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Beefscouts

Der Fleischblog

Zwerg Zebu Rind vom Gutshof Original

Alex geschrieben am 18.06.2017

Habt Ihr jemals zuvor etwas von Zwerg-Zebus gehört oder gelesen oder sogar mal welche gesehen? Nein, nicht? Dann geht es Euch ja genauso wie mir. Wäre Marco Van Der Kooi nicht gewesen, dann wüsste ich wahrscheinlich in 2 Jahren noch nichts von Ihrer Existenz. Doch dank Marco kam ich heute in den Genuss, diese Tiere und Ihre Züchter kennen zu lernen. Ich muss sagen, ich bin mal wieder voll und ganz überrascht worden. Ihr seid nun neugierig und wollt mehr über die Tiere und Ihre Züchter erfahren? Sehr gut. Dann lasst mich mal meine Geschichte erzählen.

Zu aller erst möchte ich Euch Marco Van Der Koi vorstellen, den Mann, ohne den ich wahrscheinlich nicht mal in 2 Jahren von der Existenz dieser Tiere erfahren hätte. Durch seine langjährige Anstellung als Servicekraft in den verschiedensten Restaurants in Holland weiß Marco ganz genau was es bedeutet, hochwertige Lebensmittel zu verarbeiten. Der Liebe ist es zu verdanken, dass es Ihn dann aber nach Deutschland verschlug und er sich dort nach neuen Möglichkeiten umschaute. Nach einer langjährigen Anstellung bei einer Brauerei aus dem Sauerland, ist er nun tätig bei Caso Deutschland. Dort ist er im Außendienst angestellt und dort unter anderem für den Vertrieb an Gastrokunden zuständig. Dafür tourt er fast täglich quer durchs Land und lernt viele Menschen und deren Handwerk kennen. Ein solcher Mensch war es dann auch, der Marco von einer Zwerg-Zebu-Zucht im Sauerland erzählte. Weil auch Marco niemals zuvor was von den Tieren gehört hatte, aber immer auch offen ist neue Dinge zu probieren, machte er kürzlich einen Termin mit den Züchtern aus. Aus den ersten Gesprächen entwickelte sich dann schnell eine Freundschaft und Marco beschloss, der Welt von diesem Fleisch zu erzählen und die Öffentlichkeit auf deren Existenz aufmerksam zu machen. Deshalb schrieb er mir dann auch am vergangenen Mittwoch, ob ich nicht mal Lust hätte die Tiere und die Züchter kennen zu lernen. Ich wusste nach seiner Mitteilung eigentlich gar nicht worauf ich mich einlassen würde, dennoch habe ich sofort zugesagt. Ich meine, ich hatte niemals zuvor etwas von Zwerg-Zebus gehört, aber gerade deswegen hatte ich sofort Bock, die Tiere kennen zu lernen. Noch bevor ich überhaupt irgendwas recherchiert hatte, habe ich Marco zugesagt. Erst am nächsten Tag dann, hatte ich im Hotel ein wenig Zeit zu recherchieren, was das überhaupt für Tiere sind. Und jetzt meine Freunde, kommt der Gäck des Tages!! Nachdem ich einen Tag zuvor noch nicht mal wusste, was Zwerg-Zebus sind und am Morgen im Hotel erst mal recherchieren musste, hätte ich wirklich mit allem gerechnet, nicht aber damit, dass ich noch am selben Tag ein zweites Mal mit den Tieren, bzw. dem Fleisch konfrontiert werden würde. Ein irrer Zufall, doch bei meinem Besuch im Goldhorn Beefclub wurde mir tatsächlich Schinken vom Zwerg-Zebu serviert. Unfassbar. Eine Geschichte, die ich selber kaum glauben konnte. Der Schinken war so geil, das ich danach sofort Feuer und Flamme war. Jetzt wollte ich die Tiere erst Recht kennen lernen.

