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Beefscouts

Der Fleischblog

Unboxing Lieferung Marienhof Erfurt

Alex geschrieben am 19.08.2017
  • Lieferung vom Marienhof Erfurt
  • keine gute Überraschung
  • Ware war leider nicht mehr ausreichend gekühlt
  • Fleisch vom Mangalitza-Wollschwein
  • Wollschweinkotelett ohne Knochen
  • Holzfällersteak vom Wollschwein

Eigentlich bin ich ja ein Typ, der gerne auf Überraschungen steht. Gerade bei Tasting erlebe ich Solche ja immer wieder gerne. Doch auf diese Überraschung hätte ich gerne verzichtet. Warum? Das erfahrt Ihr jetzt hier.

Als ich mich im März diesen Jahres auf meiner kleinen Tour durch Deutschland befand, erhielt ich unter anderem eine Einladung von Christoph Schreiber. Dieser lud mich damals ein, doch mal spontan auf dem Marienhof Erfurt vorbei zu kommen. Den Bericht dazu findet Ihr unter dem Link „Marienhof Erfurt: Mein Hofbesuch.“ Damals verabredeten Christoph und ich, dass wenn ich wieder zu Hause bin, Er mir ein kleines Probierpaket zusenden werde. Allerdings wollten wir uns diesbezüglich nochmals telefonisch austauschen, um Details zum Versand und zur Wahl der Produkte zu klären. Ein solches erstes Telefonat gab es dann auch, es wurden auch erste Details ausgetauscht, allerdings war das Fleisch damals noch nicht reif genug es zu versenden. Es sollte erst noch drei bis vier Wochen reifen, dann würden wir uns nochmals telefonisch zusammensetzen um die letzten Details zu klären. Leider hat das Telefonat dann aber nicht mehr stattgefunden. Stattdessen erhielt ich an einem Mittwoch überraschenderweise eine E-Mail mit einer Versandmitteilung. In diesem Moment war die Freude natürlich groß. Ich dachte mir: „Hey cool, du hast morgen frei und bekommst Fleisch geliefert. Dass passt ja super. Tolle Überraschung. Da freu ich mich aber.“

Bis hierhin ist auch noch alles gut. Wäre das Fleisch am Donnerstag geliefert worden, wäre auch alles gut gewesen. Leider ist das Fleisch aber erst am Freitag geliefert worden. Zu meinem Unglück hatte ich an dem Tag Spätschicht und kam erst um halb neun Abends nach Hause. Glück im Unglück war hier nur, dass der Postbote das Paket wenigstens bei meiner Nachbarin abgegeben hatte. So konnte ich das Paket dann wenigsten noch am gleichen Tag in Empfang nehmen. Dennoch überkam mich, als ich Freitagmittag die Zustellbestätigung per Mail erhalten hatte, bereits ein ungutes Gefühl. Das Fleisch war da immerhin schon zwei Tage unterwegs und ich könnte es erst Abends in Empfang nehmen. "Ob das Fleisch dann noch gekühlt sein würde?" Bereits zu diesem Zeitpunkt fand ich Das sehr fraglich und machte mir bereits da meine Gedanken und befürchtete schlimmes.

Dass sich diese Befürchtungen als nicht unberechtigt bestätigten, das zeigte sich am Abend, als ich das Paket dann von der Nachbarin abgeholt hatte. Ganz im Gegenteil, die Befürchtungen wurden sogar noch größer. Als ich das Paket sah, da wurde ich noch skeptischer. Schaut Euch mal die große Kiste im Bild unten an. "Was glaubt Ihr, wie viel Fleisch darin war?" Meiner Meinung nach hätten in diese Kiste locker 10 Kilo Fleisch gepasst. "Wisst Ihr wie viel Kilo darin waren?" Das Etikett sollte es Euch verraten. Das Paket war lediglich 1 Kilo schwer. "Was sollte also schon großartig in dem Paket drin sein?" Dieses Paket hat echt Fragen über Fragen aufgeworfen. Ich denke, Ihr merkt an dieser Stelle selbst, dass meine Laune zunehmend schlechter wurde, meine Skepsis dafür aber immer größer. Half alles aber nix, irgendwann musste ich das Paket einfach öffnen und sehen, was drin war und in welchem Zustand. Also runter mit dem Deckel. 

Ich habe ja mittlerweile so eine gewisse Routine, was das öffnen solcher Sendungen angeht. Das entscheidende dabei ist immer, dass das Fleisch noch gekühlt ist und die Kühlkette nicht unterbrochen worden ist. Deswegen habe ich mir mittlerweile ein IR-Thermometer angeschafft. Damit kann ich auf den Punkt genau die Temperatur messen. Das habe ich hier natürlich auch wieder gemacht und die Temperatur auf den Punkt kontrolliert. "Was denkt Ihr, wo lag die Temperatur am Fleisch?" Bis zu acht Grad hätte ich ja zähneknirschend vielleicht noch hingenommen. Doch keine 15 Grad. Ja, Ihr hört richtig. Das Fleisch hatte mit 15 Grad fast Zimmertemperatur. Das hätte ich praktisch so auf den Grill schmeißen können. Meine schlimmsten Vermutungen hatten sich hier bestätigt.

