassen. Alleine dafür sollte der Bauer eine Belobigung erhalten und auch den Respekt dafür. Deswegen erweise ich Ihm den nötigen Respekt und veröffentliche den Bericht nun.

Ich war auf diesem Hof nämlich schon öfters zu Besuch und schätze die Arbeit, die dort gemacht wird. Es sind nicht unbedingt die Zuschnitte vom Fleisch. Da gibt es an der ein oder anderen Stelle sicherlich noch Verbesserungsbedarf, aber die Arbeit an sich ist es, die den Respekt verdient. Ich meine, hier werden monatlich mehrere Tiere geschlachtet und dann direkt auf dem Hof verkauft. Und es gibt dort nicht nur Red Angus, sondern auch Galloway Fleisch und Duroc Fleisch. Saisonal sogar auch Putenfleisch. Alles aus eigener Haltung und Aufzucht und das in unmittelbarer Umgebung zum Bauernhof.

Von wem ich hier spreche fragt Ihr Euch jetzt? Vom Bauernhof Hütter aus Sprockhövel. Wenn Euch jetzt mal interessiert wie die Tiere da so leben, dann empfehle ich Euch meinen Bericht „Hinter den Kulissen vom Bauernhof Hütter“! Dort gibt es tolle Fotos von den Tieren auf den Weiden.

Warum also, sollte ich den Bericht nicht veröffentlichen und Euch vom Tasting erzählen? Also, kommen wir nun zum klassischen Teil des Tastings. Beginnend mit der Bewertung der Optik. (Natürlich immer noch nicht so ernst)

Das diese Bavette wohl mit einer der ungewöhnlichsten Cuts war, die ich jemals zuvor gesehen hatte, das brauche ich an dieser Stelle wohl nicht nochmals zu wiederholen. Ich meine seht es Euch selbst mal an. Schönheit liegt sicherlich im Auge des Betrachters, doch der Betrachtungswinkel hier müsste schon sehr verschoben sein, um hier von einer Schönheit zu sprechen. Andererseits könnte ich natürlich auch sagen, das diese Bavette durch aus Charakter und einen gewissen Charm hatte und Ihr wisst ja, das ich eigentlich auf Charakterstücke stehe. Dennoch bekommt es von mir in Sachen Optik nur 6 Punkte. Meiner Mienung nach hätte es ruhig noch etwas aufregender sein können. 

Über die Zubereitung muss ich sicherlich auch keine großen Reden schwingen. Ich meine, wir reden hier von einer Bavette, einem flachen Cut aus der Flanke des Rindes. Dadurch das es nur so sehr dünn ist, war die Zeit, die es auf dem Grill verbringen musste auch nur sehr gering. Scharf anbraten, in der indirekten Zone ziehen lassen und dann nochmals scharf anbraten. Fertig!!

Und der Geschmack? Spielt eigentlich auch fast eine Nebenrolle. Natürlich war das jetzt keine Offenbarung oder wer weiß was für ein Hit, aber es war seinem Preis entsprechend ein sehr solides Stück Fleisch. Ich rede hier von einem zarten Biss und einem schönen Mundgefühl mit einer leichten Rindfleischnote, ohne irgendwelche Nebengeschmäcker. Für einen Grillabend, vielleicht auch mit schönen Marinaden, Soßen und Dips, wäre das Fleisch jedenfalls sehr gut geeignet.

MEIN FAZIT:

Spielt hier eigentlich auch kaum eine Rolle. Bei einem Preis von gerade mal 14,95€ das Kilo ist diese Bavette natürlich ein echter Preiskracher. Wie gesagt: In diesem Bericht steht für mich viel mehr die Arbeit und Leistung vom Hof Hütter im Vordergrund, als das eigentliche Tasting. Ich war dort bereits mehrfach zu Besuch und weiß die Arbeit dort einfach zu würdigen. Mit ein paar Geschmacks-unterstützenden Soßen und Dips wäre das sicherlich ein ganz tolles Ergebnis geworden.

Prädikat: empfehlenswert!!!

Liebe Frau Hütter, bitte machen Sie weiter so. Ihre Arbeit und das Engagement welches Sie betreiben ist äußerst lobenswert. Ich freue mich schon auf die nächsten Fleischlieferungen!!!  

Unsere Wertung *

Erscheinungsbild:

6/10

Geschmack:

6/10

Preis/Leistung:

8/10

Gesamtwertung:

7,7/10

+1 für Ökologische Haltung

Gekauft bei

Bauernhof Hütter

Preis pro KG

14,95 €

Herkunft

Deutschland

Weitere Fotos


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