Kommen wir also nun mal zum meinem heutigen Besuch. Dazu möchte ich gerne zu aller erst etwas anmerken. Würde es die Menschen die ich heute getroffen habe nicht geben, hätte ich wohl niemals von der Existenz der Zwerg-Zebus erfahren, wahrscheinlich nicht mal Ihr. Nicht in der Form, wie die Tiere hier gezüchtet und gehalten werden. Bis vor 10 Jahren hättet Ihr Sie vielleicht noch in einem Zoo in Eurer Nähe sehen können, doch ohne die Arbeit von Assimina Christopoulou und Michael Ehrkamp wären die Tiere hier in Deutschland heute längst ausgestorben und nicht mehr zugegen. Soweit lehne ich mich aus dem Fenster. Sie betreiben in Deutschland noch die letzte existierende 100% reinrassige Herde. Mit Ihren knapp 200 Tieren befinden sich hier etwa 90% des deutschlandweiten Bestandes in Ihrem Besitz. Fast unglaublicher wie diese Tatsache ist nur noch die Geschichte, wie die beiden zu den Tieren gekommen sind. Bis ins Jahr 2000 waren beide erfolgreiche Züchter für Sportpferde. Ich meine richtig erfolgreich, denn Sie haben Pferde für arabische Herrscherfamilien verwaltet und gezüchtet. Echt eine klasse, krasse Nummer. Jedoch ergab sich durch die Haltung der Pferde auf den Wiesen das Problem, das die Wiesen anschließend nicht mehr zu gebrauchen waren und praktisch zerstört. Ich kann das kaum nachvollziehen, aber, ich beschäftige mich ja auch nicht mit Pferden. Naja, auf jeden Fall stellte das ein Problem da, weshalb die beiden um Rat bei einem Mitglied der Herrscherfamilien fragten. Dieser war es dann, der den beiden dazu riet, die Wiesen doch durch Rinder bewirtschaften zu lassen. Im arabischen Raum bzw. im asiatischen Raum gehören die Zwerg-Zebu-Rinder praktisch zum Stadtbild. In Teilen von Indien werden diese Tiere sogar angebetet. Auch dieses Mitglied war im Besitz drei solcher Zwerg-Zebu-Rinder. Assimina war sofort von der Idee und den Tieren angetan, sodass Sie dem Herrscher die Tiere gleich sofort abkaufen wollte. Doch der verneinte und lehnte das Angebot ab. Jetzt wird die Geschichte erst richtig verrückt. Assimina war so begeistert von den Tieren, dass Sie sich durch die Absage nicht abschrecken ließ. Im Gegenteil, das stachelte Ihren Ehrgeiz eher noch an. Gemeinsam mit Metzgermeister Michael zog Sie anschließend durch Deutschland und kaufte praktisch sämtliche Herdenbestände in Deutschland auf. Egal ob aus Zoos oder auch aus privater Haltung oder vom Zuchtverband, kein Tier war mehr vor Ihr sicher. Einzige Voraussetzung damals wie heute, die Tiere mussten 100% reinrassig sein. Nach ca. 2 Jahren auf Rundreise durch Deutschland hatten die beiden dann eine Herde von ca. 100 Tieren zusammen. Beachtlich, oder? Diese Story ist doch eigentlich unglaublich, doch wenn Ihr gesehen hättet, mit welchem Funkeln in den Augen die beiden die Geschichten von damals erzählt haben, dann hättet auch Ihr Ihnen jedes Wort geglaubt. Obwohl das fast zu schön klingt, um wahr zu sein. Das ich wenig später dann aber inmitten der Herde stand, war der Beweis dafür. Auch die unzähligen Urkunden und Zertifizierungen an der Wand im Wohnzimmer und auch genau protokollierte Herdenbücher belegen jede Geschichte Stück für Stück. Ein solches Herdenbuch gibt es für jedes der knapp 200 Tiere. Damit wird die 100% reinrassige Aufzucht und Herkunft bestätigt.

