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Beefscouts

Der Fleischblog

Zu Besuch bei Oberpfalz-Beef - Eine kurze Zusammenfassung

Alex geschrieben am 10.06.2017

An Tag 4 meine Freunde, war ich zu Besuch bei Oberpfalz-Beef. Nachdem ich Johannes Lotter letztes Jahr auf der Grillmeisterschaft in Fulda kennen lernen durfte und auch bereits vom Fleisch von Oberpfalz-Beef probieren durfte, wurde es höchste Zeit denen mal einen Besuch abzustatten. Heute war es dann endlich soweit. Habt bitte Nachsicht mit mir, das ich nicht ausführlich ins Detail gehen kann, aber der Tag war so lang und intensiv, das es nur schwer ist, das auf die schnelle zusammen zu fassen. Um Euch mal kurz eine Dimension davon machen zu können, der Tag begann bereits um 10 Uhr in der Früh und endete erst Abends um 9 Uhr. In der Zeit ist einfach so viel passiert, das ich es nur komprimiert zusammen fassen kann. Einen ausführlichen Bericht gibt's dann erst in der Nachbereitung wenn ich wieder zu Hause bin.

Ihr wollt wissen, was wir den ganzen Tag getrieben haben? Naja, gemeinsam mit Johannes und seinem Cousin Max habe ich unter anderem eine Besichtigung der Metzgerei genossen, habe einen Milchbauern besucht, war bei einem Schweinewirt und habe an einem Grillseminar in der Steakakademie teil genommen. Ach ja, lecker gegessen habe ich zwischendurch auch noch. Das war schon ein volles Programm. Für mich aber sehr beeindruckend. Nach einem kurzen Begrüßungsplausch im Verkaufsraum ging es dann auch relativ schnell zur Sache und Johannes wollte mich von Anfang an beeindrucken. Ich meine, mir hätte ja bereits das Fleisch aus dem Reifeschrank im Verkaufsraum gereicht. Damit hätte ich mich ja zufrieden gegeben, doch Johannes wollte gleich mal die dicken Geschütze auffahren und ich meine damit die ganz dicken Geschütze. Im Detail meine ich damit einen ca. 600 Kilo schweren Fleckviehbullen der erst vor kurzem geschlachtet worden war. Der hing da einfach so von der Decke. Unglaublich!! Fast noch unglaublicher fand ich da dann noch, das er nur eine Stunden zuvor direkt hier in der Metzgerei geschlachtet worden ist. Denn, die Metzgerei Lotter schlachtet die Tiere noch selbst. Wahnsinnig beeindruckend für mich! Da hätte ich gerne bei der Zerlegung zugesehen.

Doch Johannes hatte andere Pläne. Von der Metzgerei aus ging es jetzt zum ersten Hofbesuch bei einem der Zulieferer für Rindfleisch, dem bekannten Oberpfalz-Beef. Um genau zu sein ging es zum Milchviehbetrieb der Familie Lindner. Sicherlich denkt Ihr jetzt, Milchviehbetrieb? Was hatte dass denn mit den Steaks zu tun? Diese Frage ging mir auch durch den Kopf, doch beantwortete mir Bauer Lindner diese relativ schnell. Das bayrische Fleckvieh ist gerade zu prädestiniert dazu, sowohl als Milchvieh als auch als Fleischvieh zu dienen. Die Tiere geben regelmäßig Milch ab, liefern aber auch hervorragendes Fleisch, gerade für Steaks. Das kannte ich so vorher auch noch nicht, hat mich aber beeindruckt. Hab ich doch gleich wieder was dazu gelernt. Dazu lernen musste ich auch bei meiner Einstellung in Sachen Stallhaltung. In meinen bisherigen Tastings habe ich ja immer  nur nach ökologischer oder konventioneller Haltung unterschieden. Jetzt weiß ich aber, das ich das noch einmal unterscheiden muss, denn Stallhaltung ist nicht gleich Stallhaltung. Auf der einen Seite gibt es natürlich die gebundene Stallhaltung mit Spaltenböden. Aber es gibt eben auch die andere Art der Stallhaltung, so wie es die Familie Lindner hier betreibt. Die Tiere sind zwar eingestallt, können sich aber frei bewegen. Bei Bedarf sogar ins freie. Auch stehen die Tiere hier nicht auf einem Spaltenboden, sondern auf einem Schiebeboden. Was das genau ist, das erkläre ich Euch dann auch in der Nachbereitung.

