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Beefscouts

Der Fleischblog

Spezial Cut Steak vom Wasserbüffel

Alex geschrieben am 11.04.2018
  • Spezial Cut Steak 
  • vom deutschen Wasserbüffel
  • von einem männlichen Tier
  • ca. 2 Jahre alt
  • hauptsächlich reine Grasfütterung
  • im Winter werden Heu und Silage zugefüttert
  • 3-4 Wochen wet aged

Fleisch vom Wasserbüffel? Da gab es in der Vergangenheit doch bereits Geschichten hier im Blog zu. Das ein oder andere Stück ist uns hier in der Vergangenheit ja schon untergekommen. Leider waren die Ergebnisse vom argentinischen und vom italienischem Wasserbüffel allerdings eher mittelmäßig. Diesmal gibt es aber ein Stück vom deutschen Wasserbüffel. Wie das Ergebnis diesmal ausgefallen ist? Das erzähle ich Euch nun gerne hier:

Wisst Ihr, ich bin nicht unbedingt ein Mensch der nachtragend ist. Ich bin gerne bereit, Dinge nochmals zu probieren und mich immer wieder vom Gegenteil überzeugen zu lassen. Genau so war es auch in diesem Fall. Nachdem wir im Jahre 2016 bereits vier Tastings mit Fleisch vom Wasserbüffel hatten, das Filet und das Ribeye vom italienischen Wasserbüffel und  ein Brisket und ein Stück Hüfte vom argentinischen Wasserbüffel und die Ergebnisse geschmacklich alle nicht so berauschend waren, haben wir erst einmal etwas Abstand zum Wasserbüffel genommen.

Doch nach dem mir Benny Gränitz von der Metzgerei Gränitz eine Nachricht schrieb und mich fragte, ob ich nicht mal wieder Lust auf ein Stück vom Wasserbüffel hätte, da habe ich sofort zugesagt. „Er hätte da ein Spezial Cut Steak vom Wasserbüffel, welches sicherlich interessant für mich wäre“ sagte Er mir. Von einem Hof aus seiner unmittelbaren Umgebung und von glücklichen Tieren aus artgerechter Haltung, die praktisch das ganze Jahr über draußen stehen und sich von dem ernähren, was die grünen Wiesen so zu bieten haben. Lediglich im Winter werden zusätzlich noch Heu und Silage zugefüttert. Wenn Ihr noch weitere Infos und vor allem Bilder von den Büffeln braucht, dann lege ich Euch Benny Bericht zum Besuch dort nahe: Besuch bei den Wasserbüffeln

So, so. Ein Spezial Cut Steak. Gerne, nehme ich. Aber sag mal Benny, was ist eigentlich der Spezial Cut vom Wasserbüffel?“ fragte ich. Seine Antwort darauf: „Naja, das kann man gar nicht so richtig beschreiben. Der Spezial Cut kommt aus vielen verschiedenen Stücken, welche keine offizielle Bezeichnung haben. Es ist also ein Sammelbegriff, der einen Abschnitt eines Stückes Fleisch vom Wasserbüffel beschreibt!“   

Das Fleisch stammte übrigens von einem männlichen Wasserbüffel, der ca. zwei Jahre alt war. Leider keine Selbstverständlichkeit, denn in manchen Ländern werden die männlichen Bullen gleich nach der Geburt geschlachtet, da sie nicht zur Produktion von Büffel-Mozzarella oder Ähnlichem geeignet sind. Schön, dass das hier anders gehandhabt wird und auch die männlichen Wasserbüffel leben dürfen.

Wenn es um die Beschreibung der Optik geht, dann würde ich allerdings auf den Begriff „schön“ verzichten wollen. Das war optisch zwar ein sehr solides Stück Fleisch, dunkel rot und total mager und ohne Fettanteil, doch „schön“ ist hier unserer Meinung nach sicherlich das falsche Wort. Das war eher unaufgeregt und schlicht. Ich meine, das liegt natürlich im Auge des Betrachters, aber zu mindestens in Sachen „Optik“ konnten wir diesem „Spezial Cut Steak“ nicht die große Euphorie abgewinnen.

Vielleicht könnte sich das ja in Sachen „Geschmack“ noch ändern. Obwohl, auch diese Bewertung könnte sich in unseren Augen als sehr schwierig erweisen. Ohne zu wissen, wo dieses Stück nun genau herkommt, ist es halt unheimlich schwierig zu bewerten, ob es geschmacklich abliefert was der Cut an sich verspricht. Versteht Ihr was ich meine? Vielleicht mache ich mir da auch zu viele Gedanken vorweg. Vielleicht sollten einfach lieber probieren und danach entscheiden. Also lasst uns einfach mal mit der Zubereitung anfangen.

Ein kleiner Schritt vielleicht aber noch kurz vorweg vor der eigentlichen Zubereitung, einfach weil ich es in der Vergangenheit nur noch sehr selten erwähnt habe. Wir nehmen das Fleisch ca. zwei bis drei Stunden vor der eigentlichen Zubereitung bereits aus dem Kühlschrank und befreien es im Anschluss daran direkt von der Verpackung. So soll das Fleisch wieder atmen können und in aller Ruhe Raumtemperatur annehmen. Einfach, damit es keinen Hitzeschock auf dem heißen Grill erleidet. Das machen wir eigentlich immer so.

Wenn das Fleisch dann Zimmertemperatur hat und der Grill auch ordentlich Feuer gefangen hat, dann geht´s zur eigentlichen Zubereitung, dem grillen. Da Benny mir verraten hatte, dass dieses Fleisch und dieser Cut sich hervorragend zum kurzbraten eignen, haben wir hier auch genau so verfahren. Nach der „Jack O´Shea Methode“ haben wir das Fleisch immer wieder gedreht, bis es eine endgültige Kerntemperatur von 53°C hatte. Danach haben wir es noch kurz ruhen lassen und dann schön tranchiert.

Zum Geschmack können wir an dieser Stelle allerdings nicht so sehr viele Worte verlieren. Ähnlich wie schon in Sachen „Optik“ beschrieben, war das Fleisch auch geschmacklich grundsolide. Der Biss war zart und das Fleisch war natürlich äußerst mager. Das hatte sich optisch ja schon angedeutet. Doch irgendwie fehlte hier der Geschmack. Vom Eigengeschmack können wir hier nicht wirklich reden. Wir können dem zwar nichts Schlechtes abgewinnen, aber eben auch nix großartig Tolles.

UNSER FAZIT:  

Optisch wie geschmacklich war das ein durch aus solides Stück Fleisch. In beiden Fällen kein Knaller, dennoch zufriedenstellend. Wenn wir die ersten vier Tastings aus dem Jahre 2016 noch mit einbeziehen, dann können wir sogar nicht anders als zu sagen, dass dieses „Spezial Cut Steak vom Wasserbüffeldas beste Stück war, was wir jemals von einem Wasserbüffel gegessen haben.

Unsere Wertung *

Erscheinungsbild:

6/10

Geschmack:

7/10

Preis/Leistung:

7/10

Gesamtwertung:

7,7/10

+1 für Ökologische Haltung

Gekauft bei

Metzgerei Gränitz

Preis pro KG

31,52 €

Herkunft

Deutschland

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