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Beefscouts

Der Fleischblog

Unboxing der Lieferung vom Westfälischen Iberico

Alex geschrieben am 08.03.2018

Wenn Ihr mich doch nur gesehen hättet, so wie der Postbote mich gesehen hat. Ein Grinsen über beide Ohren und voller Vorfreude und Aufregung, wie ein kleines Kind zu Weihnachten. Warum? Weil ich wieder eine Lieferung Fleisch bekommen habe. Was drin war wollt Ihr wissen? Das wusste ich bis zum Öffnen des Kartons auch nicht, aber ich werde es Euch gerne verraten.

Eine Frage die ich bereits vorab beantworten konnte war die Frage nach dem Absender, denn den wusste ich bereits vorab. Dieses Paket hier kam vom Christian Vincke vom Hof Vincke. Wer meinen Blog in den letzten Wochen bereits aufmerksam verfolgt hat weiß, dass Christian Vincke sich auf seinem Hof gerade eine kleine „Westfälische Iberico-Zucht“ aufbaut.

Ende Januar war ich das erste Mal zu Besuch auf dem Hof Vincke. Nachdem ich bereits vorab über Instagram über dieses Projekt und die Bilder gestoßen bin und dadurch auf den Hof aufmerksam wurde, wollte ich mir schnellstmöglich selbst ein Bild vor Ort machen. Die ersten Eindrücke dort waren damals schon der Hammer und haben mich schwer beeindruckt. Bedenkt man nämlich das Christian Vincke eigentlich ein konventioneller Schweinebauer ist, so beeindruckt es doch sehr, dass er nun versucht sich mit der Iberico-Zucht ein neues Standbein aufzubauen.

Vom damaligen Besuch auf dem Hof Vincke gibt es echt tolle Bilder und ein nettes kleines Video in dem ich Euch zeige, welch ein königliches Leben die Iberico-Schweine auf dem extra abgezäunten Gelände haben. Das solltet Ihr Euch unbedingt mal angucken. Zu Besuch auf dem Hof Vincke.

Mitte Februar war ich dann tatsächlich schon wieder dort zu Besuch. Diesmal zu einer Zerlegung eines Iberico Schweines vom Westfälischen Iberico. Wow, waren das beeindruckende Bilder während der Zerlegung. Auch hier empfehle ich Euch unbedingt einen Blick in den Bericht zu schmeißen. Niemals zuvor habe ich ein Iberico Schwein mit einer solch dicken Fettabdeckung gesehen. Da war selbst Metzger Michael Ehrkamp von beeindruckt und gar sprachlos. Eigentlich alle Anwesenden. Optisch hatte das auf jeden Fall schon damals bleibende Eindrücke hinterlassen.

Christian und Ich vereinbarten im Anschluss daran dann, dass es mir bei nächster Gelegenheit dann mal ein kleines Probierpaket zusammenschnüren würde. Dienstag erhielt ich dann die Anfrage von Christian, ob Er mir nun die versprochene Lieferung zustellen solle und ob ich heute zu Hause wäre. Wie Ihr dem Bericht entnehmen könnt, war ich das in der Tat und darf Euch deshalb nun vom "Unboxing" erzählen.

Um es nochmals zu erwähnen, ich wusste selbst nicht was in dem Paket drin sein würde. Ich bat Christian nämlich, darüber kein Wort zu verlieren. Einfach damit die Anspannung und die Vorfreude größer ist und so war es dann auch in der Tat. Tatsächlich habe ich letzte Nacht sogar davon geträumt. Was wird da wohl alles drin sein?

SPANNUNGSBOGEN AUFBAUEN!!!!!!

Ach kommt, lasst uns einfach endlich das „Sche.. Paket“ aufmachen. Ich kann es doch selbst nicht mehr abwarten. Das warten auf den Postboten alleine war schon zu viel für mich und nervig genug. Da muss ich Euch nicht noch länger auf die Folter spannen.

Erster Check: Die unmittelbare Temperatur nach dem Öffnen. Dazu habe ich bei jeder Lieferung ein IR-Thermometer parat. Christian sagte mir zwar, dass er ausreichend Kühl Akkus beigepackt hätte, doch Kontrolle ist immer besser. Ich mag es halt nicht, wenn das Fleisch „warm“ angeliefert wird. Die erste Messung ergab aber 4,3°C und war damit noch absolut in Ordnung.

Was allerdings nicht in Ordnung war, waren diese Koteletts die hier als erstes zum vor scheinen kamen. Schaut Euch diese bitte mal an. BOA. Das darfst du doch keinem erzählen. Die gehören doch weggesperrt.