Als nächstes ging es dann zum Girglbauer, einem Schweinewirt und ebenfalls Zulieferer der Metzgerei Lotter. Auf dem Hof der Familie Schmidt leben ca. 300 Landschweine. Wie auch schon beim Milchbauern zuvor, leben auch diese Tiere nicht im freien, sondern in einem Stall. Aber auch hier musste ich wieder dazu lernen, den auch bei den Schweinen kann man zwischen "Stallhaltung" und Stallhaltung unterscheiden. Auch hier gibt es natürlich die klassische Stallhaltung wo die Tiere auf gerade mal 0,6 m² Spaltenboden stehen. Aber es gibt eben auch die andere Art der Stallhaltung, so wie hier beim Bauern Schmidt. Hier leben die Tiere nämlich auf dick aufgeschichtetem Stroh und haben ca. 1,5 m² Platz pro Tier. Also doppelt so viel Platz, wie in einer konventionellen Massentierhaltung. Das dick aufgeschichtete Stroh hilft den Tieren Ihren natürlich trieb aus zu leben. Sie können sich zwar nicht unbedingt gerade in Dreck suhlen, aber sie können im Stroh herumtollen und das Stroh mit Ihrer Nase durchforsten. Insgesamt machte das auf mich einen sehr guten Eindruck und die Tiere hatten echt Spaß darin. Auch die Art und Weis wie offen und ehrlich der Bauer mir gegenüber war hat mir sehr gut gefallen. Weitere Details auch dazu in der Nachbereitung.

Anschließend ging es dann wieder in die Metzgerei, wo ab 15:30 Uhr ein Steak-Tasting in der Steakakademi statt fand. Den insgesamt 25 Teilnehmern wurde dabei die große weite Welt der Steaks näher gebracht. Unter anderem durften Sie live erleben, wie Metzgermeister Johannes Lotter einen ganzen Rinderrücken zerteilt hat und bekamen dabei im Detail erklärt, wie man die besten Cuts aus so einem Rücken raus schneidet und wo sich diese befinden. Ebenfalls durch Johannes, wurde Ihnen anhand einer Rinderhälfte erklärt, wo gerade die beliebten Cuts wie Picanha oder Flanksteak oder Tafelspitz herkommen und, und, und. Eben alle Cuts die man aus so einer Rinderhälfte schneiden kann. Anschließend wurden dann die gerade genannten Cuts auf den verschiedensten Grills zubereitet. Die Teilnehmer konnten sich so also erstens sehr gut ein Bild davon machen, wo das Fleisch herkommt bzw. sitzt und konnten sich im Anschlus daran dann einen Eindruck vom Geschmack machen. So eine Möglichkeit bekommst du nicht auf jedem Grillkurs. Hier bietet der Anschluss an die Metzgerei einfach einen riesen Vorteil. Da kannst halt mal eben eine Rinderhälfte aus dem Kühlhaus holen und den Leuten ein paar Dinge dazu erklären. Das fand ich schon echt gut. Auch gut fand ich die Art und Weise, wie Max und Johannes den Kurs geleitet haben. Abschließend bleibt zu sagen, dass es allen Teilnehmern sehr gut gefallen hat und das ist das wichtigste.

Was bleibt mir noch zu sagen zu diesem Tag? Naja, ich bin schon echt beeindruckt von diesem Tag. Ich hatte echt viel erwartet heute, nach den Telefonaten mit Johannes, doch ich muss sagen, er hat heute richtig einen raus gehauen und mich schwer beeindruckt. Am meisten hat mich wohl beeindruckt, das hier wirklich alles aus einer Hand kommt und das Tierwohl bei jedem Arbeitsschritt an erster Stelle steht. Das fängt schon bei den Bauern an, die wirklich ein sehr inniges Verhältnis zu den Tieren haben und das Wohl des Tieres an erste Stelle setzen, aber es geht auch danach noch weiter. In der Metzgerei. Die Tiere werden hier lebend angeliefert, haben hier eine eigene kleine Stallung, wo Sie vor der Schlachtung nochmals das volle Verwöhnprogramm erhalten und werden dann auch in der Metzgerei geschlachtet und zerlegt. Jeder Vorgang dient nur dem einen Zweck, das perfekte Fleisch zu erzielen. Das hat mich wirklich beeindruckt. Hier lebt und liebt man Fleisch in seiner höchsten Form. Vielen Dank Johannes, das du mir deine Welt gezeigt hast. Der Tag hat mir sehr viel Spaß gemacht. 

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