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Beefscouts

Der Fleischblog

Zu Besuch auf dem Hof Vincke

Alex geschrieben am 26.01.2018

Heute hatte ich endlich meinen ersten Außentermin in diesem Jahr. Auf Grund der momentanen milden klimatischen Bedingungen habe ich die Möglichkeit genutzt, mir mal den Hof Vincke anzuschauen. Ihr kennt den Hof Vincke noch nicht? Das macht überhaupt nix. Ich verspreche Euch, in Zukunft wird dieser Name hier noch öfters auftauchen, denn was dort entsteht hat meiner Meinung nach ein großes Potenzial und wird in näherer Zukunft sicherlich einen festen Platz in der Branche einnehmen. Ihr wollt mehr erfahren? Gut, dann lasst mich Euch mehr davon erzählen.

Das Ihr den Hof Vincke nicht kennt, dafür mache ich Euch bestimmt keinen Vorwurf. Mir erging es bis vor zwei, drei Wochen noch genauso. Sicherlich war ich nun schon das ein oder andere Mal im Münsterland unterwegs, doch diesen Hof hatte ich bis dahin nicht auf dem Schirm.

Das hat sich erst durch ein Paar Bilder auf Instagram geändert. Unter dem Profil @Ibericodewestfalia präsentiert Christian Vincke dort seit April 2017 Bilder seiner kleinen Iberico Zucht. Nachdem Er eines meiner Bilder gelikt hatte, wurde ich auf dieses Profil aufmerksam. In diesem Profil zeigte er unter anderem Bilder von Umbaumaßnahmen eines Stalls und von den Anfängen seiner Iberico Zucht. Was mich dabei gleich so beeindruckt hatte war, dass die Tiere einen Auslauf ins Grüne hatten. Bei Bedarf können diese Tiere jederzeit raus ins Freie und dort toben und spielen.

Diese Bilder haben mich sofort schwer beeindruckt und die Tatsache das der Hof im Münsterland lag, haben mich zusätzlich animiert eine Anfrage zu einem Hofbesuch zu schreiben. Das war vor knapp 14 Tagen.

Hätte sich mein Auto nicht quer gestellt, wäre ich bereits Montag dort gewesen. Da es sich auch gestern zum zweiten geplanten Termin immer noch quer gestellt hatte, mussten wir den Termin letzten Endes nun auf heute verschieben. Nun aber bin ich froh zu sagen, dass Gott sei Dank heute alles gut gelaufen ist und ich mir nur zwei Wochen später, nach meiner ersten Anfrage, ein Bild vor Ort machen durfte.

Die Familie Vincke ist ein landwirtschaftlicher Betrieb, der nun in vierter Generation besteht. Traditionell wurde hier schon immer traditionelle Landwirtschaft betrieben und vom Vertrieb von Schweinen gelebt. Zu mindestens bis vor 1 ½ Jahren. Da Christian Vincke auf gut Deutsch „Die Schnauze voll hatte“ von dem ewigen Dumping der Schlachtereien und Großbetriebe, hat Er nach einer langfristigen Alternative gesucht.

Da der Familienbetrieb immer schon Schweine gezüchtet hatte lag der Gedanke natürlich nahe, das Geschäft auch in diesem Bereich auszuweiten. Neben der konventionellen Schweinehaltung beging Christian also mit der Aufzucht der Iberico Schweine. Doch Christian wollte nicht einfach nur eine neue Rasse züchten, nein, Christian wollte bei der Züchtung auch einen neuen Weg gehen.

Zu seinem Glück bot es sich da gerade an, dass ein benachbarter Hof zur Pacht frei wurde, in dem Christian die idealen Bedingungen für sein neues Projekt sah. Nach dem ein paar Wände weichen mussten und das Außengelände großzügig umzäunt wurde, zogen dann auch relativ schnell die ersten Bewohner ein. Mittlerweile sind es schon fast zwanzig Tiere.

Klar, klingt jetzt noch nicht viel, doch wie ich ja bereits sagte, steckt das Projekt noch in den Kinderschuhen. Christian plant hier mit einer langfristigen Steigerung innerhalb der nächsten fünf Jahre. Das Areal bietet dafür auf jeden Fall viel Platz und kann bei Bedarf großzügig erweitert werden. Im Frühjahr sollen hier dann bereits die ersten Ferkel herumtollen.

Auf Grund der milden klimatischen Bedingungen konnte ich mir von Christians Visionen und dem heute erlebten aber auch jetzt schon einen sehr guten Eindruck machen. Ich kann Euch sagen, dass ich echt viel Spaß mit den Tieren auf der Wiese hatte und ich echt beeindruckt war. Für mich war es ja das erste Mal, das ich realen Kontakt zu den Iberico Schweinen hatte. Ich habe zwar schon Unmengen an Fleisch vom Iberico-Schwein gegessen, doch live gesehen habe ich sie heute zum ersten Mal. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle bei Christian bedanken.   