Eines kann ich Euch aber auch sagen, bis zu dem Punkt an dem die beiden heute angelangt sind, war es ein langer und steiniger Weg. Nicht nur das die beiden immer wieder mit Widerstand zu kämpfen haben, auch Ihre Unerfahrenheit in der Aufzucht mit den Tieren und deren Umgang brachte die beiden immer wieder an Ihre Grenzen und dann und wann gab es auch mal Rückschläge. Ich meine so eine Pferdezucht hat überhaupt nix mit der Aufzucht von Rindern gemeinsam. Total unerfahren aber voller Leidenschaft für das Tier mussten Sie alles selbst erlernen und haben viel rumexperimentiert. Ich meine, sowas hört natürlich niemand gerne, aber ich wiederhole mal laut meinem Gedächtnisprotokoll einen Satz von Michael: "Es sind fast 10 Tiere drauf gegangen bis ich wusste, welche Cuts ich aus dem Tier schneiden kann und wie man diese am besten verarbeitet." Das klingt im ersten Moment echt krass und hat so sicherlich auch nix mit Nachhaltigkeit zu tun, doch auf dem Weg zum Ziel war das einfach notwendig. Die beiden haben das Tier von Kopf bis Fuß seziert und auf Ihre eigene Art erforscht. Welche Cuts lassen sich aus so einem Tier gewinnen? Wie kann man das Fleisch am besten reifen? Was passiert mit dem Fleisch während des Reifeprozesses? Wie kann man den Schinken am besten veredeln? Alles Fragen, die die beiden bis ins Detail erforscht haben. Heute, mit knapp 16 Jahren Forschung und Erfahrung im Rücken, sind die beiden die Experten schlecht hin was die Aufzucht und Haltung von Zwerg-Zebus angeht. Heute macht Ihnen keiner mehr was vor. Auch nicht, was die Reifung und Veredlung dieses Fleisches angeht. Sogar Galileo war schon zu Besuch auf dem Gutshof Original und hat den Schinken vom Zwerg-Zebu als Deutschlands edelsten Schinken geehrt. Auch ich durfte diesen bereits probieren und kann dieser Auszeichnung von Galileo nur zustimmen. Das war schon sehr delikat.

Natürlich stellt sich der ein oder andere nun vielleicht die Frage, warum er dennoch nie zuvor was vom Gutshof Original und den Zwerg-Zebus gehört hat. Ich für mich persönlich schaue in der Regel kein Galileo und kann deshalb auch für mich ausschließen, das ich jemals zuvor hätte von den Tieren erfahren können. Dennoch und gerade auch deswegen habe ich mir die Frage gestellt, warum ich niemals zuvor was von diesen Tieren gehört habe. Wenn jemand ein so gutes Produkt anbietet, warum ist es dann in Deutschland so unbekannt? Welche Gründe stecken dahinter? Ich kann Euch sagen, im arabischen Raum findet die Arbeit von Assimina und Michael erneut großen Anklang, doch in Deutschland interessiert sich niemand so wirklich dafür. Das liegt einfach daran, dass hier zu Lande eigentlich niemand von der Existenz der Tiere und deren Züchter weiß. Der Gutshof liegt einfach zu weit außerhalb der Zivilisation, als das er wahr genommen würde. Es gibt kein Schild oder auch sonst keinerlei Hinweise die darauf deuten, das hier etwas ganz Besonders produziert und gezüchtet wird. Ein Problem, welches Marco sehr schnell erkannt hat und mir dazu folgendes erklärt hat. "Assimina und Michael sind einfach so vernarrt in Ihre Tiere und so damit beschäftigt, Ihnen Liebe und Geborgenheit zu geben, dass Sie einfach alles andere um sich rum vergessen haben. Die beiden sind somit damit beschäftigt, sich um die Tiere zu kümmern, dass Sie einfach nicht in Erwägung gezogen haben, Ihre Arbeit der Öffentlichkeit und damit dem breiten Publikum zu präsentieren." Ich interpretiere dass einfach mal auf meine Art. Die beiden leben in Ihrer eigenen Welt. Diese Welt besteht zu 100% nur aus Zuneigung dem Tier gegenüber. Hier steckt einfach alles Herzblut der beiden drin. Ihre Leben obliegt nur dem Wohl der Tiere.

