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Beefscouts

Der Fleischblog

Tomahawk vom Black Angus

Alex geschrieben am 20.07.2016

Tomahawk vom australischen Black Angus Rind. Wir haben lange von geträumt. Heute haben wir uns diesen Traum endlich erfüllt. Die Optik dieses Cuts ließ uns einfach keine Ruhe und hat uns heute endlich dazu bewegt, diesen Cut in unser Tasting aufzunehmen. Wenn wir uns das Tomahawk so anschauen, müssen wir uns selbst die Frage stellen, warum wir diesen Cut zuvor noch nicht probiert haben. Sieht doch einfach nur toll aus, dieses Fleisch mit diesem tollen Knochen dran.

Gekauft haben wir das Fleisch bei Don Carne in Neuss. Für uns nun schon länger eine Adresse für wirklich gutes Fleisch zum kleinen Preis. Wer nicht online bestellen mag, kann sich die Ware direkt vor Ort in Neuss in einem kleinen Lagerverkauf zeigen lassen und dann ausgesuchte Stücke kaufen. Eigentlich wollten wir dort nur das Secreto vom Iberico Schwein kaufen, doch als wir diesen Tomahawk erblickt hatten, mussten wir dieses auch gleich mitnehmen. Wir kamen einfach nicht drum rum.

Ein Tomahawk ist ein Ribeye vom Black Angus Beef am und mit extralangem Knochen. Tomahawks werden aus dem vorderen Rücken (der Hochrippe) geschnitten uns sind auf jeder Party ein echter Hingucker. Den Namen verdankt es seiner ausgezeichneten und besonderen Form die doch sehr an ein Indianer Tomahawk erinnert. Unser Tomahawk stammte von einem australischen Black Angus Rind von „Oakey Angus Reserve Beef“. Dort verwendet man ausschließlich 100% Black Angus Rinder. Unter dem Label „Oakey Angus Reserve Beef“ werden nur die besten Tiere in Bezug auf Marmorierung, Alter, Gewicht, Fleisch- und Fettfarbe verwendet. Die Tiere wachsen in einer grünen Umgebung hormonfrei auf und genießen eine strikte australische Haltungsregulation. Vor der Schlachtung werden die Tiere dann 150 Tage lang durch Zufütterung von Mais, Weizen, Gerste und Hafer optimiert. Dadurch erhält das Fleisch dann seine besonders intensive Marmorierung und einen ausgeprägten Geschmack.  

Genau diesem gewollten Ergebnis, eines hohen Marmorierungsgrades, konnten wir nur zustimmen. Dieses Fleisch war wirklich intensiv ausgeprägt in Sachen Marmorierung. Das Fleisch selbst kräftig, dunkel rot mit mal feinen, mal gröberen intramuskulären Fetteinschlüssen. Zwischen den einzelnen Muskelpartien mal kleinere, mal größere Fetteinschlüsse, die sogenannten Fettaugen. Entschuldigt bitte, aber das war wirklich geil. Richtig toll anzusehen. Überhaupt diese ganze Skulptur. 1,2 Kilo Fleisch mit einem schönen Knochenstück. Ein sauberer Cut, ein Eyecatcher auf jeder Grillparty. Da konnten wir nicht nein sagen. Das mussten wir probieren.