Da ich für dieses Fleisch am selben Tag und auch den darauf folgenden Tagen aber keinerlei Zeit hatte, stand ich für mich persönlich vor einer schwierigen Entscheidung. "Was sollte ich jetzt mit dem Fleisch machen?" Ich hatte mal gehört, dass man Fleisch nach dem auftauen nicht wieder einfrieren sollte, vor allem nicht, wenn die Kühlkette unterbrochen wurde. Das war hier aber der Fall. Gerade bei Schweinefleisch solle man da vorsichtig sein, habe ich gehört. Ich war echt angepisst und stand echt vor der Frage, was ich jetzt machen sollte. Zeit für ein Tasting hatte ich nicht jetzt und auch nicht an den darauf folgenden Tagen. Ich hätte es nicht organiesieren können, ein Tasting einzurichten. Es ging einfach nicht, beruflich und auch privat nicht. Also stand ich vor der Frage: "Sollte ich das Fleisch wieder in den Kühlschrank tun, um es herunter zu kühlen und vielleicht bei nächster Gelegenheit zu machen?" Wann aber wäre die nächste Gelegenheit gewesen? Die nächsten Tage hätte ich es einfach nicht realisieren können. "Sollte ich das Fleisch auspacken oder in der gelieferten Verpackung lassen?" An dieser Stelle wusste Ich echt keinen Rat und war einfach nur genervt. Ich war genervt, weil ich an dieser Stelle echt nichts wusste mit dem Fleisch anzufangen und auch nicht wusste, was ich hätte machen sollen mit dem Fleisch. Das Timing war echt mieß und absolut ungünstig.

Wahrscheinlich war das ein Fehler, aber aus Unsicherheit was ich tun sollte, habe ich das Fleisch dann letzten Endes ins Tiefkühlfach gepackt, so wie es gelifert worden ist. Um auf Nummer sicher zu gehen, habe ich extra den "Turbofroster" angeschmissen. Damit sollten Lebensmittel innerhalb kürzester Zeit heruntergekühlt werden. Das verspricht jedenfalls die Bedienungsanleitung. Da ich in diesem Moment einfach keinen anderen Rat wusste, erschien mir dass an diesem Abend als die einzige Möglichkeit. Ihr dürft an dieser Stelle jetzt gerne über mich richten und urteilen, aber seid Euch sicher, in diesem Moment wusste ich keinen anderen Rat und war unsicher, was ich tun sollte. Für mich war die Chance, es mittels Tiefkühltruhe am Leben zu halten, in diesem Moment die einzig richtige. 

Jetzt, mit etwas Abstand zur Lieferung und knapp drei Monate später im Gefrierfach, kann ich mir die Fragen und meine Unsicherheiten selbst beantworten. "War es eine gute Idee, das Fleisch einzufrieren?" Meine Antwort: "Nein, das war keine gute Idee. Das Fleisch hatte Gefrierbrand und war auch nicht mehr richtig vakuumiert." Natürlich stellte sich jetzt die Frage, ob dieses Fleisch noch genießbar war? Darauf kann ich keine wirkliche Antwort geben, denn wir haben das Fleisch nicht mehr probiert. Doch eines kann ich ganz gewiss sagen. Bereits nach dem wir das Fleisch aus der Tiefkühltruhe geholt hatten zeigte sich, dass das Fleisch mit Gefrierbrand überzogen war. Nach dem auftauen und nach dem öffnen der Verpackung kam uns ein wirklich ekelhafter, stechender Geruch entgegen, der uns leider, es tut mir leid das ich Dass an dieser Stelle sagen muss, keine andere Möglichkeit ließ, als das Fleisch wegzuschmeißen.
Mit Abtsand zu meiner Entscheidung an dem Tag der Lieferung und mit Abstand zu allen anderen Entscheidungen danach kann ich sagen, dass die vorangegangenen Entscheidungen falsch waren. Doch ich möchte mich an dieser Stelle auch rechtfertigen. Christoph Schreiber und Ich hatten zuvor eine Absprache getroffen, die Er nicht eingehalten hat. Der Lieferzeitpunkt war terminlich nicht vereinbart und hätte spezifiziert werden sollen. Das hätte mir bei der Planung jedenfalls geholfen. Dennoch nehme ich die Entscheidung, dass Fleisch nach der Lieferung einzufrieren auf meine Kappe. Das war in dieser Situation sicherlich eine falsche Entscheidung. Deshalb sage ich abschließend auch, dass ich das Fleisch auf Grund meiner Entscheidung sicherlich versaut habe. Mit etwas mehr Erfahrung hätte ich diese Situation sicherlich anders händeln können.
Dennoch ist es jetzt der Fall, dass ich das Fleisch nach dem auftauen nun entsorgen musste und Euch nun nicht von dem Fleisch vom Mangalitza-Schwein vom Marienhof Erfurt erzählen kann. Dafür möchte ich mich gerne entschuldigen, denn die Grundlage, die ich bei meinerm Hofbesuch beim Marienhof Erfurt erlebt habe, war eine Gute. Ich werde also in Zukunft irgendwann eine neue Bestellung auslösen, denn das Fleisch, rein optisch betrachtet, hatte sehr, sehr viel Potenzial. Alleine auf Grund der Optik würde ich es definitiv wieder bestellen. Ich werde also in ferner Zukunft wieder über den Marienhof Erfurt berichten. Ich hoffe, Ihr seid dann wieder dabei und ich kann Euch dann endlich auch mal was über den Geschmack erzählen. 

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