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Beefscouts

Der Fleischblog

Txogitxu Txuleton Ribeye

Alex geschrieben am 31.01.2018
  • Txuleton bedeutet (Steak von einer alten Kuh)
  • Die fetten alten Kühe werden zwischen 12 und 18 Jahre alt
  • Das Fleisch reift für etwa 20 Tage in den Kühlräumen bei 3°C
  • Qualität nach farblich sortiertem Punktesystem, in den Kategorien "superextra", "extra" und "nacional extra"
  • Rasse des Rindes zweitrangig

Freunde, Freunde. Wie die Zeit doch rennt. Da liegt mein Besuch in „Der Fleischerei“ doch schon wieder zwei Monate zurück. Zeit das Thema mal wieder auf zu greifen und Euch vom Tasting zu erzählen. Denn, was ich Euch im Bericht damals nicht erzählt hatte, ich habe die Gelegenheit genutzt und hatte mir bei meinem Besuch auch Fleisch mit nach Hause genommen. Deswegen gibt es nun diesen Bericht zum Tasting vom Txogitxu Txuleton Ribeye.

Das ich bei meinem Besuch dort in Lippstadt davon begeistert war, dass die Jungs von Der Fleischerei Txogitxu Fleisch auf der Karte hatten, das habe ich in meinem Bericht ja ausführlich geschrieben. Ich meine, ich kenne nicht so viele Restaurants die dieses außergewöhnliche Fleisch auf der Speisekarte stehen haben. Eigentlich ist die Fleischerei das erste Restaurant überhaupt gewesen, wo ich dieses Fleisch auf der Karte gesehen habe. Deswegen konnte ich es mir nicht verkneifen und musste einfach ein Stück mit nach Hause nehmen.

Dieses Txogitxu-Fleisch ist schon was ganz Besonderes. Das Fleisch stammt nämlich von sehr, sehr alten Kühen. Ich rede hier von Kühen, die mindestens zwischen 12 und 18 Jahre, in Ausnahmefällen sogar bis zu 22 Jahre als Nutztier alt werden konnten. Das ist für eine Kuh schon richtig alt, geht man davon aus das eine normale Kuh zum Beispiel in der Regel nur 2-4 Jahre alt wird.

„Der Gedanke allein hat ja schon was. Eine Kuh erst zu schlachten, wenn sie eine stolze Anzahl von Jahren auf dem Buckel hat. Eine Zeit, in der sie als Nutztier dutzende Kälber bekommen hat und mit Ihrer Milch zum Auskommen des Landwirts beigetragen hat. In der sie sich vorzugsweise auf den Hochlagen Galiziens und Portugals auf der Weide von frischem, selbst gesuchten Gras ernähren konnte und dabei immer in Bewegung blieb.“ So zu mindestens schreibt es Imanol Jaca selbst in einem Interview mit der Zeitschrift FIRE&FOOD aus dem Jahre 2016.

Was für mich in diesem Bericht so erstaunlich ist, ist das er gleichzeitig aber auch auf eine Problematik auf Grund der hohen Nachfrage eingeht. Kamen die Tiere früher nämlich nur aus der Region Galicien und Portugal, werden heute auf Grund der hohen Nachfrage nach diesem Fleisch zusätzlich Rinderhälften aus ganz Europa importiert. Natürlich nur, wenn sie laut Aussage von Imanol Jaca von der Aufzucht und Lebensweise her den Qualitätskriterien entsprechen.

Und da meine Freunde, sehe ich eine große Schwierigkeit und ein großes Problem. Wie will Er denn gleichbleibende Qualität bieten, wenn die Tiere alle mit unterschiedlichen Bedingungen aufgewachsen sind? Ich meine, nehmen wir doch nur mal das Klima als Beispiel. In Galicien herrscht ganz bestimmt ein anderes Klima wie hier. Und was ist mit Nahrung? Die sieht hier in Deutschland sicherlich auch anders aus, als in Galicien oder Portugal.