Leute, auf meinen Reisen habe ich wirklich schon viel gesehen, aber es gibt tatsächlich immer noch mehr Superlative und Steigerungen. Dass was ich hier erlebt habe, steigert wirklich nochmals alles auf ein anderes Level. Ich meine, das habe ich auch schon bei meinem Besuch beim Vogelsberger geschrieben, doch Assimina treibt das ganz nochmals auf die Spitze. Lasst es so blöd klingen, wie ich es hier jetzt schreibe, aber Assimina knutscht sogar mit den Tieren, mit jedem einzelnen. Also nicht wie Ihr das jetzt denkt. Ich meine das eher symbolisch. Was ich viel mehr damit ausdrücken möchte, ist die wirklich tiefe Vertrautheit und Verbundenheit zwischen den Tieren und Assimina. Jedes Tier hat einen Namen und fast jedes Tier wird mindestens einmal am Tag gestreichelt und geknutscht. Ihr könnt mir glauben, die Tiere genießen das. Wahnsinn!!!

Genau das war es auch, was Marco bereits nach seinem ersten Besuch erkannt hatte, die Leidenschaft und Liebe zum Tier. Doch Er erkannte auch relativ schnell, dass die beiden in Sachen Vermarktung und Öffentlichkeitsarbeit praktisch keinen blassen Schimmer hatten. Sicherlich sind Sie Experten in der Aufzucht und Schlachtung von Tieren, doch Experten für soziale Medien sind Sie ganz bestimmt nicht. Deshalb bot Marco den beiden an, sich darum zu kümmern, einfach, weil er gleich von Anfang an den Glauben an das Produkt und Assimina und Michael hatte. Und natürlich auch, weil er auf eine Menge Erfahrung in Sachen öffentlicher Darstellung und Präsentation von Produkten zurückgreifen kann. Deshalb hat Marco mich auch angeschrieben. Nicht um mir irgendwas zu verkaufen, sondern um mich von dem Produkt und der Idee von Assimina und Michael zu überzeugen. Ich kann Euch sagen, das ist Ihm voll und ganz gelungen. Das war zu keiner Zeit eine Verkaufsshow, nein, das war gefühlt ein Gespräch unter Freunden und Gleichgesinnten. Das war ein konstruktiver Austausch von Ideen, Meinungen und Wissen unter Fleischliebhabern. Ich bin Marco wirklich sehr, sehr dankbar, dass er mir Assimina und Michael vorgestellt hat. Ich bin begeistert von deren Enthusiasmus und deren Liebe zum Tier. Das sind zwei echte Experten die es verdient haben, Lob und Anerkennung zu bekommen. Deshalb möchte ich die beiden und vor allem auch Marco unterstützen. Mit meinem Bericht über den heutigen Besuch möchte ich Euch gerne die Züchter und Tiere vorstellen. Es geht dabei weniger um mich, denn ich habe mich heute von dem Konzept überzeugt und werde es auch zukünftig gerne unterstützen, aber ich möchte auch um Eure Unterstützung bitten. Es steckt so viel Potenzial in den beiden, doch ich glaube, Ihnen selbst ist das am wenigsten bewusst und vielleicht sogar gleichgültig. Sie interessieren sich nur für Ihre Tiere, denn die stehen hier an erster Stelle. Marco hat vor kurzem eine Facebook-Seite für die beiden eingerichtet und kümmert sich nun auch um die Gestaltung einer neuen Homepage und um eine neue Außendarstellung.

Helft mir dabei, sowohl Marco zu unterstützen, als auch Assimina und Michael. Ihnen persönlich geht es gar nicht um Anerkennung und Ruhm, ohne Marco würden Sie einfach weiter Ihr Leben leben und wären sicherlich auch zukünftig kein Thema in der Öffentlichkeit. Ich persönlich glaube aber fest daran, dass die beiden es verdient haben mehr ins Rampenlicht zu rücken. Das sind gute Menschen mit einem großen Herz. Sie haben es nach dem langen und kräftezehrenden Weg einfach verdient, dass man Ihnen ein wenig Anerkennung schenkt. Deshalb widme ich diesen Bericht einfach und alleine Ihnen. Hiermit möchte ich die Arbeit von Assimina Christopoulou und Michael Ehrkamp würdigen und Ihnen einen großen Dank und ein großes Kompliment aussprechen. Danke das Ihr mich empfange habt und danke, das Ihr Kämpfer einer so guten Sache seid.     

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