Bei der Zubereitung mussten wir uns allerdings etwas einfallen lassen. Das Fleisch war so groß und schwer, das die kleine indirekte Zone vom Grill nicht ausreichend war. Deshalb mussten wir uns diesmal eine eigene, indirekte Zone bauen. Dazu aber gleich mehr. Nachdem wir es dann fast 24 Stunden lang im Kühlschrank haben auftauen lassen, haben wir es 2 Stunden vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank genommen. Erst danach sollte das Fleisch dann auf den Grill. Zuallererst einmal sollte das Fleisch dort dann scharf und heiß angebraten werden. Das heißt die Regler vom Grill volle Pulle aufdrehen und den Grill ordentlich auf Temperatur bringen. Das Thermometer vom Grill sollte, wenn möglich, auf Anschlag stehen. Dann das Fleisch scharf von allen Seiten anbraten, bis es das gewünschte Grillmuster hat und außen leicht kross ist. Das verleiht dem Fleisch ein gewisses Röstaroma. Danach sollte das Fleisch dann von der heißen Flamme runter und in eine indirekte Zone vom Grill. Da unsere indirekte Zone für diese Größe nicht ausreichen war, mussten wir uns selbst eine indirekte Zone auf dem Grill bauen. Dazu haben wir eine Aluminium Grillschale mit Wasser befüllt und einen weiteres Grillrost oben auf die Aluschale aufgelegt. Darauf kam dann das Tomahawk. So konnte das Fleisch ohne direktem Kontakt schön langsam in der indirekten Zone auf Kerntemperatur ziehen. Die Regler vom Grill regelt Ihr dazu runter, sodass ihr bei dem weiteren Garvorgang eine ungefähre Temperatur von um die 120 - 140 °C am Grillthermometer habt.  Da das Fleisch so dick war, haben wir uns hier mal wieder unser Fleischthermometer zur Hilfe genommen. Unser Ziel war eine Kerntemperatur von 54°C, welche nach ca. einer halben Stunde erreicht war. Danach haben wir das Fleisch dann vom Grill genommen und erst einmal ruhen lassen. So sollen sich die Fleischsäfte setzen. Um danach nochmals etwas Temperatur ans Fleisch zu bekommen, haben wir es nochmals kurz auf dem Grill angeheizt. Danach war das Tomahawk fertig zum Verzehr.

Normalerweise schneidet man eigentlich immer erst entlang des Knochen, um das Fleisch vom Knochen zu befreien und besser schneiden zu können. Unsere Ungeduld und auch der Faserverlauf des Fleisches erlaubten es uns aber, das Fleisch von vorne weg auf zu schneiden. Schneidet bitte immer entgegen dem Faserverlauf, niemals mit dem Faserverlauf. Wenn Ihr entgegen dem Faserverlauf schneidet, sind die einzelnen Fleischfasern kürzer und das Fleisch ist so zarter im Biss. Ist einfach ein angenehmeres Mundgefühl. Aber wie war dieses Mundgefühl unserer Meinung nach überhaupt? Das Fleisch hatte einen eher milden Eigengeschmack. Wir würden es sogar als zurückhaltend beschreiben. Auch das Fett war eher zurückhaltend im Geschmack. Sicherlich war das Fett buttrig, dennoch mit weniger intensivem Geschmack, als dass wir das erwartet hätten. Insgesamt war der Gesamteindruck sehr fett-lastig. Natürlich war es dadurch auch sehr zart, dennoch waren wir etwas enttäuscht vom Geschmack. Da hätten wir uns auf Grund der geilen Optik und der intensiven Fütterung doch etwas mehr erwartet.

Unser Fazit 

Das Tomahawk ist alleine auf Grund seiner Optik schon ein Knaller gewesen und auch sicherlich auf jeder Grillparty der Eyecatcher schlecht hin. Der Cut sorgt für Kribbeln, sowohl im Auge als auch am Gaumen und natürlich für riesen Vorfreude. Für uns ist es da schade, dass genau diese, unsere Vorfreude hier leider etwas gedämpft wurde. Auf Grund der 150 tägigen Extrafütterung hätte es unserer Meinung nach ruhig noch etwas intensiver, kräftiger im Geschmack sein dürfen. Das schmälert den sehr guten Gesamteindruck aber nur unwesentlich. Tolles Fleisch. 

 

(„Zu Informationszwecken führe ich die Links der Firmen, die in diesem Beitrag genannt wurden, im Anschluss an diesen Text unten auf!“)

Unsere Wertung *

Erscheinungsbild:

9/10

Geschmack:

7/10

Preis/Leistung:

7/10

Gesamtwertung:

8,7/10

+1 für Ökologische Haltung

Gekauft bei

Don Carne

Preis pro KG

49,90 €

Herkunft

Australien

Weitere Fotos


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