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Beefscouts

Der Fleischblog

Teppanyaki Cut vom spanischen Wagyu

Alex geschrieben am 28.02.2018
  • Teppanyaki Cut, Chuck Edge Flap Roast
  • Cut aus dem Zungenstück / dem Nacken vom Rind
  • vom spanischen Wagyu-Rind aus artgerechter Haltung
  • Rinder erreichen ein Schlachtalter von 40 Monaten
  • außerordentlich hohe Marmorierung

Freunde, Ich muss Euch sagen, ich habe mich verliebt. In einen Teppanyaki-Cut. Gefunden habe ich Ihn in der Fleischboutique Dortmund. Diese Anziehung, die gleich von Anfang an zwischen uns wirkte, war phänomenal und elektrisierte mich förmlich. Da konnte ich nicht anders und musste Ihn gleich mit nach Hause nehmen. Heute möchte ich Ihn euch vorstellen. Den Teppanyaki-Cut vom spanischen Wagyu-Rind.     

Ich weiß, das Thema Wagyu-Fleisch wird hier im Blog immer kritisch behandelt. Doch gleich beim ersten Anblick von diesem Teppanyaki-Cut konnte ich einfach nicht anders. Ich muss da ganz klar sagen, das war Liebe auf den ersten Blick.

Es war damals, bei meinem X-Meat Shopping in der Fleischboutique Dortmund. Gleich nach betreten des Ladens stolpert man dort praktisch direkt auf die Theke zu, so auch an diesem Tag. Doch irgendwas war diesmal anders, als bei meinem Besuch vier Wochen zuvor. Was mir gleich ins Auge fiel war, das Inhaber Jan Michael Ullmann die Theke fast einmal komplett neu bestückt hatte. Mit dem Sortiment vier Wochen zuvor hatte das nicht mehr viel gemeinsam. Da fiel mir dann auch direkt dieser Teppanyaki-Cut auf, mit seiner wunderschönen Marmorierung.

Jan erzählte mir dazu, dass dieses Fleisch von Wagyu-Rindern aus Spanien stammt und von Nick Heidfelds Papa Wolfgang importiert wird. Ja, Ihr habt richtig gehört. Der Papa von Rennfahrer Nick Heidfeld importiert dieses Rindfleisch direkt aus Spanien. Diese Tatsache erregte natürlich zusätzlich meine Aufmerksamkeit, auch, weil ich Wagyu-Fleisch aus Spanien noch nicht auf der Speisekarte hatte. Auch der Teppanyaki-Cut war bis dahin fremd für mich. Gehört hatte ich davon schon mal, doch gesehen, geschweige denn probiert, hatte ich diesen Cut noch nicht.

Eigentlich war die Sache da dann auch klar, dass ich diesen Cut mit nach Hause nehmen musste. Ich denke, der Liebe auf den ersten Blick kann sich wohl niemand entziehen. So auch ich nicht.

Was aber bitte ist ein Teppanyaki-Cut? Diese Frage musste ich mir erst einmal von Jan erklären lassen. Der Teppanyaki Cut oder auch Chuck Edge Flap Roast genannt ist ein stark marmorierter Cut aus dem Nacken des Rindes. Im Normalfall wird dieser Cut aus dem sogenannten Zungenstück geschnitten. Hier zu Lande bereitet man das Chuck Flap als dünne Steaks auf dem Grill zu. Die Japaner hingegen, bereiten es nach traditioneller Teppanyaki-Art zu. Dabei wird das Fleisch direkt am Tisch auf einer heißen Stahlplatte zubereitet. Daher hat dieses Stück auch seinen Namen. Wenn Ihr mal genau wissen wollt, wo genau dieser Cut herkommt oder wo auch andere liegen, dann empfehle ich Euch mal die Übersicht der Rindercuts hier im Blog. Dort bekommt Ihr einen guten Überblick darüber. Kann ich Euch nur wärmstens empfehlen.

Über Haltung und Aufzucht kann ich Euch an dieser Stelle leider noch nicht so viel sagen. Lediglich, dass die Tiere ein Schlachtalter von 40 Monaten erreichen und aus artgerechter Haltung stammen. In ihrer Heimat in Spanien genießen sie viel freien Auslauf und ernähren sich hauptsächlich von Gras. Zusätzlich können sich die Tiere In kleineren Futterunterständen aber noch von Silage ernähren. Informationen, die für mich fürs erste ausreichend sind um mein Gewissen zu beruhigen und einfach ein gutes Gefühl zu haben.