Natürlich mache ich hier nur ein wenig Spaß. Dennoch konnte ich kaum glauben, was ich hier gesehen habe. Auch wenn der Anblick durch die Wabenstruktur des Vakuumbeutels etwas verzehrt war, so kann ich mir schon sehr gut vorstellen wie es darunter aussieht. Hammer! Gleich mal ein optischer Volltreffer. Ihr wisst das ich auf solche optischen Reize sehr schnell reagiere. Die darf man mir einfach nicht zeigen.

Als zweites kamen die Spareribs zum vor scheinen. Ok, hatte ich bis jetzt noch nicht hier im Blog. Bin ja nicht gerade ein Fan vom Barbecue, aber für dieses hübsche kleine Schätzchen werde ich mir schon was Nettes überlegen.

Nochmals kurz die Temperatur gemessen: 2,5°C. Immer noch absolut in Ordnung.

Dann kam ein Stück mit der Kennzeichnung „Lummer“. Mmmhh. Lummer? Im ersten Moment dachte ich hier an Lummer-Koteletts. Ich bin mir sicher, dass der Name auch irgendwas damit zu tun hat. Nur, ein Kotelett ist natürlich am Knochen. Dieses Stück hier war definitiv aber ohne Knochen. Dieses Lummer hier war einfach ein 750 Gramm schweres Stück Fleisch, welches für mich im ersten Moment keinerlei Bedeutung hatte. Das werde ich auf jeden Fall nochmals recherchieren müssen was genau das ist. Anschaulich war dieses Stück trotzdem.

Tiefer immer tiefer musste ich greifen um das nächste Stück in die Hand zu bekommen. Was es war? Die dicke Rippe. Das war mir ein bekanntes Stück Fleisch. Während der Zerlegung eines Iberico-Schweines vom Westfälischen Iberico habe ich mir von Metzgermeister Michael ganz genau erklären lassen, wo dieser Cut herkommt und wo genau Dieser Sitzt. Wenn Ihr das auch wissen wollt, dann folgt doch einfach nochmals dem Link dazu.

Als letztes Stück habe ich dann noch einen Nackenbraten aus dem Hut gezaubert. Leute, glaubt mir, dieser Nackenbraten hatte schon sehr viel Ähnlichkeit mit Wagyu-Fleisch. Dunkles Fleisch und eine sehr feine und dichte intramuskuläre Marmorierung. Das wird sicherlich ein Geschmackshighlight.

Überhaupt kann ich sagen, dass meine Erwartungen nicht enttäuscht worden sind. Im Gegensatz zu Euch konnte ich mir ja bereits vorab einen Eindruck von den Tieren machen, sowohl lebend als auch tot. Lebend hatte ich ja bereits eine bloße Vorstellung davon, was Christian Vincke da auf seinem Hof betreibt und versucht aufzubauen und schon das alleine hat gereicht um mich zu überzeugen, dass dort was „Geiles“ entsteht.

Nachdem ich dann aber bei der Schlachtung eines der Tiere dabei war, da wusste ich das sich meine ersten Eindrücke bestätigen würden. Die Lieferung heute ist einfach nur die logische Konsequenz dessen, was ich bei meinen ersten beiden Besuchen dort erlebt habe.

Jetzt bleibt einzig und alleine nur noch die Hoffnung, dass das Fleisch hoffentlich auch geschmacklich abliefert. Nach den ersten Eindrücken mache ich mir da jedenfalls keine Gedanken drüber, sondern glaube fest daran. Da ich aber ein sehr emotionaler Mensch bin, der wie oben schon beschrieben auf solche Reize sehr schnell reagiert, möchte ich mich vorab aber noch etwas zurückhalten vor einer endgültigen Bewertung absehen.

Das endgültige Ergebnis werden schließlich die kommenden Tastings liefern. Dort habe ich dann auch zwei starke Freunde an meiner Seite, die meine Emotion dann und wann auch mal bremsen und mich wieder auf den Boden der Tatsachen holen. Ich und Ihr dürft also gespannt sein, wie diese Tastings ausfallen werden.

Bis dahin bedanke ich mich auf jeden Fall schon mal für Eure Aufmerksamkeit.

Danken möchte ich auch Christian Vincke und seiner ganzen Familie. Ich habe mich während der beiden Besuche bei Euch sehr wohl gefühlt und bin auch sehr zuvorkommend behandelt worden. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, jeden einzelnen von Euch kennen zu lernen.

Auch nach der Lieferung heute glaube ich fest daran, dass Ihr auf dem Hof Vincke großes schaffen könnt. Ich habe das Potenzial des Projektes „Westfälisches Iberico“ jedenfalls erkannt und werde versuchen es auch in Zukunft weiter zu unterstützen.

Nun sage ich aber einfach nur noch vielen Dank für diese Lieferung. Christian, du hast da eine sehr gute Auswahl getroffen. Ich freue mich wirklich schon sehr auf die Tastings. Vielen Dank!!!!

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