   

Warum ich mich jetzt aber darüber jetzt aufrege? Naja, ich greife damit vorab schon mal ein wenig das Endergebnis auf. Denn leider habe ich kein Txogitxu Txuleton Ribeye aus Galizien erworben, sondern ein Stück Txogitxu-Fleisch aus Deutschland, von einer deutschen Kuh. Dieses wurde irgendwann dann mal nach San Sebastian importiert und dann mit dem Label „Txogitxu“ versehen. Klar war mir das bewusst als ich das Fleisch gekauft habe. Ich habe das Etikett ja gesehen. Doch war da schon die Befürchtung, dass es geschmacklich vielleicht nicht meine Erwartungen erfüllen würde. Dennoch hatte ich Bock auf ein schönes Stück Fleisch und auch die Hoffnung, dass ich hier ein richtig gutes Stück Fleisch erworben habe. Schließlich stirbt die Hoffnung ja zuletzt und bei der Optik konnte ich einfach nicht nein sagen.

Ich meine, guckt Euch mal dieses geile Stück Fleisch an? Wer hätte da keine Lust bekommen? Ich jedenfalls konnte bei der Hammeroptik nicht wiederstehen und hatte da richtig Bock drauf. Also habe ich zugeschlagen und bin einfach meinem Herzen gefolgt. Ich will auch gar nicht großartig auf die Bewertung der Optik eingehen, denn diese ist sprichwörtlich einfach nur „Großartig“! Toller Cut, tolle Marmorierung, schöner Fettdeckel. Dafür gibt es großartige 8 Punkte in Sachen Optik.

Nach dem langen Vorgeplänkel halte ich mich auch bei der Zubereitung kurz und knapp. Diesmal haben wir es in der Pfanne zubereitet. Scharf angebraten, dann samt Pfanne in den vorgeheizten Ofen gegeben und bis 54°C Kerntemperatur gezogen. Transchiert und anschließend etwas gesalzen. Fertig!!!

Und der Geschmack?? Naja, der Eigengeschmack war schon eher dezent. Man könnte auch mild oder zurückhaltend sagen. Und da beziehe ich auch das Fett mit ein. Ich meine, bei so einem Fettdeckel sind wir davon ausgegangen, dass da ordentlich Power drinsteckt. Wenigstens so ein „bisschen“ Süße hätten wir uns da erwartet. Doch leider nein. Das Fett schmeckte einfach nur nach altem, ranzigem Fett. Wer solches schon mal gegessen hat, weiß wovon ich hier spreche. Was auch enttäuschte, war der Biss. Auf Grund der der hohen intramuskulären Marmorierung hatten wir ein zartes Stück Fleisch erwartet. Doch dieses hier war eher zäh.      

UNSER FAZIT:

Daher enttäuschend. Die Optik war so geil und hat echt den Appetit angeregt und auf ein gutes Stück Fleisch hoffen lassen. Doch leider ist es genau so gekommen, wie ich es erwartet habe. Das Fleisch konnte meinen Ansprüchen nicht gerecht werden. Ich möchte deshalb an dieser Stelle erneut ausdrücken, dass ich der Meinung bin, dass alles zugekaufte Fleisch aus anderen EU-Ländern nicht mit der Qualität eines original „Txogitxu Txuletonaus Galicien mithalten kann.

Die Poente kommt aber nun zum Schluss. In dem Artikel der FIRE&FOOD aus dem Jahre 2016 schildert der Autor des Textes meine Auffassung selbst und schreibt dazu in einem Abschnitt folgendes: „Die Bauern außerhalb Nordspaniens und Portugal waren anfangs völlig erstaunt, dass da einer bereit ist, für die alten, fetten Tiere Geld auf den Tisch zu legen" erläutert uns Imanol. Doch das ist für uns nicht weiter verwunderlich, schließlich gilt das Fleisch von alten Rindern landläufig als ausgelaugt und ungenießbar zäh, das Fett als ranzig……“ Genau das war auch der Eindruck, den Chris, Felix und auch ich von diesem Fleisch hatten.

Das es qualitativ aber auch anders geht, das zeigt der Bericht „Txogitxu Roastbeef“ aus dem Jahre 2015. Damals hatten wir nämlich ein original Txogitxu Roastbeef im Test und das war geschmacklich was ganz Anderes!!!!

Unsere Wertung *

Erscheinungsbild:

8/10

Geschmack:

6/10

Preis/Leistung:

6/10

Gesamtwertung:

7,7/10

+1 für Ökologische Haltung

Gekauft bei

Die Fleischerei

Preis pro KG

49,90 €

Herkunft

Deutschland

Weitere Fotos


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