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Beefscouts

Der Fleischblog

Rumpsteak vom Ross

Alex geschrieben am 11.05.2016

Wie viele von Euch haben schon mal Pferdefleisch probiert? Wir beide auf jeden Fall noch nie zuvor. Deswegen haben wir uns heute für ein Rumpsteak vom Pferd entschieden. Den Tipp dazu haben wir von einem Kollegen bekommen. Diesem Tipp sind wir natürlich sehr gerne nachgegangen und haben dazu die Rossschlachterei Dirk Bäumer in Dortmund aufgesucht. So außergewöhnlich und geheim der Tipp des Kollegen war, so geheim wirkte auch das kleine Lädchen in Dortmund Barop. Ein kleiner Verkaufsraum, eine kleine Verkaufstheke und Öffnungszeiten von Donnerstag bis Samstag. Dennoch absolut voller Scharm, auch dank der wirklich netten Verkäuferinnen. Wir wurden hier, gerade auch auf Grund unserer Unwissenheit, wirklich sehr nett beraten. Man hat sich sehr viel Zeit für uns genommen und alle offenen Fragen beantwortet. Dafür vielen Dank und ein Lob.  Die dort angebotene Ware beschränkt sich natürlich ausschließlich auf Pferdefleisch.

Die Tiere sind alle Warmblüter und stammen aus privater Haltung aus NRW und haben meistens ein Alter zwischen 10 und 20 Jahren. Geschlachtet werden die Tiere nur dann, wenn z.B. irreparable Sehnenschäden an den Beinen oder der Wirbelsäule oder Atrose in den Gelenken vorlag. Es wird also kein Tier nur deshalb geschlachtet, um Fleisch zu liefern, sondern einzig und alleine auf Grund nicht mehr tragbarer und lebensunfreundlicher Umstände des Tieres. Hier stehen das Tier und sein Wohl absolut im Vordergrund und nicht der Profit.  Nach der Schlachtung des Tieres hängen die Schlachtkörper ca. 8 Tage im Kühlraum ab, bevor das Fleisch ausgelöst und Vakuum versiegelt wird. Danach reift das Fleisch nochmals ca. 3 Wochen wet-aged weiter.

Auf Grund der Beratung hatten wir uns für ein Rumpsteak entschieden. Der Cut selbst war jetzt nicht so aufregend, eher ungleichmäßig. Dennoch hatte der Gedanke, gleich Pferdefleisch zu verkosten, ständig bestand. Irgendwie dennoch aufregend, weil außergewöhnlich. Das Fleisch hatte eine wirklich dunkelrote Farbe, fast bräunlich. Das Fleisch hatte nur minimale intramuskuläre, fast Haarriss ähnliche, Marmorierung. Eigentlich fast gar keine Marmorierung. Eigentlich aber auch zu erwarten. Man sieht ja eher selten fette Pferde. Meist sind diese ja eher sportlich ambitioniert. Warum sollte sich das bei der Optik des Fleisches also anders verhalten. Mehr können wir zur Optik aber auch nicht sagen.

Bei der Zubereitung haben wir ebenfalls nach den Tipps der Verkäuferin gehandelt. Diese empfahl uns, das Fleisch wirklich nur kurz zu braten, maximal 3 Minuten von jeder Seite. Das Pferdefleisch sollte eher „medium rare“ als „durch“ gegessen werden, um die Saftigkeit zu bewahren. Genauso haben wir dann auch verfahren. Vor der Zubereitung auf dem Grill haben wir das Fleisch noch komplett mit Öl eingerieben. Da das Fleisch praktisch keinerlei Fettanteil besaß, wollten wir so vermeiden, dass das Fleisch am Grillrost pappen bleibt. Letzten Endes hat das auch ganz gut geklappt. Bei einer Grilltemperatur von 315°C haben wir das Fleisch wirklich nur sehr kurz, scharf von beiden Seiten angebraten. Danach haben wir es nochmals für ca. 4 Minuten auf den Warmhalterost des Grills gelegt. Nach einem Drucktest mit dem Finger, empfanden wir den Garpunkt als genau richtig. Gemessen haben wir nicht, sondern nur nach Gefühl agiert.

Das Ergebnis gab uns Recht. Äußerlich war das Fleisch wirklich hervorragend angebraten, der Kern war wunderbar rosa. Optisch schon mal sehr gelungen. Was am Ende aber zählt, ist der Geschmack. Dieser war anfangs leicht süßlich, im Abgang aber eher kräftig sauerrahm-artig. Vielleicht war es Einbildung, aber wir hatten so einen leichten Getreidegeschmack im Abgang. Das Fleisch ging geschmacklich tendenziell eher Richtung Wildfleisch, als Richtung Rindfleisch. Auf jeden Fall war das Fleisch sehr zart und saftig. Auf Grund seines geringen Fettanteils, aber einer großen Anzahl an Mineralstoffen wie Eisen, Zink, Magnesium und einigen Vitaminen ist es zudem natürlich auch sehr gesund.

Unser Fazit

Der Gedanke daran, Pferdefleisch zu probieren, hatte uns schon eine gewisse Vorfreude bereitet. Dieses Tasting sind wir wirklich total unvoreingenommen angegangen, weil wir einfach nicht wussten, was uns erwarten würde. Geschmacklich war es sicherlich besonders, besonders auf seine eigene Art. Es war halt Pferdefleisch und schmeckte anders, als alles was wir zuvor probiert hatten. Das macht es sicherlich außergewöhnlich. Es war aber keine Geschmacksexplosion. Dennoch sollte jeder einmal dieses Fleisch probieren. Die Erfahrung macht es zu etwas ganz Besonderem.  

Unsere Wertung *

Erscheinungsbild:

7/10

Geschmack:

7/10

Preis/Leistung:

8/10

Gesamtwertung:

8,3/10

+1 für Ökologische Haltung

Preis pro KG

20,90 €

Herkunft

Deutschland

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