Um Gefühle ging es definitiv auch bei der Bewertung der Optik. Ich meine wie ich bereits oben angerissen habe spreche ich hier von Liebe auf den ersten Blick. Emotional gesehen hat mich dieser Teppanyaki-Cut von Anfang an gepackt und begeistert. Doch nicht nur mich. Ich bin froh sagen zu können, dass es meinen Mittestern Chris und Felix ähnlich erging.

Ich meine, schaut Euch den Cut doch mal selbst an und lasst das Bild doch einfach mal auf Euch wirken.

 

Ist der Anblick nicht wunderschön? Diese wunderbar, herrlich intensive Marmorierung. Der hohe Fettanteil und die kräftig rote Farbe vom Fleisch. Das macht doch sofort Appetit und regt die Vorfreude an oder? Uns erging es jedenfalls so. Das war für uns wahre Kunst und wahre Schönheit. Deshalb bedarf es manchmal auch keinerlei weiteren Worte. Optik: 10 Punkte!!! Ohne Wenn und Aber!!!!!

Kommen wir also zur Zubereitung. Durch den hohen Fettanteil war unsere Sorge diesmal wirklich minimal, dieses Steak zu übergaren. Deshalb haben wir bei der Zubereitung auf dem Grill nicht unbedingt auf die Uhr geguckt, sondern einfach nach Gefühl gegrillt. Jetzt, nach Durchsicht der Bilder kann ich aber sagen, dass wir die Steaks knapp 6 Minuten auf dem Grill hatten. Wir hatten es auch nicht irgendwie in einer indirekten Zone, sondern haben es einfach bei voller Hitze-zufuhr zubereitet. Das Ergebnis des ersten Anschnitts gab uns jedenfalls Recht. Das Fleisch war noch richtig kräftig rosa.

Optisch gesehen hatte wir bei der Zubereitung aus unserer Sicht jedenfalls alles richtiggemacht und auch händisch waren wir der Meinung, dass bei der Zubereitung alles richtig gelaufen ist.

Wenn ich gerade eben bei der Optik von Kunst gesprochen habe dann muss ich dazu an dieser Stelle sagen, dass Kunst immer schön anzuschauen ist. Doch für uns muss Sie auch funktional sein. Sprich, all Ihre Schönheit macht in unseren Augen keinen Sinn wenn es nur Augenwischerei ist und Sie nicht funktioniert. Ist vielleicht jetzt etwas kompliziert von mir ausgedrückt. Was ich damit aber sagen will ist, dass all die Schönheit dieser Steaks keinen Wert hat, wenn der Geschmack nicht liefert, was die Optik verspricht. Deswegen kommen wir nun zum entscheidenden Teil unserer Kunstvorstellung, der Bewertung des Geschmacks.

Der Geschmack!?! Mmmhhh. Ich muss hier ganz klar sagen, dass unsere Erwartungen definitiv andere waren. Der hohe Fettanteil war hier praktisch kaum zu schmecken. Zu unserer Überraschung war das Fleisch anfangs sogar eher bitter und leicht säuerlich. Erst im Abgang war eine leicht süßliche, aber sehr dezente Note wahrnehmbar. Klar war das Fleisch zart und saftig, das sollte es wegen des hohen Fettanteils auch sein, doch es fehlte einfach die Intensivität vom Fett. Erst mit einer Zugabe von Salz konnte sich der Geschmack ein wenig rauskitzeln lassen. 

 UNSER FAZIT:

Hier müssen wir ganz klar sagen, sind unsere Erwartungen enttäuscht worden. Und wenn wir das mal auf das Thema „Wagyu-Fleisch“ überhaupt beziehen, wieder mal gänzlich. Bei diesem Tasting ist die anfängliche Romantik und das emotionale Knistern schnell verflogen. Die Fleischqualität und das Aussehen waren wirklich TOP. Auch über Haltung und Aufzucht gibt es keinerlei Kritikpunkte. Doch der Geschmack war echt gewöhnungsbedürftig und leider nicht unser Fall.

Ob wir es nochmals kaufen würde? Bei einem Preis von 145€ das Kilo sicherlich nicht.

Unsere Wertung *

Erscheinungsbild:

10/10

Geschmack:

6/10

Preis/Leistung:

5/10

Gesamtwertung:

8,0/10

+1 für Ökologische Haltung

Preis pro KG

145,00 €

Herkunft

Spanien

Weitere Fotos


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