Auch für die Eindrücke möchte ich mich bedanken. Mit den Schweinen dort draußen gewesen zu sein, war eine Erfahrung, die mir sehr viel bedeutet hat. Die Tiere beim fressen zu beobachten oder beim natürlichen Wühlverhalten hat mich sehr beeindruckt. Echt Leute, so mitten unter Ihnen habe ich mich sehr, sehr wohl gefühlt. Auch die Tiere mal in Reallife zu streicheln und zu beobachten, das war echt eine tolle Erfahrung. Das hat richtig Spaß gemacht. Da hätte ich stundenlang zugucken können.

Ich meine, gibt es was Schöneres als Tiere in Ihrer natürlichen Umgebung zu sehen? Klar können wir jetzt darüber streiten, ob das eine natürliche Umgebung ist, aber ich denke Ihr wisst was ich meine. Die Tiere sind hier nicht in einem Stall eingepfercht, sondern können sich frei und natürlich bewegen.

Ich habe zwar noch nie ein Schwein in freier Wildbahn gesehen, doch das Verhalten was die Tiere hier heute am Tag gelegt haben, hat mir diesen Eindruck jedenfalls vermittelt. Die Tiere haben sich dort draußen sichtlich wohl gefühlt. Eine Tatsache, die unverkennbar war.  

Übrigens, wer auf die Seite vom Hof Vincke geht kann ganz offiziell einen Hofbesuch anfragen. Christian hat nichts zu verstecken und bietet einen solchen jedem an, der Interesse daran hat. Wer also dort aus der Nähe kommt, sollte sich unbedingt ein Bild davonmachen. Die Adresse und schöne Fotos vom Besuch findet Ihr bei Bedarf auch schon mal in der Beefmap.

Und wer nun Interesse an diesem Fleisch bekommen hat, der sollte Christian auch ruhig schon mal anschreiben. Zwei bis drei Tiere sind jedenfalls bald schlachtreif.

Apropos schlachtreif! Die Tiere sollen hier ein Schlachtalter von bis zu 20 Monaten erreichen, so zu mindestens der Plan von Christian. Auch dadurch unterscheiden sich die Iberico Schweine von der konventionellen Haltung, denn das ist fast doppelt so alt.

Und die Fütterung? Daran probiert Christian noch etwas. Mal hat er die Schweine mit Maismehl gefüttert, mal mit Eicheln, jetzt mit normalem Getreidefutter. Doch auch dazu gibt es einen erstaunlichen Fakt, den ich noch gerne loswerden möchte.

Das Futter stammt nämlich aus einem geschlossenem Kreislauf, so wie eigentlich die gesamte Mast. Das Futter wird, genau wie das Stroh, selbst erzeugt und der anfallende Mist dient im Folgejahr als Dünger. Hier wird also verantwortungsvoll mit dem Futter und den Ressourcen umgegangen.  

Ich halte das mir gezeigte Konzept auf jeden Fall für sehr authentisch und sehe darin sehr, sehr viel Potenzial. Ich muss sagen, ich freue mich schon wirklich sehr auf den nächsten Besuch und dann bald auch hoffentlich auf die ersten geschmacklichen Eindrücke. Wenn das Fleisch nur halb so gut wird, wie ich den Eindruck heute erlebt habe, dann wird das ein echtes Spitzenprodukt.

Haltet mich jetzt bitte nicht schon wieder für gefühlsgeschwängert, auch wenn ich das vielleicht bin, aber ich persönlich habe heute einen sehr guten ersten Eindruck gewonnen.  Für mich war das Potenzial hier klar und deutlich erkennbar und genau deshalb werde ich dieses Projekt auch sehr gerne weiter begleiten und unterstützen.

Schaut Euch die Bilder und Videos ( Die ersten Videos sind bereits online im Live-Blog !!) zu meinem Besuch an. Ich denke, Ihr werdet dann eine ähnliche Freude und Begeisterung empfinden wie ich und bekommt einen sehr guten Eindruck vom Projekt „Westfälische Ibéricos“!

Ich möchte mich an dieser Stelle jedenfalls außerordentlich dafür bedanken, dass ich mir einen Eindruck von diesem Projekt machen durfte. Schon heute, wir reden hier immerhin vom „Winter“, konnte ich mir einen guten Eindruck machen und habe das Potenzial erkannt.

Christian, vielen Dank, dass ich dich, deine Familie und deinen Betrieb kennen lernen durfte.     

 

„Zu Informationszwecken führe ich die Links der Firmen, die in diesem Beitrag genannt wurden, im Anschluss an diesen Text unten auf“

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